Aufrufe
vor 11 Monaten

CliniCum derma 03/2018

  • Text
  • Patienten
  • Behandlung
  • Therapie
  • Derma
  • Humira
  • Woche
  • Guselkumab
  • Anwendung
  • Dermatologie
  • Wochen
  • Medonline.at

Omalizumab (Xolair ® ):

Omalizumab (Xolair ® ): Urtikaria Schnelle Symptomkontrolle ist wichtig Die chronisch spontane Urtikaria (csU) ist durch das spontane, unberechenbare Auftreten von quälendem Juckreiz, Quaddeln und/oder Angioödemen charakterisiert und kann für die betroffenen Patienten mit einer großen Belastung sowie Einschränkung der Lebensqualität und Leistungsfähigkeit verbunden sein. 1 Mit Zulassung von Omalizumab zur Therapie der csU steht aber mittlerweile für Erwachsene und Jugendliche ab zwölf Jahren bei unzureichendem Ansprechen auf eine Behandlung mit H1-Antihistaminika eine wirksame Therapieoption zur Verfügung. Von Mag. Dr. Barbara Hofer ❙❙ Definitionsgemäß liegt eine csU vor, wenn Quaddeln und/oder Angioödeme mit und ohne bekannter Ursache über einen Zeitraum von mindestens sechs Wochen spontan auftreten. 1 Dabei bestehen die einzelnen Quaddeln nicht länger als 24 Stunden, können aber an einer anderen Lokalisation erneut auftreten. 1 Ergebnisse der prospektiven nicht interventionellen Studie AWARE („A World-wide Antihistamine-Refractory chronic urticaria patient Evaluation“) zur csU zeigen, dass die Patienten ihre Urtikaria-Erkrankung in der Regel als große Belastung beschreiben. 2 49 Prozent der AWARE-Studienpatienten leiden unter Angioödemen, und drei von zehn Patienten benötigten aufgrund schwerer csU-Schübe mehrfach einen Notarzt oder eine Hospitalisierung, berichtete Prof. Dr. Petra Staubach, Oberärztin der Universitäts-Hautklinik Mainz, Deutschland. Neue internationale Leitlinien Da eine csU ohne erkennbaren Auslöser auftritt, sollte primär ihre Behandlung und nicht eine langwierige, manchmal erfolglose Ursachenforschung im Vordergrund stehen. 1 „Parallel zur Ursachensuche ist von Beginn an eine ausreichende symptomatische Therapie der Erkrankung von größter Bedeutung“, betonte daher die Expertin. Die standardisierte Erfassung der Krankheitsaktivität mittels Urtikaria-Aktivitätsscore (UAS) und dem Angioödem-Aktivitätsscore (AAS) wird in den aktualisierten Leitlinien vor Medikationsbeginn und während der Therapie empfohlen, um im Krankheitsverlauf das Ansprechen objektiv beurteilen zu können. 1 Additiv sollte auch die Lebensqualität mittels CU-QoL plus allgemein der Urticaria Control Test bestimmt werden. Symptomatische Therapie nach Stufenschema In den neuen internationalen Urtikaria-Leitlinien wird erstmals die patientenindividuelle Behandlung mit dem Therapieziel der vollständigen Beschwerdefreiheit bei csU definiert. Durch eine Stufentherapie soll dies erreicht werden. Wie schon in der Vergangenheit empfehlen die aktualisierten Leitlinien für die Behandlung von Erwachsenen und Kindern als Therapie der ersten Wahl moderne Antihistaminika der zweiten Generation in der zugelassenen Dosierung. Führt die Gabe des Antihistaminikums zu keiner Besserung der Symptome, so kann in einem weiteren Schritt dessen Dosis bis auf das Vierfache der Standarddosierung erhöht werden. 1 „Wichtig für die tägliche Praxis ist es, bei unzureichender Wirkung die Tagesdosis schnell zu steigern“, hob die Expertin hervor. Tritt nach zwei bis vier Wochen Antihistaminika-Therapie keine ausreichende Wirkung ein, so ist mittlerweile bereits nach diesem Zeitraum die Augmentierung auf Omalizumab (300mg alle vier Wochen) möglich. Dies ist eine wesentliche Neuerung im Behandlungsablauf: In der Vergangenheit wurde bei nicht ausreichendem Ansprechen auf Antihistaminika der zweiten Generation nach bis zu vier Woche die additive Gabe von Behandlungsalgorithmus bei chronischer Urtikaria H 1 -Antihistaminikum der zweiten Generation Wenn keine ausreichende Kontrolle (nach 2–4 Wochen oder früher, bei starken Beschwerden) Erhöhung der Dosis (bis zu 4-fach) Wenn keine ausreichende Kontrolle (nach 2–4 Wochen oder früher, bei starken Beschwerden) zusätzlich zu H 1 -Antihistaminikum der zweiten Generation: Omalizumab Wenn keine ausreichende Kontrolle (nach sechs Monaten oder früher, bei starken Beschwerden) zusätzlich zu H 1 -Antihistaminikum der zweiten Generation: Cyclosporin A Quelle: adaptiert nach Zuberbier T et al., Allergy 2018 Omalizumab, Cyclosporin A (CyA) oder eines Leukotrienantagonisten empfohlen. Mittlerweile wird aber in den aktualisierten Leitlinien CyA nur mehr nach nicht ausreichendem Ansprechen auf Omalizumab nach einem Zeitraum von ca. sechs Monaten empfohlen. Omalizumab: schnelle Wirksamkeit Die Wirkung von Omalizumab bei der Behandlung der Urtikaria ist rasch zu erwarten. In der XTEND-Studie 3 waren in der 24-wöchigen Open-Label-Behandlungsphase (205 Patienten) bereits nach vier Wochen 38,2 Prozent der Patienten fast beziehungsweise 17,6 Prozent der Patienten vollständig beschwerdefrei. Im Behandlungsverlauf stieg der Anteil der Patienten, die auf die Therapie ansprachen, weiter an. Auch nach drei Monaten bis zum sechsten Monat wurde bei weiteren 14,2 Prozent beziehungsweise 15,2 Prozent der Patienten noch eine gute bzw. komplette Symptomkontrolle erreicht. Wirksamkeit nach Wiederaufnahme Auch eine Wiederaufnahme der Behandlung bei Relapse nach Absetzen von Omalizumab scheint ohne Wirkungsverlust möglich zu sein, so die Ergebnisse der OPTIMA-Studie. Die erneute Symptomkontrolle (UAS7 ≤6) erreichten 89,2 Prozent der mit 300mg Omalizumab behandelten Patienten innerhalb von drei Monaten nach erneutem Behandlungsbeginn. 4 ● 1 Zuberbier T et al., Allergy 2018; 73(7):1393–414 2 Maurer M et al., Clin Exp Allergy 2017; 47(5):684–92 3 Maurer M et al., J Allergy Clin Immunol 2018; 141(3):1138–39 e7 4 Sussman G et al., Poster 468, EAACI 2017 „Die neuen Urtikaria Guidelines in der täglichen Praxis“, Vortrag im Rahmen des Novartis Symposiums, Österreichische Akademie für Dermatologische Fortbildung (OEADF), Wien, 1.6.18 AT-Nr. AT1809880679 Fachkurzinformation siehe Seite 36 ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG 32 derma CC 3/18

Guselkumab (Tremfya ® ) bei Plaque-Psoriasis Erster zugelassener IL-23-Inhibitor Guselkumab ist die erste Therapie, die selektiv auf Interleukin(IL)-23 zielt, und wurde kürzlich für die Behandlung erwachsener Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, die für eine systemische Therapie infrage kommen, in der EU zugelassen. Von Mag. Dr. Barbara Hofer ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG PHAT/GUS/0718/0001 Fachkurzinformation siehe Seite 36 ❙❙ Der voll humane, monoklonale IgG1λ- Antikörper (mAk) Guselkumab ist das erste zugelassene Biologikum, welches mit hoher Spezifität und Affinität selektiv an das IL- 23-Protein bindet. 3 IL-23 ist entscheidend für die Entzündungsantwort des Immunsystems bei Psoriasis. 1,2,3,5 Indem Guselkumab selektiv die p19-Untereinheit von IL-23 blockiert, greift der Wirkstoff früh in die Entzündungskaskade ein. Hohe Ansprechraten in den Zulassungsstudien Die Wirksamkeit und Sicherheit von Guselkumab wurde in drei randomisierten, doppelblinden, aktivkontrollierten Phase-III- Studien an erwachsenen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, die für eine Phototherapie oder systemische Therapie infrage kamen, beurteilt. In die beiden zulassungsrelevanten Studien VOYAGE 1 und 2 wurden 837 bzw. 992 Patienten eingeschlossen. Die Patienten wurden jeweils randomisiert auf die subkutane Behandlung mit Guselkumab (je 100mg in Woche null, Woche vier und anschließend alle acht Wochen), die Behandlung mit dem TNF-a-Antikörper Adalimumab (80mg in Woche null, 40mg in Woche eins, danach alle zwei Wochen 40mg) und Placebo. Verglichen gegenüber Placebo und Adalimumab zeigte Guselkumab eine überlegene PASI 90 über zwei Jahre Anteil der Patienten (%) 100 80 60 40 20 0 4 80,2 53,0 46,1 Wirksamkeit über alle primären und sekundären Endpunkte hinweg. Bereits nach 16 Wochen zeigte sich eine nennenswerte Verbesserung des Hautzustands: PASI 90 (Psoriasis Area and Severity Index) unter Guselkumab 73,3 bzw. 70,0 Prozent vs. 49,7 bzw. 46,8 Prozent unter Adalimumab (p

ärztemagazin

Medical Tribune