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CliniCum derma 03/2018

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Anual Congress of the

Anual Congress of the European League Against Rheumatism (EULAR) 2018 Neues zur Psoriasis-Arthritis Auf dem diesjährigen Kongress der „European League Against Rheumatism“ (EULAR) in Amsterdam trafen sich wieder einmal Tausende Teilnehmer aus aller Welt, um die neuesten Forschungsergebnisse und Trends zu diskutieren. Nachfolgend eine Themenauswahl zu neuen Erkenntnissen, die für Dermatologen mit Psoriasispatienten relevant sind. Von Dr. Susanne Kammerer ■■Zukünftiger Erfolg bei Psoriasis-Arthritis mit Risankizumab? Risankizumab (RZB) ist ein humanisierter, monoklonaler IgG1-Antikörper, der selektiv an die p19-Untereinheit von Interleukin(IL)-23 bindet und diese inhibiert. 1 IL-23 ist ein Schlüsselregulator mit wichtigem Einfluss auf die Pathogenese von Psoriasisläsionen, Synovitis, Enthesitis und Knochenerosionen. Die vorgestellte Phase-2-Doppelblindstudie mit Paralleldesign testete über 24 Wochen verschiedene Dosierungen von RZB auf ihre Wirksamkeit und Sicherheit bei 185 Patienten mit Psoriasis- Arthritis (PsA). Zunächst erfolgte eine Randomisierung auf fünf Studiengruppen: Arm 1 erhielt 150mg RBZ in Woche 0, 4, 8, 12, 16, Arm 2 150mg in Woche 0, 4 und 16, Arm 3 150mg in Woche 0 und 12, Arm 4 eine singuläre Dosis mit 75mg RBZ in Woche 0, und Arm 5 bekam ein passendes Placebo. Die Nachbeobachtungszeit dauerte bis zur 32. Woche. Patienten, die die Woche 24 abschlossen, konnten darüber hinaus an einer offenen Verlängerungsstudie teilnehmen. Die Wirksamkeit wurde über verschiedene Scores ermittelt. Dazu gehörten ACR (American College of Rheumatology) 20/50/70, „Psoriasis Area and Severity Index“ (PASI), minimale Krankheitsaktivität (MDA), DAS28 (CRP), Anzahl von Daktylitiden, SPARCC Enthesitis Index, visuell-analoge Schmerzskala (VAS), Funktionsfragebogen (HAQ-DI), mTSS (modified total Sharp) Score. 93,5 Prozent der Patienten wurden bis zur 16. Woche komplett mit RZB behandelt. 78,4 Prozent nahmen ab Woche 24 an der offenen Verlängerungsstudie teil. In einer gepoolten Analyse zeigten alle Patienten der vier Verumgruppen ein signifikant besseres ACR-Ansprechen als die Studienteilnehmer aus der Placebogruppe. Auch die Verbesserung von MDA, DAS28 und VAS waren unter RZB in Woche 24 dem Placebo statistisch bedeutsam überlegen. Insgesamt betrachtet führte die Therapie mit Foto: Susanne Kammerer 30 derma CC 3/18

RBZ bei PsA-Patienten zu einer Symptomverbesserung an Haut und Gelenken. Es gab auch Anzeichen einer Hemmung der radiologisch-nachweisbaren Progression. Die Therapie mit RBZ wurde gut vertragen. Die behandlungsbedingten Nebenwirkungen waren innerhalb der Studienarme vergleichbar. Es traten keine neuen oder unerwarteten Nebenwirkungen auf. Insbesondere gab es weder therapiebedingte Todesfälle noch Tuberkuloseerkrankungen. ■■Massenspektrometrie: zwischen Psoriasisund rheumatoider Arthritis differenzieren Besonders zu Beginn der Erkrankung können sich die Anzeichen von rheumatoider Arthritis (RA) und Psoriasis-Arthritis stark ähneln und damit zu einer diagnostischen Herausforderung werden. 2 Beide Krankheiten führen unbehandelt zu irreversiblen Gelenkschädigungen. Die richtige Diagnose ist wichtig für eine angemessene Therapieplanung. In der aktuellen Untersuchung sollte geklärt werden, ob sich die Massenspektrometrie dazu eignet, um spezielle Lipide und Metabolite in der Synovialmembran zu finden, die zum Entzündungsprozess beitragen und potenziell zwischen RA und PsA unterscheiden können. Innerhalb der Studie wurden synoviale Biopsien von 25 Patienten mit PsA und 21 mit RA (16 seropositiv/5 seronegativ) sowie zehn von Patienten mit nicht determinierter Arthritis untersucht. Es erfolgte eine Matrix-unterstützte Laser-Desorption/Ionisation und eine Extraktion von Lipiden und Metaboliten. Mithilfe einer multivariaten Datenanalyse wurde sodann nach Lipiden und Metaboliten gesucht, die zwischen den Gruppen stark differieren. Im Ergebnis ließen sich die Patienten mit PsA und RA gut unterscheiden. Dies galt besonders, wenn eine seropositive RA vorlag. Die Synovia von PsA-Patienten enthielt insgesamt mehr Lipide als die von Patienten mit RA. Diese waren besonders Phospo- und Sphingolipide, die teilweise spezifische Gewebelokalisationen aufwiesen. Auch der Gehalt an Phosphatidylinositol und Phosphorsäure differierte zwischen den Gruppen deutlich und machte die Unterscheidung zwischen den Erkrankungen möglich. Bei den Metaboliten ergab sich eine Ungleichheit der Zucker N-Acetylhexosamin-6-Sulfat, Glucuronsäure-1-Phosphat und N-Acetylneuraminsäure. Diese traten bei RA stärker auf als bei PsA. Die neuentdeckten, massenspektrometrischen Differenzierungsmöglichkeiten könnten also in Zukunft die klinische Diagnosefindung unterstützen. ■■Tildrakizumab erfolgreich nach TNF-Blocker-Versagen Patienten, die auf Biologika unzureichend oder gar nicht ansprechen, benötigen therapeutische Alternativen. 3,4 Eine aktuelle Studie untersuchte dazu den möglichen Erfolg einer Umstellung auf Tildrakizumab (TIL) bei Patienten mit Psoriasis, die sich unter Etanercept (ETN) nicht zufriedenstellend gebessert haben. TIL ist ein humanisierter, monoklonaler Antikörper gegen IL-23p19. Innerhalb der dreiteiligen reSURFACE-2-Studie mit insgesamt 1.090 Patienten wurde die Wirkung von TIL über 52 Wochen an Patienten mit Psoriasis untersucht. Die Teilnehmer der Studie waren alle mindestens 18 Jahre alt und litten unter chronischer, mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis. Betroffen war eine Körperoberfläche (BSA) von ≥10%, der „Physician‘s Global Assessment Score“ (PGA) betrug ≥3 und der PASI lag bei ≥12. Im ersten Teil der Studie, der bis zu Woche 12 lief, erhielten die Patienten TIL subkutan in einer Dosierung von 200mg oder 100mg bzw. ein Placebo in Woche 0 und 4. Diejenigen, die zur ETN-Therapie randomisiert worden waren, bekamen 50mg des Wirkstoffs zweimal pro Woche. Der zweite Studienabschnitt erstreckte sich bis Woche 28. Während dieser Zeit wurde die Therapie von TIL und ETN unverändert fortgesetzt, während die Placebo-Patienten auf 100mg oder 200mg TIL re-randomisiert wurden. In Woche 28 hatten von den 313 Patienten in der ETN-Gruppe 39 nicht und 83 nur partiell auf die Therapie reagiert. Non-Responder wurden dabei definiert als PASI

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