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CliniCum pneumo 04/2018

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Annual Congress of the

Annual Congress of the European Academy of Allergy and Clinical Immunology (EAACI), München, 26.–30.5.18 Von Asthma bronchiale bis Erdnussallergie In diesem Jahr fand der Jahreskongress der EAACI, Europas größte medizinische Vereinigung im Bereich Allergologie und klinische Immunologie, in München statt. Im Folgenden eine kleine Selektion der vielen vorgestellten neuen Studien. Von Dr. Susanne Kammerer ■ ■ IL-Blocker Dupilumab – Benefit bei mittelschwerem bis schwerem Asthma bronchiale Bis zu 80 Prozent der Asthmapatienten weisen auch eine allergische Rhinitis auf, die für die Betroffenen mit einer empfindlichen Beeinträchtigung der Lebensqualität verbunden ist. Nach Ausführung von Dr. Jorge Maspero, Fundación CIDEA, Universidad de Tres de Febrero, Buenos Aires, zeichnen sich Asthmapatienten mit komorbider allergischer Rhinitis durch eine schlechtere Krankheitskontrolle, häufigere Exazerbationen und Krankenhausaufenthalte sowie insgesamt höhere Krankheitskosten auf. Die Zytokine Interleukin(IL)-4, IL-5 und IL-13 spielen nicht nur in der Pathogenese von Asthma bronchiale, sondern auch bei der allergischen Rhinitis eine Schlüsselrolle. Der monoklonale Antikörper Dupilumab bindet an die Alpha-Untereinheit des IL-4-Rezeptors und blockiert so die von IL-4 und IL-13 ausgelöste Signalübertragung. Damit greift Dupilumab an den Schlüsselzytokinen der Typ- 2-Helferzell-vermittelten Immunreaktionen an. Derzeit ist Dupilumab als erstes Biologikum zur Behandlung des atopischen Ekzems zugelassen, es ist Studien zufolge auch bei Patienten mit anderen Typ-2-inflammatorischen Erkrankungen, z.B. Poyposis nasi mit chronischer Sinusitis und eosinophiler Ösophagitis, aktiv. Derzeit wird die Wirksamkeit und Sicherheit von Dupilumab in der Phase-III-Studie LIBERTY ASTHMA QUEST* an Patienten mit nicht kontrolliertem mittelschwerem bis schwerem Asthma bronchiale untersucht. Hier konnte durch die Therapie eine signifikante Senkung schwerer Exazerbationen und eine signifikante Verbesserung der Lungenfunktionsparameter erreicht werden. In der aktuell am EAACI-Kongress in München vorgestellten präspezifierten Analyse wurde untersucht, wie sich die Behandlung mit Dupilumab auf die Lebensqualität der Patienten aus der LIBERTY-ASTHMA-QUEST-Studie auswirkt, die gleichzeitig unter allergischer Rhinitis (nach eigener Angabe) litten. Dies betraf 63,5 Prozent der Studienteilnehmer. Die Behandlungszeit betrug 52 Wochen, im An- Foto: Meinzahn/GettyImages 22 pneumo CC 4/18

schluss wurden die Probanden zwölf Wochen nachbeobachtet. Die Lebensqualität wurde mittels Fragebogen erfasst, der spezifisch auf die Lebensqualität von Asthmapatienten mit komorbider allergischer Rhinitis zugeschnitten ist (RQLQ(S)). Die Patienten füllten diesen zu Studienbeginn sowie nach einer Behandlungszeit von 12, 24 und 52 Wochen aus. Im Fragebogen werden diverse Domänen abgefragt wie Aktivitäten, Schlaf, sämtliche Symptome (betreffend Nase, Augen und weitere), praktische Probleme sowie die emotionale Funktion. Die mit Dupilumab behandelten Patienten wiesen nach 52 Wochen eine signifikant verbesserte Lebensqualität im Vergleich zu Placebo auf. Im Zeitverlauf zeigte sich in den ersten zwölf Wochen auch eine Verbesserung der Lebensqualität unter Placebo, die allerdings gegen Studienende wieder abnahm. Dagegen verbesserte sich die Lebensqualität unter Therapie mit Dupilumab kontinuierlich. Dies betraf sämtliche Domänen außer den Symptomen von Nase und Augen. Zudem war der Antikörper gut verträglich, so Maspero. *Busse et al: Liberty Asthma QUEST: Phase 3 Randomized, Double- Blind, Placebo-Controlled, Parallel-Group Study to Evaluate Dupilumab Efficacy/Safety in Patients with Uncontrolled, Moderate-to- Severe Asthma. Adv Ther 2018; doi:10.1007/s12325-018-0702-4 [Epub ahead of print] ■■Asthmadauertherapie mit Omalizumab – Intervallverlängerung besser als Dosisreduktion „Wir waren wirklich sehr glücklich, als Omalizumab auf den Markt kam und wir dadurch Patienten mit schwerem allergischem Asthma bronchiale behandeln konnten“, sagte Prof. Dr. Karl-Christian Bergmann, Allergie-Centrum-Charité, Berlin, zu Beginn seines Vortrags. „Aber bald kam die Frage auf, wie man mit jenen Patienten weiter verfahren soll, die ihr Therapieziel erreicht haben“, fuhr Bergmann fort. Die derzeit gängige Praxis besteht in einer lebenslangen Therapie mit unveränderter Omalizumab- Dosierung. Bergman und seine Kollegen haben nun untersucht, wie Patienten, die unter Omalizumab stabil sind, auf eine Dosisreduktion oder eine Verlängerung der Intervalle zwischen den einzelnen Gaben des Wirkstoffs reagieren. Die Definition von „stabil“ beinhaltete die Parameter: FEV 1 -Wert ≥70 Prozent, ≥20 Punkte im Asthmakontrolltest (ACT) und keine Exazerbationen in den letzten vier Monaten. Die 37 Probanden wurden in der offenen Studie in zwei Gruppen unterteilt. Bei 26 von ihnen wurde das Dosierungsintervall im Median um ein Drittel verlängert, elf Patienten erhielten eine um ein Drittel reduzierte Dosierung in unveränderten Abständen. Durchschnittlich waren die Patienten zu Beginn der Injektionstherapie 49 Jahre alt, davor litten sie im Mittel seit 18 bzw. 23 Jahren an Asthma bronchiale. Der primäre Endpunkt bestand in der Zeit bis zum Verlust der Asthmakontrolle. Dies entsprach einer Verschlechterung der FEV 1 um ≥15 Prozent, einer Reduzierung im ACT um ≥5 Punkte oder dem Bedarf von zusätzlicher Medikation wegen einer Exazerbation. 73 Prozent der Patienten mit verlängertem Dosierungsintervall blieben über einen Zeitraum von 30 bis 166 Wochen stabil. 73 Prozent der Patienten mit verlängertem Dosierungsintervall blieben über einen Zeitraum von 30 bis 166 Wochen stabil. Bei den anderen 27 Prozent dauerte es im Median 35 Wochen, bis die Erkrankung nicht kontrolliert war. In der Gruppe der Patienten mit Dosisreduktion blieb keiner der Patienten in stabil kontrolliertem Zustand. Durchschnittlich ging die Kontrolle nach nur zehn Wochen verloren. „Wir konnten zeigen, dass die Mehrheit der Patienten bei verlängertem Dosierungsintervall stabil kontrolliert blieb “, fasste Bergman die Studienergebnisse zusammen. „Dies kann für den Patienten den Vorteil haben, dass er seltener in die Klinik muss, um seine Injektion zu bekommen, aber auch für die Allgemeinheit, denn die Medikamentenkosten werden um zirka ein Drittel gesenkt“. Ein Leben mit weniger Einschränkungen – trotz Gräserallergie GRAZAX ® ist die einzige krank heits modifizierende SLIT­Tablette mit anhaltender Wirksamkeit nach Therapieende. 1,2,3 TODAY FOR THEIR FUTURE Die Referenzen sowie weitere Informationen ® zu GRAZAX finden Sie auf Seite 36

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