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CliniCum derma 03/2018

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derma | literatur Melanom I Postoperativer Prädiktor für Rezidive Bei Patienten mit reseziertem Stadium-II/ III-Melanom entwickeln sich häufig Fernmetastasen. Derzeit ist es jedoch noch nicht möglich zu differenzieren, welche Patienten mit hoher Wahrscheinlichkeit nach chirurgischer Resektion geheilt sind und welche Patienten ein Rezidiv erleiden werden. Untersucht wurde daher, ob zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA) einen Relapse bzw. das Überleben von Patienten mit reseziertem Melanom prognostizieren kann. Dazu wurde im Rahmen einer retrospektiven Subgruppenanalyse der „Adjuvant bevacizumab in patients with melanoma at high risk of recurrence“(AVAST-M)-Studie das Plasma von 161 Hochrisiko-Melanompatienten (Stadium-II/III) nach Resektion mittels digitaler Polymerase-Kettenreaktion (PCR) im Hinblick auf den BRAF- oder NRAS-Mutationsstatus analysiert. Mutierte BRAF oder NRAS ctDNA (>/=1 Kopie mutierter ctDNA) wurde in 15/132 (11%) der BRAF-mutierten Patientenproben detektiert, und in 4/29 (14%) der NRASmutierten Patinetenproben. Patienten mit detektierbarer ctDNA hatten im Unterschied zu jenen Patienten mit nicht detektierbarer ctDNA sowohl ein vermindertes krankheitsfreies Intervall (HR: 3,12; 95% KI: 1,79–5,47; p

Humane Papillomviren (HPV) Wirksamkeit der HPV-Impfung Persistierende Infektionen mit Hochrisiko- HPV-Typen (hrHPV) sind assoziiert mit der Entwicklung eines Cervixkarzinoms und dessen Vorstufen. Die HPV-Typen 16 und 18 verursachen in etwa 70 Prozent aller weltweit auftretenden Cervixkarzinome. Im Rahmen einer systematischen Cochrane- Analyse wurde die Wirksamkeit der HPV- Impfung anhand von 26 eingeschlossenen Studien (73.428 Probanden) beurteilt. Zehn Studien mit einem Nachbeobachtungszeitraum zwischen 1,3 und acht Jahren analysierten die Wirksamkeit in Bezug auf zervikale intraepitheliale Neopla sien/Adenokarzinoma in situ (CIN/AIS). Die Sicherheit der Impfung wurde in 23 Studien über einen Zeitraum von sechs Monaten bis zu sieben Jahren evaluiert. Sowohl monovalente, (n=1), bivalente (n=18) als auch quadivalente Impfstoffe (n=7) wurden in den Studien untersucht. Das Alter der meisten Frauen in den Studien war geringer als 26 Jahre. Bei Frauen ohne vorangegangener hrHPV- Infektion verringern die HPV-Impfstoffe das Risiko für eine HPV16/18-assoziierte Krebsvorstufe von 164 auf zwei je 10.000 Frauen. Das Risiko für jegliche Arten von Vorstufen des Cervixkarzinoms konnte von 287 auf 106 je 10.000 Frauen verringert werden. Bei Frauen ohne vorangegangener HPV16/18- Infektion, die jünger als 25 Jahre alt sind, verminderten HPV-Impfstoffe das Risiko für eine HPV16/18-assoziierte Krebsvorstufe von 113 auf sechs je 10.000 Frauen. Den Anteil von Frauen mit einer Krebsvorstufe jeglicher Art konnte in dieser Patientengruppe von 231 auf 95 je 10.000 Frauen gesenkt werden. Bei Frauen älter als 25 Jahre konnte die Anzahl der reduzierten HPV16/18-assoziierten Krebsvorstufen von 45 auf 14 je 10.000 Frauen vermindert werden (hier nur moderate Qualität der Evidenz). Werden alle Frauen, mit oder ohne vorangegangener HPV-Infektion, betrachtet, so vermindert die HPV-Impfung das Risiko für HPV16/18-assoziierte Krebsvorstufen von 341 auf 157 je 10.000 und für eine Krebsvorstufe jeglicher Art von 559 auf 391 je 10.000 (dies gilt für alle Frauen, die im Alter von 15 bis 26 Jahre geimpft wurden). Bei älteren Frauen ist die Wirkung des HPV-Impfstoffes geringer. Fazit. Die HPV-Impfung schützt vor zervikalen Präkanzerosen. Das Ausmaß des Schutzes hängt jedoch vom Alter und vom HPV-Status der Frauen ab. Übersicht Art der Studie: Metaanalyse Art der Analyse: deskriptive Statistik Probanden: 73.428 ■ Arbyn M et al.: Prophylactic vaccination against human papillomaviruses to prevent cervical cancer and its precursors. Cochrane Database Syst Rev 2018; 5:CD009069 Plattenepithelkarzinom UV-Exposition im Berufsleben wichtig Das Plattenepithelkarzinom (squamous cell carcinoma, SCC) ist eine der häufigsten Malignomformen. Präventionsstrategien zielen derzeit noch primär darauf ab, die Belastung durch ultraviolettes (UV) Licht in der Freizeit zu verringern. Jedoch ist sowohl der Einfluss der beruflichen UV-Exposition als auch der privaten auf die Entwicklung eines SCC derzeit noch weitgehend unklar. In einer multizentrischen, populationsbasierten Fall-Kontroll-Studie wurde daher die Assoziation zwischen beruflicher und privater UV-Exposition und der Entwicklung eines SCC untersucht. Die Annahme der Studienautoren war, dass eine hohe berufliche UV-Exposition das Risiko für SCCs erhöht. 632 konsekutive SCC-Patienten wurden in diese deutschlandweite Studie eingeschlossen, zusätzlich 996 populationsbasierte Kontrollen ohne Hautkrebs in der Anamnese. Als Ergebnis zeigte sich, dass die berufliche Lebenszeit-UV-Exposition signifikant mit einem erhöhten Risiko für SCCs assoziiert war. Im Unterschied dazu bewirkte eine erhöhte nicht berufliche UV-Exposition keine signifikante Steigerung der Inzidenz an SCCs. Diese Ergebnisse änderten sich auch nicht nach Berücksichtigung unterschiedlicher Risikofaktoren, wie beispielsweise das Rauchverhalten, Sonnenbrände in der Kindheit oder Besuche von Solarien. Dosisabhängige Zusammenhänge wurden für die berufliche UV-Exposition beobachtet, nicht jedoch für die private. Fazit. Aus diesen Ergebnissen ziehen die Studienautoren den Schluss, dass die berufliche UV-Exposition einen wesentlichen Einfluss auf die Entwiclung von SCCs ausübt. Übersicht Art der Studie: populationsbasierte Fall-Kontroll-Studie Art der Analyse: deskriptive Statistik Probanden: 1.628 ■ Schmitt J et al.: Is ultraviolet exposure acquired at work the most important risk factor for cutaneous squamous cell carcinoma? Results of the populationbased case-control study FB-181. Br J Dermatol 2018; 178(2):462–472 Hierarchie der Evidenz ■ Systematische Reviews und Metaanalysen ■ Randomisierte kontrollierte doppelblinde Studien ■ Kohortenstudien ■ Fallkontrollierte Studien ■ Fallserien ■ Fallberichte ■ Ideen, Editorials, Meinungen ■ Tierversuche ■ In-vitro-Forschung Quelle: adaptiert nach „The Evidence Pyramid Diagram“, developed by the Medical Research Library of Brooklyn, SUNY Downstate Medical Center 3/18 CC derma 35

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