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CliniCum pneumo 04/2018

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mit den individuellen

mit den individuellen Situationen übereinstimmt und damit die Mobilität erhalten werden kann. Sollte eine Versorgung im Schlaf und Wachzustand des Patienten notwendig sein, so ist von einer minimalen Verwendungszeit von 16 Stunden auszugehen, um einen positiven Effekt auf das Überleben der Patienten zu erzielen (Vogelmeier et al., 2018; ÖGP 2015). Allerdings sind durch die Anpassung der Sauerstofftherapie an die Alltagstätigkeiten der Patienten in solchen Fällen häufig Situationen zu beobachten, in denen eine Sauerstoffverabreichung durch die Hypoxämie z.B. bei Belastung notwendig wäre, vom Patienten aber nicht durchgeführt wird. Dies kann durch Unachtsamkeit, Gewohnheit, Schamgefühle vor dem Bild in der Öffentlichkeit und weitere individuelle Faktoren geschehen (Bürkle et al., 2017). Daher sollte in diesen Fällen stets von der optimalen Anwendungsdauer von 24 Stunden pro Tag gesprochen werden (ÖGP 2015). Für die Auswahl von Flüssigsauerstoff bedarf es der vorhandenen Mobilität der Patienten, ebenso muss die Versorgung mit Sauerstoff untertags und/oder bei Belastung notwendig sein. Als Voraussetzung der Anwendung des Flüssigsauerstoffsystems gilt insbesondere die selbstständige Befüllung der mobilen Einheit durch den Patienten oder durch eine Person, die dauerhaft beim Patienten anwesend bzw. verfügbar ist. Daneben sind die korrekte Verwendung des Systems, der sichere Umgang durch Beachten der Sicherheitshinweise und die garantierte Durchführung notwendiger regelmäßiger Tätigkeiten wie z.B. Wechsel der Applikationsform, Reinigung des Saugvlies und der Befeuchterflasche und Ähnliches zu sichern. Die Mobilität kann durch ein Flüssigsauerstoffsystem bei korrekter Verwendung erhalten bzw. gefördert werden, wobei auch z.B. auf die aufrechte Lagerung der mobilen Einheit zu achten ist. Die Versorgungsdauer dieses Systems ist neben der eingestellten Abgabemenge auch von der Außentemperatur abhängig, worüber der Patient ebenfalls informiert werden muss. Wenn eine Atemzug-getriggerte mobile Einheit des Flüssigsauerstoff-Systems zur Anwendung kommt, muss neben den vorher genannten Faktoren im Umgang mit dem System auch getestet werden, ob die Triggerung vom Patient ausgelöst werden kann. Die Versorgungsdauer ist neben der Außentemperatur auch von der Atemfrequenz des Patienten abhängig. Somit kann nicht im Voraus angegeben werden, wie lange die Versorgung in unterschiedlichen Alltagssituationen mit individuellen Belastungsfaktoren und damit Auswirkungen auf die Atmung des Patienten gewährleistet ist. Der Patient muss bei der Auswahl eines dementsprechenden Gerätes darüber informiert werden. Manche Patienten haben während der Anwendung eines Atemzug-getriggerten Systems das subjektive Gefühl, keinen Sauerstoff zu bekommen. Daher sind neben einer Phase des individuellen Ausprobierens des Gerätes durch den Patienten mögliche Rückmeldungsmechanismen wie z.B. das Blinken eines Lämpchens beim System Helios zu besprechen, um die Sicherheit im Umgang mit diesen Geräten zu erhöhen. Sauerstoffkonzentrator. Der Sauerstoffkonzentrator ist bei Patienten auszuwählen, die entweder nur nachts Sauerstoff benötigen oder aufgrund ihrer eingeschränkten Mobilität keine mobile Einheit brauchen. Der Sauerstoffkonzentrator benötigt eine Stromversorgung und kann auf Rädern verschoben werden. Durch die Geräuschentwicklung des Geräts im Betrieb kann der Schlaf der Patienten oder Angehörigen gestört sein. Durch eine Inbetriebnahme außerhalb des Schlafzimmers und Verlängerung der Applikationsform kann diese Störung beseitigt werden, allerdings kann die Sturzgefahr in der häuslichen Umgebung dadurch gesteigert werden. Der Sauerstoffkonzentrator beinhaltet trotz seiner einfachen Bedienbarkeit einige Themen, die im Rahmen einer Einschulung von den Patienten selbst oder einer Person, die in der häuslichen Umgebung der Patienten anwesend ist, gewusst und beherrscht werden müssen. So ist neben dem Verständnis der üblichen Gefahrenhinweisen im Umgang mit Sauerstoff darauf zu achten, dass die Reinigung und der regelmäßige Wechsel des Inhalts der Befeuchterflasche, der Applikationsform und der Filter durchgeführt wird, da es ansonsten zu Funktionsstörungen des Geräts oder Infekten des betroffenen Patienten kommen kann. Mobiler Sauerstoffkonzentrator. Die Voraussetzungen für einen mobilen Sauerstoffkonzentrator entsprechen denen des Flüssigsauerstoffsystems, d.h., die Mobilität muss vorhanden sein, und die Versorgung untertags bzw. bei Belastungssituationen muss notwendig sein. Die Kombination aus Sauerstoff-Standkonzentrator und mobilem Gerät ist als Alternative zum Flüssigsauerstoff prinzipiell möglich. Allerdings muss neben der korrekten Nutzung des Standkonzentrators besonders auf die ausreichende Sauerstoffversorgung des Patienten mit dem mobilen Konzentrator geachtet werden. Die Triggerung muss vom Patienten jederzeit ausgelöst werden können, und die Blutgasanalyse muss mit dem verordneten Gerät gemacht werden. Ein Umrechnen der kontinuierlichen Sauerstoffabgabe (in Litern pro Minute) auf durch Atemzüge ausgelöste Systeme ist nicht möglich. Die Konzentratoren stellen je nach Abgabemenge Sauerstoffkonzentrationen um 90 Prozent zur Verfügung, was auch einen Einfluss auf die Versorgung der Patienten haben kann. Der mobile Konzentrator muss auf die Alltagssituationen der Patienten abgestimmt werden. So sind einige zurzeit erhältlichen Geräte schwerer als die mobilen Einheiten des Flüssigsauerstoffsystems und können oft nur mittels eigenem Trolley mitgenommen werden. Außerdem ist die Akkulaufzeit des jeweiligen Geräts von der eingestellten Abgabemenge und der Atemfrequenz des Patienten abhängig und oft weniger lang als die Abgabezeit der mobilen Einheit des Flüssigsauerstoffsystems. Ne- Fotos: leremy/GettyImages, Privat 14 pneumo CC 4/18

en der je weiligen möglichen Akkukapazität müssen auch die Ladezeit des Akkus, die optimale Betriebstemperatur, die Geräuschentwicklung und die Stromkosten mit den Patienten besprochen werden. Außerdem müssen notwendige regelmäßige Tätigkeiten wie Wechsel der Applikationsform und Reinigen der Filter beherrscht werden. Patienten, die von mobilen Konzentratoren im Vergleich zu Flüssigsauerstoff profitieren können, sind beispielsweise Berufskraftfahrer, die über die Autobatterie den Akku oft oder kontinuierlich laden können. Für andere Patienten kann der Umgang mit den Akkus und Ladekabeln, auch durch das teilweise hohe Gewicht, eine Einschränkung der Mobilität bedeuten. Patientenschulung Die Patientenschulung soll von Personen durchgeführt werden, die ein hohes Fachwissen im Umgang mit Sauerstoff besitzen (Vogelmeier et al., 2018; Bürkle et al., 2017). Dabei ist darauf zu achten, dass die Schulung möglichst störungsfrei durchgeführt werden kann, um die Aufnahme und Verarbeitung der dargebotenen Informationen optimal zu fördern. Es sollten neben dem Umgang mit dem Gerät auch mögliche Alltagssituationen besprochen werden, um die Kooperation der Patienten positiv zu beeinflussen. Dabei können auch Vorzüge und Nachteile einzelner möglicher Systeme und Geräte erörtert werden. Neben den Funktionen der jeweiligen Geräte sollen im Rahmen der Einschulung auch der Gebrauch, die Mobilität, Gefahrenhinweise und mögliche Nebenwirkungen wie die Austrocknung der Nasenschleimhäute bzw. die Vermeidung oder Behandlung dieser Nebenwirkungen zum Thema gemacht werden. Eine Selbstentzündung ist während des Umgangs mit Niedrigdrucksauerstoff, wie er bei der Druckflasche durch den Druckminderer, aber auch bei allen anderen Sauerstoffsystemen abgegeben wird, ohne eine Zündquelle nicht möglich. Dadurch ist ein gefahrloser Umgang mit Cremen und Ölen in diesem Bereich ohne direkten Zugang zu offenem Feuer oder anderen Zündquellen möglich. Für die Schleimhautpflege ist der direkte Umgang mit diesen Materialien sogar notwendig, wobei die Gefahrenhinweise individuell beachtet werden müssen. Beim Thema Mobilität ist neben den Transportmöglichkeiten und den Alltagssituationen auch auf Urlaube und längere Ausflüge und die mögliche Sauerstoffversorgung während dieser Zeit einzugehen, außerdem müssen mögliche Kosten für Patienten besprochen werden. Für die Gliederung einer Einschulung stehen den schulenden Personen neben evtl. eigenen Unterlagen, jeweils gerätebezogenen Firmenunterlagen und Gebrauchsanweisungen auch beispielsweise Einschulungs-Leitfäden der ÖGP (2018) zur Verfügung. Patienten fühlen sich motiviert, das System in ihren Alltag zu integrieren und damit die verordnete Therapie korrekt durchzuführen, wenn sie das Gefühl haben, das verordnete Sauerstoffsystem wurde zusammen mit ihnen ausgesucht. Die Neuverordnung von LTOT wird von einigen Patienten und Angehörigen als negativer Einschnitt im Verlauf der chronischen Erkrankung interpretiert. Dadurch ist eine individuell auf die Betroffenen abgestimmte, einfühlsame Heranführung an die Handhabung der jeweiligen Sauerstoffgeräte unumgänglich. Patienten fühlen sich motiviert, das System in ihren Alltag zu integrieren und damit die verordnete Therapie korrekt durchzuführen, wenn sie das Gefühl haben, das verordnete Sauerstoffsystem wurde zusammen mit ihnen ausgesucht. Außerdem müssen sie wissen, wer ihnen als Ansprechperson im Umgang mit Sauerstoff zur Verfügung steht und wie sie denjenigen erreichen können (Bürkle et al., 2017). ❙ Literatur (alphabetisch) • Abernethy AP, McDonald CF, Frith, PA, Clark K, Herndon JE, Marcello, Young IH, Bull J, Wilcock A, Booth S, Wheeler JL, Tulsky, JA, Crocket AJ, Currow DC: Effect of palliative oxygen versus medical (room) air in relieving breathlessness in patients with refractory dyspnea: a doubleblind randomized controlled trial. Lancet 2016; 376(9743):784–93 • Aigner K, Burghuber OC, Hartl S, Heindl W, Kummer F, Studnicka M, Wanke T, Zwick H: Verordnung von Sauerstofflangzeittherapie und mechanischen Atemhilfen. Richtlinien der Österreichischen Gesellschaft für Lungenerkrankungen und Tuberkulose (ÖGLUT). Atemwegs- und Lungenkrankheiten 2001; 27(2):66–73 • Albert RK, Au DH, Blackford AL, Casaburi R, Cooper JA, Criner GJ, Diaz P, Fuhlbrigge AL, Gay SE, Kanner RE, MacIntyre N, Martinez FJ, Panos RJ, Piantadosi S, Sciurba F, Shade D, Stibolt T, Stoller JK, Wise R, Yusen RD, Tonascia J, Sternberg AL, Bailey W: A Randomized Trial of Long- Term Oxygen for COPD with Moderate Desaturation. The New England Journal of Medicine 2016; 375(17):1617–27 • Bürkle C, Täubl, H, Schulc E, Them C: Alltagserleben von COPD Patienten mit neu verordnetem Heimsauerstoff. Eine qualitative Untersuchung. HeilBerufeScience 2017; 8:103–13 • Hardinge, M, Annandale J, Bourne S, Cooper B, Evans A, Freeman D, Green, A, Hippolyte S, Knowles V, MacNee W, McDonnell L, Pye K, Suntharalingam J, Vora V, Wilkinson T: British Thoracic Society guide lines for home oxygen use in adults. Thorax 2015; 70:i1–i43 • Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF). Palliativmedizin für Patienten mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung, Kurzversion. 2015; http://leitlinienprogrammonkologie.de/Palliativmedizin.80.0.html • Magnet FS, Schwarz SB, Callegari J, Criée C-P, Storre JH, Windisch W: Long-Term Oxygen Therapy: Comparison of the German and British Guidelines. Respiration 2017; 93:253–63 • Leitfaden zur Patientenschulung - Empfehlung der Arbeitsgruppe Pflege der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie. 2018; https://www.ogp.at/einschulungsprotokolle-2 • Langzeit-Sauerstofftherapie für Erwachsene. Eine Empfehlung der LTOT Task Force der ÖGP. 2015; https://www.ogp.at/wp_ogp/wpcontent/uploads/210x100.pdf • Vogelmeier C, Buhl R, Burghuber O, Criée C-P, Ewig S, Godnic-Cvar J, Hartl S, Herth F, Kardos P, Kenn K, Nowak D, Rabe KF, Studnicka M, Watz H, Welte T, Windisch W, Worth H: Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis und Lungenemphysem (COPD). Pneumologie 2018; 72:253–308 Helmut Täubl, BScN MScN Stationsleitung Pulmologie Station 1, LKH Hochzirl – Natters 4/18 CC pneumo 15

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