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CliniCum 10/2017

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32 l CliniCum 10/2017 l PERSONALMELDUNGEN Personalia 1 FLEISCHHACKER. Seit 1. Oktober ist Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Fleischhacker, bislang Direktor des Departments Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Rektor der Medizinischen Universität Innsbruck. Er folgt Rektorin Helga Fritsch, die 2013 als ers te Frau an die Spitze einer Medizinischen Universität in Österreich gewählt worden war. Fleischhacker will gemeinsam mit seinem Team „die Stärken der Medizinischen Universität Innsbruck weiterentwickeln sowie neue Felder aus unseren Kernbereichen forschen, lehren, heilen bestellen.“ Darüber hinaus sei ihm die Zusammenarbeit mit den Tirol Kliniken und dem Land Tirol ein zentrales Anliegen. Die Inauguration erfolgt am 13. November 2017. 2 SCHWÄRZLER. Hon.-Prof. Dr. Peter Schwärzler ist neuer Primarius der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe am LKH Villach. Er folgt Prim. Univ.-Prof. Dr. Jörg Keckstein, der die Pension antrat. Der gebürtige Vorarlberger war zuletzt als Chefarzt der Frauenklinik an der Asklepios-Klinik Barmbek in Hamburg und als Honorarprofessor der Semmelweis Universität Budapest, II. Medizinische Fakultät Campus Hamburg, tätig. In Deutschland wurde Schwärzler zuletzt von „FO- CUS“ als „Top-Mediziner 2017“ gelistet. 3 KRETSCHMER. Univ.-Prof. Dr. Thomas Kretschmer ist neuer Primarius der Abteilung Neurochirurgie am Klinikum Klagenfurt am Wörthersee. Der gebürtige Süddeutsche absolvierte seine Ausbildung in Deutschland, Österreich, Südafrika, USA und Kanada. Zuletzt war er als Direktor der Universitätsklinik für Neurochirurgie am Evangelischen Krankenhaus – Universität Oldenburg, European Medical School, tätig. Zu seinen klinischen Schwerpunkten gehören neben der Behandlung neurologischer Tumorerkrankungen die komplexe Schädelbasischirurgie und die Behandlung von Fehlbildungen der Hirngefäße inklusive der Hirnbypassverfahren. 4 HENGSTENBERG & IDZKO. Mit 1. Oktober 2017 traten zwei international angesehene Experten ihre Professur an der MedUni Wien an. Christian Hengstenberg vom Deutschen Herzzentrum München übernimmt die Professur für Kardiologie, Marco Idzko vom Universitätsklinikum Freiburg die Professur für Pulmologie. 5 1 2 3 5 STEFAN SCHNEEBERGER Neuer ESOT-Präsident kommt aus Tirol 4 OCCURSUS 2018 DER OEGHO Kommunikation in der Onkologie Die Österreichische Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (OeGHO) schreibt zum dritten Mal den „Occursus – Anerkennungs- und Förderpreis für Kommunikation in der Onkologie“ aus. Der Preis, der vom Pharmaunternehmen Janssen gesponsert wird, stellt die Kommunikation mit Krebspatienten sowie deren Angehörigen in den Mittelpunkt. Der Occursus prämiert bestehende Projekte (in der Kategorie Anerkennungspreis) und fördert neue Projektideen (in der Kategorie Förderpreis), die sich dieses Themas annehmen, bei klassischen medizinischen Förderoder Forschungspreisen aber nicht berücksichtigt werden können. Der Förderpreis 2017 ging an das Projekt „Mein Logbuch! – Ich kenne mich aus“. Dabei erhalten Kinder und Jugendliche im Laufe der Behandlung mit Logbüchern altersadäquate Informationen. In der Kategorie Anerkennungspreis wurden eine Online- Kursreihe der Myelom- und Lymphomhilfe Österreich, das Krankenhaus Zams in Tirol für den Einsatz der Würdezentrierten Therapie bei Krebspatienten in der letzten Lebensphase und das Ordensklinikum Linz – Barmherzige Schwestern für die Krebsakademie ausgezeichnet. Einreichschluss ist der 21. Jänner 2018. Alle Informationen gibt es unter www.occursus.at. Der Leiter der Transplantationschirurgie der Innsbrucker Univ.-Klinik für Visceral-, Transplantationsund Thoraxchirurgie Stefan Schneeberger wurde zum jüngsten Präsidenten in der Geschichte der Europäischen Gesellschaft für Organtransplantationen (ESOT) gewählt. Schneeberger hat in Innsbruck studiert, promoviert und habilitiert, bevor er für vier Jahre an das renommierte Transplantationszentrum der Universität von Pittsburgh übersiedelte. 2010 kehrte er in Teilzeit nach Innsbruck zurück und fungierte als Visiting-Professor an der bekannten Johns Hopinks Universität in Baltimore (USA). Seit 2014 ist er ausschließlich an der Medizinischen Universität Innsbruck tätig. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Lebertransplantationen, Ischämie-Reperfusionsschäden sowie Extremitätentransplantationen. Der aktive Forscher kann auf 150 Originalarbeiten verweisen. Neben der Förderung der Forschung setzt der 44-jährige Tiroler Chirurg auf die weltweite Vernetzung unter anderem mit Asien und auf die Verbesserung der Fortbildungsmöglichkeiten. Neben zahlreichen etablierten Konferenzen und Ausbildungsprogrammen bietet die Gesellschaft demnächst mit der Veröffentlichung des ESOT Education Chanel das weltweit umfassendste digitale Ausbildungsprogramm. Damit wird ein neuer Meilenstein gesetzt. Die Wahl von Stefan Schneeberger zum ESOT- Präsidenten ist eine Auszeichnung für das Innsbrucker Transplantationszentrum. Seit Beginn des Transplantationsprogramms in Tirol 1974 wurden über 6.600 Organe eingesetzt, allein 242 davon im letzten Jahr. Mit 81 Lebertransplantation 2016 ist Innsbruck österreichweit führend in diesem Bereich. Ein Schwerpunkt liegt auf der Lebertransplantation mittels Lebendspende, also eines Leberteils durch einen nahen Angehörigen. Diese Methode wird vor allem bei Kindern angewendet und kann österreichweit nur in Innsbruck durchgeführt werden. Fotos: MUI/F.Lechner (2), KABEG (2), Privat (2)

MANAGEMENT & KARRIERE l CliniCum 10/2017 l 33 Soft Skills in der Medizin, Teil 7 Gesundheitsverhalten und eigene Erkrankungen Eigenverantwortung, Führungsstil und Abteilungskultur bestimmen, wie gut es Ihnen gelingen kann, auf die eigene Gesundheit zu achten und sich im Krankheitsfall auch tatsächlich zu schonen. Von Mag. Christina Lechner in Zusammenarbeit mit Dr. Irene Kloimüller MBA Fotos: og-vision/iStock, ChrisGorgio/iStock, Privat ❯❯ Präsentismus bezeichnet das Phänomen, trotz Krankheit zur Arbeit zu gehen. Die Gründe dafür liegen im Gefühl, unersetzlich zu sein, und in einer vielleicht zu ernst genommenen Verantwortung den Kollegen gegenüber: Wo ohnehin schon Personalknappheit herrscht, möchte man anderen vielleicht nicht noch mehr zumuten. Ein dritter Grund ist Druck von oben: Wie reagieren Vorgesetzte auf einen mehrtägigen Krankenstand? Gehört es womöglich zur Kultur an der Abteilung, so lange nur irgendwie möglich am Arbeitsplatz zu erscheinen? Arbeiten, so lange es geht Tatsächlich bestimmt die Trias aus der Verantwortung sich selbst und dem Team gegenüber, dem Verhalten der Führungskräfte und der Kultur einer Organisation darüber, ob Krankheit ernst genommen wird. Betrachten Sie einmal die Gesundheitsquote in Ihrem Team: Die Gesundheitsquote als Prozentsatz der Mitarbeiter, die im letzten Jahr nicht einen einzigen Tag im Krankenstand waren, könnte ein Hinweis darauf sein, dass „Arbeiten so lange es geht“ zur Abteilungskultur gehört. Dr. Irene Kloimüller ist Medizinerin, Psychotherapeutin und Health-Care- Managerin; Leiterin der fit2work Betriebsberatung. www.wertarbeit.at Ehrlicher Umgang mit Gesundheit und Krankheit Vorgesetzte sollten zudem überprüfen, wie viele Mitarbeiter stabil und regelmäßig zur Arbeit kommen (bzw. sich im Ernstfall nicht scheuen, daheim zu bleiben, um sich auszukurieren). Wie hoch ist im Vergleich dazu der Anteil jener Mitarbeiter mit auffällig häufigen Kurzzeitkrankenständen? Innere und/oder äußere Konflikte wie das Gefühl, zu wenig Wertschätzung zu bekommen, genauso wie Überforderung könnten dahinterstehen, wenn Personen durch voreiliges Daheimbleiben versuchen, gleichermaßen eine innere Balance herzustellen und der subjektiven Gerechtigkeit Genüge zu tun. Wiedereingliederungsteilzeitgesetz Schwere Erkrankungen mit Krankenständen über mehrere Wochen oder Monate kommen dagegen glücklicherweise nur selten vor. Hier sollte – aus dem Blickwinkel von Kollegen und Vorgesetzten – berücksichtigt werden, dass der Wiedereinstieg in den vollen Selbstcheck – Wie sehr achten Sie auf sich selbst? Fragen Sie sich selbst: •Wie oft hatte ich im letzten halben Jahr in der Arbeit das Gefühl „heute wäre ich liebe zu Hause geblieben“? •Worauf beruhte dieses Gefühl: Fühlte ich mich tatsächlich krank, gab es Konflikte im Team, oder wollte ich daheim Dringendes aufarbeiten? Wenn Sie trotz eines deutlichen Krankheitsgefühls zur Arbeit gegangen sind, was hat Sie dazu bewogen? •Wollte ich Kollegen und/oder Patienten nicht im Stich lassen? •Hatte ich Furcht vor der Reaktion der Vorgesetzten? •Hatte ich das Gefühl, kein anderer kann meine Arbeit gleich gut erledigen? Schon wenn Sie eine der letzten drei Fragen mit „Ja“ beantworten, sind Sie vermutlich in einem „ungesunden Arbeitsverhältnis mit sich selbst“. Sprechen Sie wenn möglich offen im Team darüber! Nehmen Sie beim Gefühl „Krankheit im Anmarsch“ lieber einen Regenerationstag, als auf einen möglicherweise längeren Krankenstand hinzuarbeiten. Dieser Regenerationstag sollte tatsächlich als solcher genutzt werden und nicht dazu dienen, aufgeschobene Arbeiten daheim zu erledigen! Dienstbetrieb eine Hürde darstellen kann. Entsprechende Modelle für einen stufenweisen Einstieg sind zu überlegen, wobei hierfür das seit 1. Juli 2017 geltende Wiedereingliederungsteilzeitgesetz einen juristischen Rahmen bietet. Gesunder Arbeitsplatz? Trotz der Herausforderungen, die der Umgang mit Krankheit und Leid mit sich bringt, ist das Spital übrigens ein guter und weitgehend gesunder Arbeitsplatz. Umfragen mit dem Arbeitsbewältigungs-Index Plus in Gesundheitseinrichtungen bestätigen für den ärztlichen und Pflegebereich, dass die Tätigkeit als wertvoll und sinnstiftend erlebt wird und durchaus bis zur Pensionierung vorstellbar ist – vorausgesetzt, man lebt einen gesunden Umgang mit den Anforderungen des Schichtdienstes. Als größte Belastungen werden allerdings Personalknappheit und die zunehmende Bürokratie erlebt. Damit gilt es erneut, den Blick auf die Trias aus Selbst- und Führungsverantwortung sowie Abteilungskultur zu lenken: Eine offene und verantwortungsvolle Diskussion im Team zum Thema Krankenstände bildet den Rahmen für einen gesunden Umgang mit Krankheiten und Einschränkungen der Leistungsfähigkeit. Leben Sie besonders als Führungskraft einen gesunden Umgang mit den eigenen Grenzen vor! Gesundheitsziele sollte es schließlich nicht nur auf gesundheitspolitischer oder auf Ebene der Sozialversicherung geben: Jeder kann sich durchaus kleine, realistische und konkrete Gesundheitsziele setzen: statt „mehr Bewegung machen“ heißt es also, sich konkrete Bewegungsaktivitäten im Kalender einzutragen! ❮❮

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