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CliniCum pneumo 04/2018

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Aclidiniumbromid/Formoterolfumarat (Brimica ® Genuair ® ) Anhaltende Kontrolle der heterogenen COPD-Symptomatik Die Verabreichung einer Fixkombination mit unterschiedlichen Wirkmechanismen kann das Ausmaß der Bronchodilatation rascher und anhaltender verbessern als die Inhalation lediglich eines einzelnen Wirkstoffs, ohne die Sicherheit zu kompromittieren. Insbesondere die Behandlung der stabilen, mittelschweren bis schweren COPD mit der LAMA/LABA-Fixkombination Aclidiniumbromid/Formoterolfumarat führt der Literatur zufolge nicht nur zu einer Verbesserung der Lungenfunktion, sondern auch der klinischen COPD-Symptomatik, der Krankheitskontrolle und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität. * ❙❙ Viele Jahre galt die Lungenfunktion (FEV 1 ) als der Verlaufsparameter bei COPD schlechthin. Inzwischen wisse man aber, dass die Messung der Lungenfunktion nicht ausreichend ist, um den Schweregrad dieser Erkrankung und den Erfolg einer Therapie abzubilden, führt Prof. Dr. Fabiano Di Marco von der Universität Mailand als Erstautor einer Publikation* zum Thema aus. Vielmehr müssten auch die relevanten klinischen Symptome sowie die Komorbiditäten berücksichtigt werden, um individualisierte Therapieentscheidungen zu treffen und eine adäquate Verlaufskontrolle zu sichern. Dynamische Hyperinflation Denn die Symptomvariabilität bei COPD habe wesentliche Auswirkungen auf den Verlauf der Erkrankung und erhöhe das Risiko für Exazerbationen, so Di Marco. So verringere die Überblähung der Lunge die inspiratorische Kapazität mit einer korrespondierenden Erhöhung der funktionellen Residualkapazität (dynamische Hy perinflation). Diese pathophysiologischen Mechanismen führen laut Di Marco zu einer ausgeprägteren, vor allem belastungsabhängigen Dyspnoe, die wiederum den Gasaustausch und die kardiale Funktion verringert und daher mit einer höheren kardiovaskulären Morbidität und Mortalität assoziiert ist. Anhaltende Bronchodilatation Studien zufolge sei, so Di Marco, die dynamische Hyperinflation bereits bei Patienten mit mäßiggradiger Einschränkung der Lungenfunktion zu beobachten. Zudem verstärken Hyperinflation und eingeschränkte Lungenfunktion die Expression von proinflammatorischen Zytokinen, was wiederum das Remodeling der Atemwege bei COPD vorantreibe. Es sollten daher neben der Lungenfunktion auch die belastungsabhän gige Dyspnoe, die Ausdauerkapazität, die Exazerbationsrate sowie die Hyperinflation in die therapeutischen und prognostischen Überlegungen miteinbezogen werden, so Di Marco. Auch eine liegende Position könne die Symptomatik verstärken: Etwa drei Viertel der COPD-Patienten geben an, dass sie unter Schlafstörungen und verstärkter morgendlicher Symptomatik leiden. Ein wesentliches Therapieziel bei COPD müsse daher laut Di Marco eine über 24 Stunden anhaltende Bronchodilatation sein. Heterogene Symptomatik In der vorliegenden Studie * wurde untersucht, ob die Therapie mit bronchodilatatorischen Kombinationen, die sich in ihrer Wirkweise ergänzen und verstärken, die heterogene Symptomatik bei Patienten mit stabiler COPD über 24 Stunden anhaltend verbessern könne, auch im Vergleich zur Mo notherapie. Die Auswertung basiert auf einer PubMed-Literatursuche mit Fokus auf Daten zur LAMA/LABA-Fixkombination Aclidiniumbromid/Formoterolfumarat, die zweimal täglich inhaliert wird. Der positive Einfluss der Kombination eines Beta-Agonisten mit einem Muskarin-Rezeptor-Antagonisten auf die Bronchialmuskulatur sei laut Studien erstautor inzwischen auch durch biologische Modelle gut dokumentiert. Verbesserte Krankheitskontrolle Ein Vorteil dieser speziellen LAMA/LABA- Fixkombination sei zum Beispiel die zweimal tägliche Anwendung und die rasche Wirksamkeit der Einzelkomponenten auch im Vergleich zu anderen LAMAs und LABAs. So könnten die frühmorgendliche Symptomatik ebenso wie die beschwerliche Nachtsymptomatik rascher und effizienter gelindert werden. Anderen in diesem Review analysierten Studien zufolge benötigen Patienten, die mit dieser oder einer anderen LAMA/LABA-Fixkombination behandelt werden, seltener Notfallmedikamente als COPD-Patienten unter Monotherapie mit einer der beiden Einzelkomponenten, bei vergleichbarer Sicherheit. Aus einer weiteren inkludierten Studie geht hervor, dass die LAMA/LABA-Fixkombination Aclidiniumbromid/Formoterolfumarat neben der raschen und über 24 Stunden anhaltenden Bronchodilatation auch zur signifikanten Verbesserung der klinischen Symptomatik und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität führt, auch wieder im Vergleich zu den jeweiligen Einzelkomponenten in Monotherapie. Fazit Das Fazit der Studienautoren: Die Verabreichung einer Fixkombination mit unterschiedlichen Wirkmechanismen kann das Ausmaß der Bronchodilatation rascher und anhaltender verbessern als die Inhalation lediglich eines einzelnen Wirkstoffs, ohne die Sicherheit zu kompromittieren. Insbesondere die Behandlung der stabilen, mittelschweren bis schweren COPD mit der LAMA/LABA-Fixkombination Aclidiniumbromid/Formoterolfumarat führt der Literatur zufolge nachweislich nicht nur zu einer Verbesserung der Lungenfunktion, sondern auch der klinischen COPD-Symptomatik, der Krankheitskontrolle und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität sowohl tagsüber als auch in der Nacht. Die Autoren ergänzen, dass diese verbesserte Krankheitskontrolle der COPD auch mit einer erhöhten Therapieadhärenz einhergehen könnte. ● * Di Marco F et al.: Symptom variability and control in COPD: Advantages of dual bronchodilation therapy. Respiratory Medicine 2017; 125:49–56 ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG AT-BRI-17-06-2018 34 pneumo CC 4/18

pneumo | literatur Lungenkrebs SHP2-Inhibitoren gegen KRAS-Tumore Bestimmte Lungen- und Bauchspeicheldrüsenkrebsarten werden auch als KRAS- Tumore bezeichnet, da sie einen Fehler im Erbgut gemeinsam haben. Diese Mutation führt dazu, dass das KRAS-Protein, das unter anderem für die Zellteilung verantwortlich ist, nicht mehr korrekt funktioniert und dauerhaft aktiv ist. Aus diesem Grund teilt sich die Zelle unkontrolliert und Tumore entstehen. Diese KRAS-Tumore machen etwa ein Drittel aller Tumore beim Menschen aus. Das Problem: Das KRAS-Protein ist auch in gesunden Zellen aktiv und so wichtig, dass es sich therapeutisch nicht einfach ausschalten lässt. Bisher ging man davon aus, dass die KRAS- Mutation so starke Auswirkungen habe, dass Angriffe an anderen Stellen folgenlos bleiben würden. Ein Team der Technischen Universität München (TUM) hat jedoch nach anderen Angriffspunkten gesucht und wurde fündig. Die Forscher zeigten nun im Mausmodell und an Patientenproben, dass eine neue Wirkstoffklasse, sogenannte SHP2-Inhibitoren, auch gegen KRAS-Tumore wirken könnten. Methoden. Die Forscher arbeiteten unter anderem mit Mäusen, die ein fehlerhaftes KRAS-Protein hatten. Entfernten sie zusätzlich das Protein SHP2 bei den Tieren, bildeten diese keine Tumore mehr. Das Forscherteam konnte somit beweisen, dass SHP2 für die Tumorbildung essenziell ist und deshalb SHP2 auch in den aggressiven KRAS-Tumoren ein entscheidendes Ziel für Therapien sein könnte. SHP2 gehört zu der Gruppe der Tyrosin-Phosphatasen und spielt unter anderem bei der frühen Embryonalentwicklung eine Rolle. Die Ergebnisse bestätigten sich, als die neuen SHP2-Inhibitoren auch in einem anderen Mausmodell eingesetzt wurden: Bestehende Tumore wuchsen unter Einsatz des SHP2-Hemmstoffs langsamer und konnten besser kontrolliert werden. Ergebnisse. Die deutschen Forscher konnten zeigen, dass das regulatorische Protein SHP2, entgegen der bisherigen Annahme in der Fachwelt, auch in KRAS-Tumoren ein geeignetes Ziel für Medikamente ist und die neuen SHP2-Inhibitoren wirken. Die Ergebnisse könnten auch ein weiteres Problem bei der Therapie von KRAS-Tumoren lösen: diese werden häufig resistent gegen Medikamente. Das Team testete den neuen Wirkstoff in Kombination mit MEK-Inhibitoren, welche bereits therapeutisch eingesetzt werden. Der neue SHP2-Inhibitor, so zeigte die Studie, machte die resistenten Krebszellen auch wieder zugänglich für die alten MEK- Inhibitoren. Eine Kombination beider Wirkstoffe könnte somit eine neue Therapiemöglichkeit bei resistenten Tumoren sein. Fazit. Die Studie zeigt, dass die neue Wirkstoffklasse der SHP2-Inhibitoren sowohl alleine als auch kombiniert Tumorerkrankten künftig helfen könnte. Das könnte für viele Patienten lebensverlängernd sein. Die Studienautoren empfehlen daher, Patienten mit aggressiven KRAS-Tumoren in die laufenden klinischen Studien aufzunehmen. Ruess DA et al.: Mutant KRAS-driven cancers depend on PTPN11/SHP2 phosphatase, Nature Medicine 2018, doi:10.1038/s41591-018-0024-8 Zu den weniger bekannten Folgen des Rauchens gehört der Einfluss auf rheumatische Erkrankungen: Raucher erkranken nicht nur häufiger an Rheuma als andere Menschen, die Gelenkzerstörung schreitet bei ihnen auch rascher voran. Als Ursache wird vermutet, dass Rauchen Fehlfunktionen des Immunsystems hervorruft, die bei bestimmten Menschen den letzten Anstoß zur Entwicklung einer rheumatoiden Arthritis geben können. Eine neue Untersuchung aus Schweden ergab nun, dass es bei Rauchern bereits zu Beginn der Erkrankung häufiger zu einer rascheren Zerstörung der Gelenke kommen kann. Methoden. Forscher der Universität Lund haben eine Gruppe von Rheumapatienten über mehr als fünf Jahre begleitet. Bei jedem fünften Patienten kam es während dieser Zeit trotz Behandlung zu einer raschen Verschlechterung, die sich auf den Röntgenbildern als zunehmende Verschmälerung des Gelenkspalts und durch Erosionen des Knochens zeigte. Tabakkonsum Rauchen erhöht das Rheumarisiko Ergebnisse. Bei aktiven Rauchern kam es 3,6-fach häufiger zu einer schnellen Schädigung der Gelenke. Bei Ex-Rauchern war das Risiko noch um den Faktor 2,79 erhöht. Starke Raucher erkranken deutlich häufiger an einer rheumatoiden Arthritis. Besonders gefährdet sind Frauen. Bereits weniger als sieben Zigaretten am Tag erhöhen das Erkrankungsrisiko um mehr als das Doppelte. Das Risiko steigt bereits nach wenigen Jahren an, und es hält noch bis zu 15 Jahre nach dem Rauchstopp an. Fazit. Ein Rauchstopp zählt zu den wichtigsten Begleitmaßnahmen der Rheumatherapie. „Rheumapatienten sollten spätestens mit der ersten Einnahme der Medikamente mit dem Rauchen aufhören“, lautet das Fazit der Studienautoren. Rydell E: Smoking, body mass index, disease activity, and the risk of rapid radiographic progression in patients with early rheumatoid arthritis. Arthritis Research & Therapy 2018; doi:10.1186/s13075-018-1575-2 Viren, die Asthma auslösen Bestimmte Rhinoviren sind für bis zu 80 Prozent aller Asthmafälle verantwortlich. Virusbedingtes Asthma ist besonders für Kinder gefährlich, diese sind in der Folge auch viel anfälliger für Allergien und Lungenerkrankungen. Aber auch Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen können bei einer Infektion mit diesen Schnupfenviren in lebensbedrohliche Situationen geraten. All diese Rhinoviren haben ein bestimmtes Peptid des Hüllproteines gemeinsam. Auf Basis dieses Markers wurde an der MedUni Wien ein Bluttest entwickelt, mit dem diese Virenstämme im Falle eines Asthmaanfalls durch Fluoreszenz-markierte Antikörper identifiziert werden können. Die genaue Identifizierung der asthmaauslösenden Rhinoviren ist ein weiterer Schritt hin zur künftigen Entwicklung eines Impfstoffs gegen diese Erreger. Niespodziana K et al.: PreDicta chip-based high resolution diagnosis of rhinovirus-induced wheeze. Nature Communications 2018; doi:10.1038/s41467-018-04591-0 4/18 CC pneumo 35

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