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CliniCum derma 03/2018

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Jahrestagung der

Jahrestagung der Österreichischen Akademie für Dermatologische Fortbildung (OEADF) Chemische Peelings: gute Ergebnisse bei geringen Nebenwirkungen Die Referenten eines Modules befassten sich mit dem Thema Ästhetik: Was ist neu, was modern, was gut?Von Mag. Dr. Barbara Hofer ❙ ❙ „Fruchtsäurepeeling, je nach Konzentration der Säure, hat Potenzial“, hob Univ.-Prof. Dr. Daisy Kopera, Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie, Medizinische Universität Graz, hervor. Ein oberflächliches chemisches Peeling ist sowohl mithilfe von Salicylsäure, Milchsäure als auch Trichloressigsäure möglich, wobei diese Säuren auch gemischt werden können bzw. nacheinander aufgetragen werden. „Hat man mit diesen unterschiedlichen Säuren große Erfahrung, so sind sehr gute Ergebnisse bei geringen Nebenwirkungen möglich“, betonte Kopera. Von Phenolpeelings rät die Expertin jedoch aufgrund der potenziellen kardialen Arrhythmien ab. Ein weiterer Tipp: „Da fette Haut Säuren schneller aufnimmt, sollte vor Anwendung der Säure die Haut entfettet werden, entweder mit Alkohol oder mit Aceton.“ Alpha- Hydroxy-Säuren und Beta-Hydroxy-Säuren eignen sich zur epidermalen Exfoliation. Diese Säuren brechen die Verbindungen zwischen den Hornlamellen auf, eine Keratolyse ist die Folge. Mit höherprozentiger Fruchtsäure oder Trichloressigsäure ist ein mitteltiefes Peeling möglich. Dieses führt zur einer epidermalen Nekrose. Je nach ph-Wert und Konzentration können diese Säuren unter Umständen bis in die papilläre Dermis vordringen. Vorübergehend kann ein Ödem entstehen. Die Expertin führt Peeling-Behandlungen immer in Serie durch, beginnend mit einer vergleichsweise sanften Mischung aus Milchsäure und Salicylsäure, bei jeder nachfolgenden Behandlung in Kombination mit einer stärkeren Trichloressigsäure. Eine Weißverfärbung der Haut (Blanching) zeigt eine Verätzung an – hier ist eine Neutralisierung mittels Mineralwasser- oder Bügelspray bzw. Neutralisierungslösung erforderlich. Da die Hautoberfläche nach dem Peeling sehr stark austrocknet, sollten leichte Feuchtigkeitscremes eingesetzt werden. Behandlungsintervalle Als Behandlungsintervall empfiehlt die Expertin einen Zeitraum von nicht weniger als zwei Wochen, wobei die Anzahl der Sitzungen mehr oder weniger vom Patienten bestimmt wird. Beim oberflächigen Peeling kann es am dritten Tag nach der Behandlung zu einer geringen Abschuppung kommen. Ödeme, Erytheme und Narbenbildung sind jedoch nicht zu erwarten. Dies bedeutet auch, dass keine sogenannte „Down-Time“ zu erwarten ist. Im Unterschied dazu kann es beim mitteltiefen Peeling (Milchsäure, Salicylsäure und anschließender 30%-iger Trichloressigsäure) zu einer starken Schuppung kommen. Bei Einsatz höherprozentiger Trichloressigsäure kann auch ein grau-brauner Schorf entstehen, welcher vorübergehend sehr unästhetisch aussieht. Aber nach spätestens zehn Tagen heilen auch diese unerwünschten Veränderungen ab, erläuterte Kopera. Die Indikationen zum Peeling sind vielfach und reichen von groben Poren, fettigem Glanz der Haut, Hautunreinheiten, Komedonenakne, fahlem Teint, feinen Fältchen, Pigmentstörungen bis hin zu ganz oberflächlichen aktinischen Keratosen, welche mit einem Trichloressigsäure- Peeling gut behandelt werden können. Das medizinische Needling wird zwar seit Jahren zur Behandlung von Akneund Verbrennungsnarben, bei dehiszenten und hypertrophen Narben, Keloiden, Poikilodermien, Hyperpigmentierungen, Melasma, Striae distensae und auch in der Hautverjüngung eingesetzt. Die Studienlage ist begrenzt, mit geringen Fallzahlen. Möglicherweise ist das Needling aber eine sinnvolle Ergänzung zu anderen Behandlungsmethoden, mit vielen Kombinationsmöglichkeiten, wenig Aufwand, minimalem Risiko, so das Fazit von Kopera. Zu erwähnen ist auch, dass Nadeln mit einer Länge von bis zu 0,5 Millimeter auch in Kosmetikinstituten eingesetzt werden dürfen. Nur längere Nadeln sind Ärzten vorbehalten. Nicht chirurgische Fettreduktionsmethoden Nicht chirurgische Fettreduktionsmethoden werden in Hülle und Fülle angeboten und reichen von der Cryolipolyse, Injektionslipolyyse, HF-Ultraschall, Soft-Laser, 980nm Diodenlaser, Radiofrequenz, Schallwellen, Carboxytherapy, Endermolyse bis hin zu Nahrungsergänzungsmitteln. Insgesamt gibt es aber diesbezüglich derzeit noch wenig wissenschaftliche Evidenz. Momentan ist die Cryolipolyse ein Hype in der ästhetischen Medizin, mit hoher Kundenzufriedenheit, so die Expertin. Sie aktiviert angeblich Adipokine und Adiponektine, und damit könne es zur Reduktion von Fettgewebe kommen. Große aussagekräftige Studien gibt es dazu jedoch noch nicht. „Der Goldstandard zur Fettreduktion ist nach wie vor die Liposuktion in Tumeszenzanästhesie“, so Kopera. Jahrestagung der Österreichischen Akademie für Dermatologische Fortbildung (OEADF), Wien, 31.5.–1.6.18 Platelet Rich Plasma (PRP) PRP, ein Zentrifugat aus Vollblut, wird seit einiger Zeit in zahlreichen Bereichen der Medizin eingesetzt. Die Anwendung ist ungefährlich und zeigt keine irreversiblen Nebenwirkungen, erläuterte Kopera. Jedoch ist die Datenlage zur Wirksamkeit derzeit äußerst begrenzt. Take Home Message Als Take Home Message gibt die Expertin zu Bedenken: „Gerade bei ästhetischen Behandlungen ist es extrem wichtig, die Patienten aufzuklären und den Ablauf des Eingriffs exakt zu schildern. Mögliche Nebenwirkungen müssen unbedingt dargelegt werden, selbst auf die Gefahr hin, dass der Patient die Behandlung dann ablehnt.“ ❙ 26 derma CC 3/18

Cellfina ® Innovation in der Cellulite-Behandlung Promotion Mit November 2017 wurde in Österreich das einzigartige Cellfina ® -Verfahren lanciert, das strukturelle Cellulite endgültig gezielt behandelt. Cellfina ® ist eine minimal-invasive Methode zur Behandlung von struktureller Cellulite mit langfristigem Ergebnis. Die minimal-invasive Methode Cellfina® aus den USA behandelt strukturelle Cellulite mit langfristigem Ergebnis. Cellulite ist nicht gleich Cellulite Cellulite ist nicht gleich Cellulite und hat drei Ursachen: weiche Haut oder schlaffes Bindegewebe, vermehrtes Fettgewebe und strukturelle Bindegewebsstränge. Dieses Wissen macht es möglich, die lästigen Dellen noch gezielter und erfolgreicher zu behandeln. Cellfina® wirkt gezielt an den Bindegewebssträngen, die für die Cellulite-typischen Dellen verantwortlich sind. Die eigentliche strukturelle Ursache von Cellulite ist anatomisch bedingt und ein Ergebnis von verkürzten bzw. verhärteten Bindegewebssträngen. Cellfina® ist eine gut verträgliche, minimalinvasive Behandlung, entwickelt von Ulthera, Inc., Merz in den USA, und ermöglicht es, strukturelle Cellulite dauerhaft zu reduzieren. Die Zulassung durch die amerikanische Zulassungsbehörde FDA und die CE-Zertifizierung in der EU gewährleisten eine hohe Behandlungssicherheit. Dieses bahnbrechende Verfahren im Bereich der Cellulite-Behandlung steht für Präzision, langanhaltende Ergebnisse und eine hohe Patientenzufriedenheit. Mittels eines kleinen Eingriffs unter lokaler Betäubung werden die Bindegewebsfasern, die direkt unter der Haut liegen und tiefe Dellen verursachen, mit einem Mikromesser durchtrennt. Die Haut und auch das darunterliegende Fettgewebe werden mittels Vakuum angesaugt und in einer konstanten Position gehalten. Mit einer langen Kanüle, die seitlich zahlreiche Öffnungen hat, wird ein Lokalanästhetikum in die Haut eingeschleust. Im Anschluss führt der behandelnde Arzt eine bewegliche motorisierte Mikroklinge über das Vakuum-Handstück in das Gewebe ein und durchtrennt die betreffenden Bindegewebsfasern in einer Tiefe von 6mm oder 10mm. Im Anschluss wird das Vakuum gelöst und der Vorgang an weiteren betroffenen Stellen wiederholt. Die Behandlung dauert rund 60 bis 90 Minuten, je nachdem wie viele Areale zu behandeln sind. „Wir befinden uns in einer neuen Ära, denn vor Cellfina® war Cellulite nicht behandelbar“, meint Dr. Rolf Bartsch, Wien. Mit freundlicher Unterstützung von Merz Pharma Austria GmbH Langfristige Ergebnisse Ergebnis: das Gewebe entspannt sich, polstert sich von innen auf, die Dellen verschwinden, und die Haut wird deutlich glatter. Erste Ergebnisse sind sofort sichtbar. 93 Prozent der Patientinnen sind laut amerikanischer Studien auch noch drei Jahre danach mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Geeignet bei struktureller Cellulite Nicht jede Patientin ist für das Cellfina®-Verfahren geeignet. Der Twist- Test ermöglicht es, an sich selbst zu testen, ob man für dieses neue Verfahren geeignet ist. Vor dem Spiegel stehend dreht man sich um 180° nach hinten und kneift die Dellen horizontal zusammen. Bleibt die Delle komplett bestehen, ist sie strukturell und somit für die Cellfina-Behandlung bestens geeignet. Die richtige Einschätzung des Arztes, seine langjährige Erfahrung und eine korrekte Anwendung sind essenziell. Nur durch das perfekte Zusammenspiel von Mensch und Maschine werden optimale Ergebnisse erzielt. Fact-Box Die Anwendung ist ambulant. Die Behandlungsdauer liegt zwischen 60 bis 90 Minuten (je nach Areal). Ausfallzeit gibt es so gut wie keine, es können leichte Schwellungen oder blaue Flecken über mehrere Tage bestehen bleiben. Erste Ergebnisse sieht man bereits ab dem dritten Tag, die über Jahre konstant bleiben. Die Kosten liegen bei 2.500 bis 3.900 Euro.

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