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ärztemagazin 19/2018

MEDIZIN TABAK BABYS ALS

MEDIZIN TABAK BABYS ALS PASSIV- RAUCHER In Österreich sind viele Babys zu Hause Tabakrauch ausgesetzt, wie eine Studie aus dem Wilhelminenspital in Wien belegt. Bei knapp 48 Prozent der Säuglinge unter einem Jahr, die wegen schwerer RSV (Respiratory Syncytial Virus)-Infektion der Atemwege im Spital behandelt wurden, wird in deren unmittelbarem Umfeld geraucht. 42 Prozent der rauchenden Eltern gaben an, auch in der Wohnung zu rauchen. (doi: 10.1002/ppul.24137) 48 % 48% der untersuchten Babys sind Tabakrauch ausgesetzt KNIEOPERATIONEN NERVEN- SCHÄDEN EXAKT LOKALISIEREN HOCHAUFLÖSENDER ULTRA- SCHALL MACHT NERVEN- SCHÄDEN IM KNIE SICHTBAR. NACH KNIEOPERATIONEN leiden Patienten immer wieder an heftigen chronischen Schmerzen. Deren Ursache wird zwar in der Schädigung von kleinen Nerven vermutet, jedoch war dies bist jetzt nicht bildgebend nachweisbar. Im Rahmen zweier Studien gelang es nun einem interdisziplinären Forschungsteam um den Radiologen Dr. Georg Riegler von der Universitätsklinik für Radiologie Fünf bis zehn Prozent der Patienten haben nach Knie-OP neuropathische Schmerzen und Nuklearmedizin der MedUni Wien, diese kleinsten sensiblen Hautnerven am vorderen und inneren Oberschenkel und im Kniebereich mittels hochauflösender Ultraschall-Bildgebung darzustellen. Damit können Therapien nun gezielt angewandt werden. BEI CHIRURGISCHEN Eingriffen sind Verletzungen von Gewebe und Nerven im operierten Areal nicht zu vermeiden. Meistens bleiben diese Schädigungen jedoch ohne weitere Folgen und die normalen, durch die Operation bedingten Schmerzen klingen nach einigen Wochen wieder ab. Fünf bis zehn Prozent der Patienten leiden jedoch ein- bis eineinhalb Jahre später immer noch an teils starken neuropathischen Schmerzen. In diesem Fall sollte so rasch Evident Unter Beckenbodentraining versteht man einfache Übungen, die dazu dienen, die Muskulatur des Beckenbodens zu stärken. Unter anderem wird Beckenbodentraining bei Inkontinenz empfohlen. Bereits in der Vergangenheit haben Cochrane-Reviews bestätigt, dass Beckenbodentraining die Symptome von Belastungsinkontinenz und allen anderen Formen von Urininkontinenz bessern oder sogar beseitigen kann. Ein aktuelles Update hat die bereits bestehende Evidenz vergrößert. Demnach senkt Beckenbodentraining die Häufigkeit des unbeabsichtigten Harnverlustes und die Menge des verlorenen Harns. Das Update wurde notwendig, weil seit dem letzten Review, der auf 21 Untersuchungen basierte, zehn neue Studien zum Thema publiziert worden waren. Der aktuelle Review unterstreicht den Bedarf an weiteren Studien, welche die Langzeit-Effektivität und die Kosteneffizienz von Beckenbodentraining bei Frauen mit Belastungs-, Drang- und Mischinkontinenz untersuchen. (doi: 10.1002/14651858.CD005654.pub4) wie möglich mit einer gezielten Schmerztherapie begonnen werden, um eine Chronifizierung des Schmerzes zu verhindern. BISHER war es allerdings nicht möglich, die weniger als einen Millimeter dünnen Hautnerven um das Knie und deren Verästelungen in bildgebenden Verfahren sichtbar zu machen. Somit konnte eine Nervenverletzung immer nur vermutet und auf Verdacht behandelt werden. Ist die Vermutung aber falsch, kann so eine Therapie eher schaden als nützen. Nun konnte ein interdisziplinäres Team um den Radiologen Dr. Georg Riegler in Kooperation mit dem Private Ultrasound Center (PUC) sowie der Klinischen Abteilung für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie und dem Zentrum für Anatomie und Zellbiologie der MedUni Wien, diese kleinen Hautnerven am Knie erstmals mittels hochauflösendem Ultraschall sichtbar machen. IN DER ERSTEN STUDIE des Teams gelang es, den Ramus infrapatellaris (ein sensibler Nervenast vor und unterhalb der Kniescheibe) über seinen gesamten Verlauf mit Hilfe des hochauflösenden Ultraschalls darzustellen. In der zweiten Studie konnten die verzweigten vorderen Hautäste des Oberschenkelnervs Nervus femoralis dargestellt werden. Es konnte auch gezeigt werden, dass diese Nervenbahnen hoch variabel sind und bei jedem Menschen anders verlaufen. Es ist also unerlässlich, die genaue Position der verletzten Nervenfasern zu bestimmen, bevor eine gezielte Therapie gegen diese Nervenschmerzen angewandt werden kann. Dazu wird eine „diagnostische Blockade“ vorgenommen, also eine selektive vorübergehende Betäubung des verdächtigten Nervs. „Wenn der Schmerz sich direkt nach erfolgter Blockade deutlich reduziert und nach Abklingen der Betäubung zurückkehrt, dann ist das Problem lokalisiert“, erläutert Riegler. IST EIN NERV Ursache für die Schmerzen, gibt es verschiedene therapeutische Möglichkeiten, die zum Einsatz kommen können. Als letzte Option werden chirurgische Verfahren wie die Freilegung oder Durchtrennung des Nervs durchgeführt. (doi: 10.1055/s-0043-121628; doi: 10.1016/j. arthro.2018.05.043) Fotos: sasirin pamai/GettyImages, belterz/GettyImages, seb_ra/GettyImages 6 . ärztemagazin . 19 2018

ANTIDIABETIKA GEGEN ADIPOSITAS VITAMIN D UND KNOCHEN- GESUNDHEIT ANTIDIABETIKA sind womöglich auch zur Behandlung von Adipositas geeignet. Der GLP-1-Agonist Semaglutid hat in einer internationalen Studie nach 52 Wochen zu signifikant mehr Gewichtsverlust geführt als Placebo und auch der Appetitzügler Liraglutid, der in der EU zur Gewichtsreduktion zugelassen ist. (doi: 10.1016/S0140-6736(18)31773-2) RHEUMATOIDE ARTHRITIS PRAKTISCH NIEMAND MEHR IM ROLLSTUHL 80 PROZENT DER PATIENTEN KÖNNEN EIN NORMALES LEBEN FÜHREN. ANDROGEN- DEPRIVATION UND DEMENZ Knochenbruch: Vitamin D beugt doch nicht vor DIE GABE von Vitamin D bringt offenbar nichts für die Vorbeugung von Stürzen und Frakturen und hat auch keinen Effekt auf die Knochenmineraldichte. Die Autoren der Metaanalyse, die den Effekt von Vitamin-D-Supplementierung auf die Knochengesundheit untersuchte, empfehlen nun eine Änderung der entsprechenden Leitlinien. (doi: 10.1016/ S2213-8587(18)30265-1) EINE KOHORTENSTUDIE mit über 45.000 Männern, deren nichtmetastasierender Prostatakrebs mittels Radiotherapie behandelt wurde, widerlegt den Zusammenhang zwischen Androgendeprivationstherapie (ADT) und Demenz. Entgegen früherer Studien ist ADT nicht mit einem erhöhten Risiko für Demenz assoziiert. (doi: 10.1001/jamaoncol.2018.4423) DIE OUTCOMES der Patienten mit rheumatoider Arthritis haben sich in der jüngeren Vergangenheit deutlich verbessert. „80 Prozent der Erkrankten können mit Unterstützung von Medikamenten ein normales Leben führen“, sagt Rheuma-Experte Priv.-Doz. Dr. Daniel Aletaha von der Universitätsklinik für Innere Medizin III der MedUni Wien (Klinische Abteilung für Rheumatologie). Dazu beigetragen haben einerseits innovative Techniken, um die Erkrankung zu messen, und andererseits neue verfügbare Medikamente sowie ein verbessertes Management der Rheumatoiden Arthritis. NUR NOCH 20 Prozent der Erkrankten sind „refraktär“ und erleiden immer wieder trotz therapeutischer Maßnahmen schwere Schübe. Aletaha: „Vor 30 Jahren waren es noch 50 Prozent. So wie sich die HIV-Erkrankung durch neue Medikamente von einer todbringenden zu einer chronischen Erkrankung gewandelt hat, so ist auch die rheumatoide Arthritis durch neue Therapien eine Erkrankung geworden, die zwar chronisch bleibt, aber keinen dauerhaften Schaden mehr verursacht und praktisch kaum jemanden mehr in den Rollstuhl bringt.“ Eine zentrale Rolle spielen dabei die neuen „small molecules“, die im Gegensatz zu den breit eingesetzten Biologika als Tabletten eingenommen werden und im Sinne von personalisierter Medizin maßgeschneidert auf die Hemmung bestimmter Moleküle innerhalb einer Zelle hin synthetisiert werden. Aletaha und Univ.-Prof. Dr. Josef Smolen, Leiter der Universitätsklinik für Innere Medizin III, wurden in der aktuellen Ausgabe des Top-Journals „JAMA“ zu einem Review betreffend den aktuellen Stand der rheumatoiden Arthritis eingeladen. (doi: 10.1001/jama.2018.13103) Grippeampel Impfstoffe für die Saison 2018/19 Tetravalente Impfstoffe: ein A/Michigan/45/2015 (H1N1)pdm09-like virus; ein A/Singapore/INFIMH-16-0019/2016 (H3N2)-like virus; B/Colorado/06/ 2017-like virus (B/Victoria/2/87 lineage); B/Phuket/3073/2013-like virus (B/Yamagata/16/88 lineage. Trivalente Impfstoffe: A/Michigan/45/2015 (H1N1)pdm09-like virus; A/Singapore/INFIMH-16-0019/2016 (H3N2)-like virus; B/Colorado/06/2017-like virus (B/Victoria/2/87 lineage). Fachkurzinformation siehe Seite 28 1810-AT-FLU-041 04-Oct-2018 Grippe WIRD VON MENSCH ZU MENSCH ÜBERTRAGEN www.valneva.at ® Wien l l l Niederösterreich l l l Burgenland l l l Oberösterreich l l l Salzburg l l l Steiermark l l l Kärnten l l l Tirol l l l Vorarlberg l l l Weitere Informationen finden Sie unter www.influenza.at l wiederholter Nachweis in Stichproben aus zwei aufeinanderfolgenden Wochen l in einzelnen Stichproben nachgewiesen l kein Virusnachweis in untersuchten Stichproben 19 2018 . ärztemagazin . 7

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