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CliniCum derma 03/2018

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26. Fortbildungswoche

26. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie (FOBI) pAVK, Dermatoskopie und Diagnostik der Sklerodermie, Östrogen und Falten Eine relevante Auswahl der bei der Fortbildungswoche für Dermatologie und Venerologie in München vorgestellten Daten. Von Dr. Susanne Kammerer ■■pAVK: mehr Gehtraining – weniger operieren Im Kurs Wundmanagement brach Priv.-Doz. Dr. Ingo Stoffels, Venenzentrum Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsklinikum Essen, eine Lanze für ein konservatives Vorgehen bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK). Insgesamt wird die Ernsthaftigkeit dieser Erkrankung noch immer unterschätzt: So ist ihre Fünf-Jahres-Prognose ungünstiger als diejenige von Frauen mit einem Mammakarzinom oder einem Hodgkin-Lymphom. Häufig wird die Diagnose auch zu spät gestellt. Zwar imponiert eine pAVK am häufigsten durch Schmerzen im Unterschenkel und Vorfuß, doch diese können auch die Glutealmuskulatur betreffen: „Denken Sie daran, dass Schmerzen im Gesäß auch einmal eine pAVK sein können“, riet PD Stoffels. Therapeutisch geht es darum, Risikofaktoren wie das Rauchen, einen erhöhten Blutdruck oder schlecht eingestellte Blutzuckerwerte zu minimieren. Das Rauchen steht an erster Stelle, denn selbst eine einzelne Zigarette bewirkt nach Ausführung von PD Stoffels einen messbaren Unterschied in der Durchblutung der Akren. Die Indikation zur Lipidsenkung sollte großzügig gestellt werden, das LDL- Cholsterin muss unter

enten aus der QW-Gruppe und 38,6 Prozent derer aus der Q2W-Gruppe eine Juckreizerleichterung um ≥3 Punkte in der täglichen Pruritus-NRS. Das Sicherheitsprofil von Dupilumab wurde als gut bewertet, wobei die häufigsten unerwünschten Ereignisse Exazerbationen der AD, Nasopharyngitiden und lokale Reaktionen an der Applikationsstelle waren. Silverberg JI, Eckert L, Ardeleanu M et al.: Dupilumab führt zu einer raschen klinischen Verbesserung des Juckreizes bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis. Poster ■■Dermatoskopie effizient in der Sklerodermiediagnostik Die Beurteilung der Mikrozirkulation durch Nagelfalz hat mehr und mehr Bedeutung in der Diagnostik der systemischen Sklerodermie (SSc) erfahren. Die Untersuchung der Patienten auf die typischen Veränderungen im Kapillarmuster kann dabei mit unterschiedlichen Methoden erfolgen, zu denen auch die Dermatoskopie gehört. In der neu vorgestellten Studie galt es, die Effizienz dieses Verfahrens zu prüfen. Bei 20 Patienten wurden bis auf die Daumen alle Finger beider Hände in einem festgelegten Ablauf untersucht: Der initialen Fotoaufnahme folgten Bildbearbeitung und Vergrößerung. Mit zehnfacher Vergrößerung gelang der Beweis der typischen Kapillarveränderungen bei allen SSc-Patienten. In 16 Fällen lag eine limitierte, in zwei Fällen eine undifferenzierte und in weiteren zwei eine diffuse systemische Sklerose vor. Alle Patienten wiesen eine verringerte Dichte der Kapillaren auf. Dilatierte Gefäße stellten die häufigste Gefäßalteration dar (90%), gefolgt von Megakapillaren (80%), Mikrohämorrhagien (75%) und Neoangiogenese (15%). Die jeweiligen Veränderungen wurden in „früh“, „aktiv“ und „spät“ unterschieden. Frühe SSc-Muster zeigten sich in 15 Prozent der Fälle, aktive bei 60 Prozent und späte bei 25 Prozent der Studienteilnehmer. Als Vorteil der Dermatoskopie wurde zudem die Möglichkeit der Bildspeicherung gesehen, die eine Verlaufsbeurteilung ermöglicht. Insgesamt beurteilten die Studienleiter das Untersuchungsverfahren als gut durchführbar und wirkungsvoll. Es ist kostengünstig und nicht invasiv, was als weiterer Vorteil für die Aufnahme in die Routinediagnostik zu sehen ist. Homayoon D, Aberer E.: Implementierung der Kapillarmikroskopie mittels Dermatoskopie für die Routinediagnostik bei Sklerodermie. Poster ■■Hormoncremes für die Altershaut Die positive Auswirkung von Östriol-haltigen Cremes zur Besserung von Alterserscheinungen der Haut ist nach Ausführung von Prof. Dr. Christiane Bayerl, Direktorin der Klinik für Dermatologie und Allergologie der Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden, gut dokumentiert: Die Zunahme von Kollagen konnte in einer frühen Untersuchung auch histologisch dokumentiert werden.* Rationale für die lokale Anwendung von Cremes zur Behandlung von Alterserscheinungen der Haut ist die Tatsache, dass diese ein hormonaktives Organ ist. Alterserscheinungen machen sich bei Frauen daher vor allem mit Eintritt der Menopause bemerkbar, denn auf vielen Zellen wie Keratinozyten, Fibroblasten und Gefäßendothelien finden sich Östrogenrezeptoren. Sinkt das 17beta-Östradiol in der Menopause, wird beispielsweise im Sebozyten der Östrogenrezeptor ER-alpha nicht ausreichend adressiert, die Lipidsynthese nimmt ab, und es kommt zu der für die Altershaut typischen Trockenheit. Der 17beta-Östradiol- Abfall führt außerdem zu einer reduzierten Fibroblastenproliferation und in der Folge auch über eine Aktivierung von Matrix-Metallo-Proteinasen zum Abbau von Kollagen und Faltenbildung. Durch die Anwendung von lokalen Östrogencremes kann eine Verbesserung der Hauttrockenheit sowie eine Zunahme der Kollagenneogenese erreicht werden. Die günstigen Effekte des topischen 17beta-Östradiol erklären sich nach Ausführung von Bayerl unter anderem durch die Herabregulierung von Matrix-Metallo-Proteinasen, so dass weniger Kollagen abgebaut wird. Dadurch kommt es zu einer besseren Verzahnung von Ober- und Unterhaut und vermehrter Hautdicke mit erhöhter Bildung elastischer Fasern und günstigerer Keratinozytenproliferation. Die Furcht vor systemischen Effekten ist bei einmal täglicher Anwendung handelsüblicher Östradiolpräparate unbegründet: „Zur Sicherheit sollte die Konzentration unter 0,01% Östradiol bleiben, dann erhalten Sie auch keine nachweisbaren Blutspiegel“, erklärte Bayerl. Solche Cremes sollten möglichst früh nach Einsatz der Wechseljahre verabreicht werden. „Topische Behandlung der Altershaut“, Plenarsitzung *Schmidt JB, Binder M, Demschik G et al.: Treatment of skin aging with topical estorgens. Int J Dermatol 1996; 35:669–74 ■■Auch nach genitalen Psoriasis- und Urtikariaherden fragen Wie sehr beeinflussen genitale Herde bei Psoriasis (PSO) oder chronischer Urtikaria (CU) die Lebensqualität der Betroffenen und wie offen wird darüber gesprochen? Das war eine Frage, der die Forschergruppe um PD Dr. Petra Staubach, Universitäts-Hautklinik Mainz, nachging. Dazu wurden jeweils 100 Patienten interviewt, die mit PSO oder CU ambulant in der Klinik betreut wurden, sowie 50 Kontrollpersonen. In dem verwendeten Fragebogen stand die Prävalenz genitaler Symptome, deren Einfluss auf die Lebensqualität und die diesbezügliche Arzt-Patienten-Beziehung im Fokus. Der Befragung zufolge sind genitale Symptome bei beiden Krankheitsbildern häufig: Von allen 250 Befragten gaben 59,6 Prozent an, schon einmal unter Symptomen im Genitalbereich gelitten zu haben. Bei den Psoriatikern waren 70 Prozent und bei den CU-Erkrankten 58 Prozent betroffen. Aber auch bei der Vergleichsgruppe bejahten die Frage 42 Prozent. Insgesamt traten Genitalsymptome umso häufiger auf, je länger die Krankheit bestand. Die größte Auswirkung auf die Lebensqualität ergab sich bei den Patienten mit PSO. Besonders bemerkenswert war, das 78,8 Prozent der CU- Patienten und 80 Prozent der Kontrollen nie zuvor von ihrem Arzt gefragt worden waren, ob genitale Probleme bestanden. Bei den Psoriatikern traf dies auf deutlich weniger Patienten zu (57,6%). Auch zeigte sich eine eingeschränkte Bereitschaft der Patienten, ihrem Arzt von sich aus über Genitalsymptome zu berichten. 29,9 Prozent der Teilnehmer mit CU hätten nie proaktiv darüber gesprochen, deutlich weniger als bei PSO (13,0%) oder den Kontrollen (8,0%). In der Gesamtbeurteilung sprachen sich die Untersucher dafür aus, dass genitale Symptome als Einflussfaktor auf die Lebensqualität in die Angaben über Therapieerfolge von Patienten und Ärzten aufgenommen werden sollten. ❙ Staubach P, Plavic N, Peveling-Oberhag A et al.: Symptoms of psoriasis and chronic urticaria in the genital area 26. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie, München, 24.–28.7.18 3/18 CC derma 29

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