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ärztemagazin 11/2018

AKTUELL IRLAND: BALD

AKTUELL IRLAND: BALD NEUES GESETZ ZU ABTREIBUNG EU-KOMMISSION BEGRÜSST KASSENFUSION NACH DEM VOTUM der Iren für eine Legalisierung von Abtreibungen will die Regierung in Dublin rasch ein entsprechendes Gesetz auf den Weg bringen. Geplant ist, dass Schwangerschaftsabbrüche bis zur zwölften Woche legalisiert werden sollen, bei Gefahr für das Leben oder die Gesundheit der Mutter sogar darüber hinaus. Bisher gilt ein äußerst striktes Verbot. DIE EU-KOMMISSION begrüßt die geplante Reduktion der Krankenkassenzahl in Österreich. „Eine Reform ist ein Schritt in die richtige Richtung”, sagte Dipl.-Kfm. Marc Fähndrich, wirtschaftspolitischer Berater der Kommissionsvertretung in Österreich, bei der Präsentation der länderspezifischen Empfehlungen der Kommission in Wien. Fachkurzinformation siehe Seite 30 MEDIZINISCHES CANNABIS IN FRANKREICH DYM_2018_5 UNINFORMIERTE KREBS- PATIENTEN DYM_2018_5 DYM_2018_5 DIE MEDIZINISCHE Nutzung von Cannabis könnte in Frankreich bald legal werden. Gesundheitsministerin Dr. Agnès Buzyn hat die für die Medikamentenentwicklung Verantwortlichen gebeten, sie über den aktuellen Wissensstand zu dem Thema zu informieren. Bereits rund ein Dutzend EU-Länder hat Cannabis zu medizinischen Zwecken legalisiert. VIELE KREBSPATIENTEN klagen über mangelhafte Information. 28 Prozent der Krebspatienten und 44 Prozent von deren Angehörigen fühlen sich wenig bis schlecht über moderne Krebstherapien und deren Möglichkeiten informiert. Das ist eines der Ergebnisse einer im Auftrag der Pharmig, des Verbands der pharmazeutischen Industrie Österreichs, durchgeführten Befragung. Sehr gut informiert fühlen sich demnach 36 Prozent der Patienten und 26 Prozent der Angehörigen, unter den österreichischen Gesundheitspolitikern sind es 56 Prozent. SUBSTANZMISSBRAUCH IMMER MEHR PENSIONISTEN SIND SÜCHTIG OPIATABHÄNGIGKEIT BEI JUNGEN HINGEGEN GEHT ZURÜCK. SUCHT UND DROGEN werden immer mehr ein Problem der Älteren. „Wir sehen immer mehr ,Babyboomer‘, die in die Alkoholabhängigkeit rutschen. Sie leben in relativ hohem Wohlstand, hatten ein gutes Leben und kommen ins Pensionsalter. Plötzlich ist jeden Tag Urlaub “, erklärte Dr. Anette Søgaard Nielsen, Direktorin der Abteilung für Alkoholforschung der Universität von Süddänemark, am Rande der Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Substanzmissbrauch (EASAR), die Ende Mai in Wien stattfand. Ärzteausbildung Um den niedergelassenen Bereich, insbesondere die Landmedizin, zu stärken, fordert die Bundeskurie Angestellte Ärzte der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) Maßnahmen in der Ausbildung, um Anreize zu setzen: das Sicherstellen ausreichender Ausbildungsplätze, flexiblere Arbeitszeitmodelle, familienfreundliche Lösungen, den Abbau von Bürokratie und administrativen Aufgaben, das Erhöhen der Ausbildungsqualität sowie einen Zugang zur Basisausbildung ohne Wartezeiten. Einzelne Bundesländer vergeben zwar unterschiedliche Förderungen für Ärzte für Allgemeinmedizin, um diese zur Niederlassung im ländlichen Raum zu bewegen, erläutert ÖÄK-Vizepräsident und Kurienobmann Dr. Harald Mayer: „Diese stellen allerdings Einzelaktionen dar, es fehlt an strukturiertem Vorgehen und an Abstimmung.“ Ein Leben im Wohlstand – und plötzlich ist im Pensionsalter jeden Tag Urlaub In Dänemark zum Beispiel sind bereits 15 Prozent der Menschen, die sich wegen ihrer Alkoholabhängigkeit in Behandlung begeben, älter als 60 Jahre. In der Behandlung von Drogenbzw. Alkoholabhängigen ist es in den vergangenen Jahren zu einem Wechsel im Grundverständnis gekommen, wie Dr. Alfred Uhl vom Kompetenzzentrum Sucht der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) betont: „Das Abstinenzparadigma ist aus verschiedenen Gründen im Verschwinden begriffen.“ Die Drogen-Substitutionstherapie hat die Möglichkeit geschaffen, auch Opioid-Abhängige mit risikoreichem Konsum langfristig zu stabilisieren. Bei anderen Formen von substanzgebundener Abhängigkeit wird ebenfalls zunehmend versucht, die Problematik mit dem Betroffenen optimal zu managen, auch wenn Abstinenz für längere Zeit erreichbar ist. Die Entwicklung bei der Opiatabhängigkeit in Österreich zeigt sehr positive Aspekte. „Derzeit steigen immer weniger Jugendliche und junge Erwachsene in den Opioid-Konsum ein“, erläutert Dr. Martin Busch, Leiter des Kompetenzzentrums Sucht der GÖG. 1995 gab es in Österreich etwas weniger als 4.500 Menschen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren mit risikoreichem Opioid-Konsum. Um das Jahr 2005 waren es etwa 10.000 Betroffene, im Jahr 2015 nur noch rund 3.000. Fotos: Rawpixel/GettyImages, www.photo-simonis.com DYM_2018_5 4 . ärztemagazin . 11 2018

E-MEDIKATION STARTET IN KÄRNTEN AKTIONSPLAN GEGEN ADIPOSITAS RAUCHVERBOT: AB NUN WIRD GESTRAFT UMBAU IM MINISTERIUM: KÖPFEROLLEN DIE E-MEDIKATION wird dieser Tage in Kärnten ausgerollt. Als drittes Bundesland nach Vorarlberg und der Steiermark werden also in Kärnten von Ärzten verordnete und in der Apotheke abgegebene Medikamente für ein Jahr gespeichert. Auch nichtrezeptpflichtige Medikamente, die Wechselwirkungen auslösen können, können in die e-Medikationsliste aufgenommen werden. Behandelnde Ärzte erhalten so einen aktuellen Überblick über die Medikation ihrer Patienten. ERNÄHRUNGSEXPERTEN und Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) fordern von der Politik einen Aktionsplan gegen Adipositas. „Krankhaftes Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen ist inzwischen eine gesundheitliche und gesundheitspolitische Zeitbombe ersten Ranges und eine Basis für eine Reihe von Erkrankungen und höhere Sterblichkeit“, bekräftigt Johannes Steinhart, ÖÄK-Vizepräsident und Obmann der Bundeskurie niedergelassene Ärzte. DAS RAUCHVERBOT im Pkw, wenn sich Kinder oder Jugendliche darin befinden, kann seit 1. Juni bei Nichteinhaltung mit einem Organmandat in Höhe von 50 Euro bestraft werden. Im ersten Monat war laut Gesundheitsministerium noch Kontrollieren und Abmahnen vorgesehen. Die Stadt Wien hat indes angekündigt, das aktuelle Rauchergesetz vor den Verfassungsgerichtshof zu tragen. Damit soll die von der Bundesregierung erteilte Raucherlaubnis in der Gastronomie gekippt werden. EINE UMSTRUKTURIERUNG im nun FPÖgeführten Sozial- und Gesundheitsministerium soll für die Auflösung jener Sektion („Öffentliche Gesundheit”) sorgen, in die Ex-Gesundheitsministerin Dr. Pamela Rendi- Wagner (SPÖ) als karenzierte Sektionschefin ein Rückkehrrecht hätte. Dem Umbau sollen auch Dr. Clemens Martin Auer (ÖVP) und die von ihm geleitete Sektion („Gesundheitssystem, zentrale Koordination”) zum Opfer fallen. (APA) MAG. A. HERZOG „SYSTEM IM UMBRUCH“ „Das österreichische Gesundheitswesen ist derzeit in der größten Umbruchphase der Nachkriegszeit“, bekräftigt Mag. Alexander Herzog, der neue Generalsekretär der Pharmig, des Verbands der pharmazeutischen Industrie Österreichs. Herzog, zuvor Obmann-Stellvertreter der SVA, folgt dem langjährigen Generalsekretär Dr. Jan Oliver Huber nach. PFLEGESYSTEM Angebot von Pflege: eine Frage des Wohnortes Beträchtliche Unterschiede von Bundesland zu Bundesland betreffend Eigenbeiträge und Verfügbarkeit von Leistungen. Die Höhe der Eigenbeiträge und die Verfügbarkeit von Pflegedienstleistungen unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland beträchtlich. „Diese Unterschiede sind vor dem Hintergrund einheitlicher Steuer- und Abgabenregelungen in einem Sozialstaat wie Österreich eigentlich inakzeptabel“, hält Elisabeth Anselm, Geschäftsführerin des Hilfswerks Österreich, fest. Bei einem bestimmten Pflegesetting errechnete das Hilfswerk einen Unterschied von 61,5 Prozent zwischen dem günstigsten und dem teuersten Bundesland. Besonders auffällig ist auch die variierende Inanspruchnahme von Pflegedienstleistungen. Je Fachkurzinformation siehe Seite 30 nach Bundesland nehmen zwischen 28 und 48,2 Prozent der Pflegegeldbezieher über 80 Jahre einen mobilen Pflegedienst in Anspruch. Da die Pflegebedürftigkeit und der Alterungsverlauf innerhalb Österreichs mehr oder weniger ähnlich sind, weisen die abweichenden Nutzungszahlen auf Differenzen bei der Verfügbarkeit von Pflege- und Betreuungsangeboten hin, heißt es seitens des Hilfswerks Österreich, das nachvollziehbare Standards für Pflegedienstleistungen und Eigenbeiträge fordert. Anselm: „Es kann nicht sein, dass es eine Frage des Wohnorts ist, welche Leistungen pflegebedürftige Menschen erhalten.“ Ihre Cholesterin-Profis Top Qualität zu Top Preisen ATORVASTATIN +PHARMA 10 mg Filmtabletten zu 30 Stück 20 mg teilbare Filmtabletten zu 30 Stück 40 mg teilbare Filmtabletten zu 30 Stück 80 mg teilbare Filmtabletten zu 30 Stück SIMVASTATIN +PHARMA 20 mg teilbare Filmtabletten zu 30 Stück 40 mg teilbare Filmtabletten zu 30 Stück 80 mg teilbare Filmtabletten zu 30 Stück ROSUVASTATIN +PHARMA 10 mg teilbare Filmtabletten zu 30 Stück 20 mg teilbare Filmtabletten zu 30 Stück 40 mg teilbare Filmtabletten zu 30 Stück PRAVASTATIN +PHARMA 20 mg teilbare Filmtabletten zu 30 Stück 40 mg teilbare Filmtabletten zu 30 Stück Ihr Plus ist unser Auftrag! 2018_05_Cholesterinprofis_I_ÄM_01 ©Dušan Zidar- Fotolia.com 11 2018 . ärztemagazin . 5

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