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CliniCum pneumo 04/2018

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■■Übergewichtige

■■Übergewichtige Asthmatikerinnen haben erhöhte IgE-Konzentrationen Verschiedene epidemiologische Studien haben darauf hingewiesen, dass Übergewicht und Adipositas die Prävalenz und Schwere von Asthma bronchiale verstärken, ein Zusammenhang, der häufiger bei Frauen beobachtet wird. Auch eine positive Assoziation zwischen einer atopischen Veranlagung und dem Body Mass Index (BMI) wurde bei Frauen beobachtet. Im Rahmen des EAACI-Kongresses wurde eine japanische Studie vorgestellt, in der der geschlechtsspezifische Einfluss des BMI auf die IgE-Serumkonzentration bei nicht mit Kortikosteroiden behandelten Erwachsenen mit leichtem bis mittelstarkem allergischem Asthma bronchiale untersucht wurde. In die Analyse gingen Daten von 242 japanischen Erwachsenen (mittleres Alter: 51 Jahre) mit allergischem Asthma bronchiale ein, die bislang nicht mit Kortikosteroiden behandelt wurden. Retrospektiv wurden die Gesamt IgE-Konzentrationen zwischen übergewichtigen/adipösen und normalgewichtigen Asthmatikern jeweils für Männer und Frauen ausgewertet. Bei den 105 Männern bestand kein signifikanter Unterschied der IgE-Serumkonzentrationen zwischen den 43 übergewichtigen/adipösen und 62 normalgewichtigen Patienten. Anders fielen die Ergebnisse bei den 137 Frauen aus: Die 30 übergewichtigen/adipösen Patientinnen wiesen signifikant höhere Gesamt-IgE-Konzentrationen als die 107 normalgewichtigen Frauen mit Asthma bronchiale auf (530,3±870,9 vs. 299,1±446,5 IU/ml; p=0,03). Nach Ansicht der Autoren zeigte die Untersuchung, dass bezüglich des Einflusses des Körpergewichts auf die IgE- Konzentrationen ein deutlicher geschlechtsspezifischer Unterschied besteht: lediglich bei Frauen korreliert das Übergewicht mit den IgE-Konzentrationen. Laut Autoren zeigt die Studie, dass bezüglich des Einflusses des Körpergewichts auf die IgE-Konzentrationen ein deutlicher geschlechtsspezifischer Unterschied besteht: nur bei Frauen korreliert das Übergewicht mit den IgE-Konzentrationen. ■■Chronisch spontane Urtikaria – Angioödeme häufiger als bislang angenommen „Wir dürfen Angioödeme nicht übersehen, sie sind häufiger, als wir gedacht haben“, erklärte Prof. Dr. Marcus Maurer, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Charité Universitätsmedizin, Berlin, im Rahmen der Präsentation der global durchgeführten prospektiven, derzeit noch andauernden Beobachtungs-Studie AWARE (A World-wide Antihistamine-Refractory chronic urticaria patient Evaluation), in der Daten von erwachsenen Patienten mit chronischer Urtikaria gesammelt werden, die nicht auf H1-Antihistaminika ansprechen. Die chronisch spontane Urtikaria ist charakterisiert durch das Erscheinen von Quaddeln und/oder einem Angioödem für einen Zeitraum von mindestens sechs Wochen, wobei die meisten Patienten ausschließlich Quaddeln haben. In die Analyse wurden 4.174 Patienten eingeschlossen, mit 3.733 kamen die meisten aus Europa, 47 Prozent von ihnen wiesen eine chronisch spontane Urtikaria mit Angioödemen auf. „Bei unserer Analyse wiesen nur 4,1 Prozent dieser Patienten ein isoliertes Angioödem auf, dies könnte aber die wahre Prävalenz des Angioödems unterschätzen“, erklärte Maurer. Insgesamt ist das Angioödem in Europa häufiger als in Südamerika. Patienten, die lediglich ein Angioödem aufweisen, zeichnen sich durch besondere Eigenschaften aus: Sie sind häufiger über 65 Jahre alt, die Angioödem-Episode dauert mit 3,6 Tagen länger als bei gemeinsamen Auftreten mit Quaddeln. Besonders bedeutend ist, dass die Intensität der Angioödeme stärker ausgeprägt ist, wenn sie als einzige Krankheitsmanifestation auftreten. „Wir haben bislang unterschätzt, wie schwer Angioödeme bei diesen Patienten sind“, erklärte Maurer. Weitere frustrierende Erkenntnis: Bei 78,5 Prozent aller Patienten war die Erkrankung nicht kontrolliert, unabhängig davon, ob es sich um isolierte Angioödeme oder solche mit Quaddeln handelte. Der Einfluss auf die Lebensqualität der Patienten ist am größten, wenn sie Angioödeme und Quaddeln aufweisen: 38 Prozent glauben, ihre Lebensqualität sei stark beeinträchtigt. Sowohl Patienten mit beiden Erscheinungsformen als auch mit reinen Angioödemen verbrauchen viele Ressourcen im Gesundheitsbereich. „Werden Sie aktiv und fragen Sie Patienten gezielt nach Angioödemen“, riet Maurer. Vielen ist ein möglicher Zusammenhang zu einer Urtikaria nicht bekannt. Seines Erachtens könne man sich nicht damit zufrieden geben, dass bei drei von vier Patienten keine Krankheitskontrolle erreicht wird. Man müsse die chronisch spontane Urtikaria behandeln, bis keine Symptome mehr sichtbar sind – übrigens auch eine Forderung, die in den aktuell publizierten Behandlungsleitlinien zur chronisch spontanen Urtikaria erhoben wird.* „Wir brauchen ein stärkeres Bewußtein dafür, dass Angioödeme ein wesentliches Symptom der CSU sind“, so Maurer abschließend. *Zuberbier T, Aberer W, Asero R et al.: The EAACI/GA2LEN/EDF/WAO Guideline for the Definition, Classification, Diagnosis and Management of Urticaria. The Revision and Update. Allergy 2018; doi:10.111/all.13397 ■■Intranasale Phototherapie – Symptomlinderung bei Patienten mit allergischer Rhinitis Schon frühere Studien zeigten, dass die intranasale Phototherapie einen positiven Einfluss auf immunologische Prozesse in der Nase aufweist. Durch die UV-Therapie wird die Antigenpräsentation verhindert, es kommt zu einer Hemmung der T-Zellen und dadurch zu einer verringerten Freisetzung von proinflammatorischen Mediatoren. In einer aktuellen Studie wurde die Auswirkung einer intranasalen Phototherapie auf die Lebensqualität von Patienten mit mittelschwerer bis schwerer allergischer Rhinitis überprüft. Dabei wurde eine Kombination von UV-A (25%), UV-B (5%) und sichtbarem Licht (70%) gewählt. Die Behandlung wurde dreimal pro Woche zwei Wochen lang durchgeführt. Alle 15 Patienten litten seit mindesten zwei Jahren an einer persistierenden allergischen Rhinitis, die durch einen Pricktest und/oder IgE- Tests auf Aeroallergene nachgewiesen war. In der Studie wurden diverse Domänen der Lebensqualität abgefragt, nämlich Schlaf, Aktivitäten, Symptome an der Nase und den Augen, praktische Probleme und andere Symptome. Nach zwei Wochen hatten sich durch die Behandlung sämtliche Bereiche signifikant verbessert. Zudem nahm der Summenscore von typischen Symptomen wie Verstopfung der Nase, Niesen, Beeinträchtigung des Schlafes und Rhinorrhoe signifikant ab. 75 Prozent der Patienten beurteilten den Behandlungserfolg als positiv. Die 24 pneumo CC 4/18

intranasale Phototherapie eignet sich daher als zusätzliche Behandlungsmethode, wenn die Standardbehandlung einer allergischen Rhinitis zu keiner ausreichenden Symptomkontrolle führt. ■■Erdnussallergie – starke Beeinträchtigung der Lebensqualität Bisher gibt es kaum Informationen darüber, welchen Einfluss eine Erdnussallergie auf die Lebensqualität von Betroffenen und ihren Familien hat. Diese Informationslücke wurde mit der APPEAL(Allergy to Peanuts imPacting Emotions And Life)-Studie geschlossen, deren Ergebnisse Dr. Audry Dunn Galvin, Department of Paediatrics & Child Health, University College, Cork, Irland, als „Late-Breaker“ beim EAACI-Kongress vorstellte. Hierzu wurde ein Fragebogen entwickelt, der online von den Betroffenen ausgefüllt wurde. Auf einer fünfstufigen Skala konnten die Teilnehmer angeben, wie stark die Allergie das Familienleben beeinflusst. An der Studie waren acht Ländern beteiligt, nämlich Dänemark, Frankreich, Deutschland, Italien, Irland, Holland, Spanien und Großbritannien. Es nahmen sowohl Erwachsene mit Erdnussallergie teil als auch Kinder, deren Eltern oder Betreuer den Fragebogen ausfüllten, sowie größere Kinder, die die Angaben selbst eintrugen. Insgesamt beantworteten 1.846 Personen den Fragebogen, davon 419 Erwachsene mit Erdnussallergie. Bei 60 Prozent der Kinder wurde die Diagnose vor dem vierten Lebensjahr gestellt. Bei der Gruppe der Erwachsenen mit Erdnussallergie waren dies nur 22 Prozent. „Wir sehen hier, dass der Anteil an Patienten mit einer spät einsetzenden Lebensmittelallergie zunimmt, was auch einige Publikationen der letzten Zeit nahe legen”, erklärte Galvin. Mehr als 80 Prozent der Probanden gaben an, die Erdnussallergie würde ihr tägliches Leben beeinträchtigen. 40 Prozent berichteten, sie würden sich sehr unsicher fühlen, weitere 43 Prozent gaben an, sie selbst oder ihr Kind seien deshalb mindestens schon einmal gehänselt worden. Mehr als 80 Prozent der Probanden gaben an, die Erdnussallergie würde ihr tägliches Leben beeinträchtigen. Alle Teilnehmer litten unter Stress, Frustration und Ängstlichkeit. Die höchsten Werte erreichten hier Eltern von Kindern mit Erdnussallergie, die im Hinblick auf Lebensmittel angaben, Angst um ihr Kind zu haben. Bezüglich dieser Emotionen gab es deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen europäischen Ländern. Das Gefühl der Frustration war in Irland und Holland am höchsten, in Deutschland am geringsten. In Irland wurde die Allergie am stressreichsten empfunden, hier war auch die Angst im Zusammenhang mit dem Lebensmittel am größten, in Dänemark am geringsten. Diese erste umfassende, multidimensionale paneuropäische Online-Befragung zeigt nach Ausführung von Galvin, dass die Erkrankung einen signifikanten negativen Einfluss auf Aktivitäten des täglichen Lebens aufweist und zu großem Stress, Ängstlichkeit und Frustration führt. ❙ Wissenschaftliche Vorträge im Rahmen des Annual Congress of the European Academy of Allergy and Clinical Immunology (EAACI), München, 26.–30.5.18 OXYMETAZOLIN BEI ALLERGISCHEM SCHNUPFEN WIRKT SCHNELLER als Mometasonfuroat* allein NACHHALTIGER in Kombination** Produktpalette Für • Säuglinge ab der 1. Lebenswoche • Schulkinder • Erwachsene * nasales Kortikoid ** Meltzer et al.: Mometasone furoate nasal spray plus oxymetazoline nasal spray: Short-term efficacy and safety in seasonal allergic rhinitis. Am J Rhinol allergy 27, 102–108, 2013. Hinweis: Nasivin® sanft 0,05 % - Spray für Erwachsene, Jugendliche und Schulkinder darf nicht länger als 7 Tage angewendet werden.“ Fachkurzinformation siehe Seite 36 AUT-NAS-1806-0091; 07/18

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