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CliniCum pneumo 05/2017

Weltlungentag – COPD

Weltlungentag – COPD Mehr Luft! Anlässlich des erstmalig ausgerufenen Weltlungentages diskutierten Experten über Erfordernisse in der Diagnostik und Behandlung der COPD. Von Dr. Michaela Steiner „Mehr Luft für COPD- Patienten“, Pressegespräch anlässlich des 1. Weltlungentages, Wien, 25.9.17 ❙❙ Die COPD betrifft laut WHO mittlerweile bereits über 64 Millionen Menschen weltweit. Nach wie vor wird die Erkrankung häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Schwachpunkt Früherkennung „Die österreichische LEAD-Studie hat gezeigt, dass bereits bei den 30-Jährigen eine sechsprozentige Prävalenz von chronisch irreversiblen Lungenveränderungen und bei der Hälfte davon eine eingeschränkte Lungenfunktion vorliegt“, sagt Prim. Dr. Sylvia Hartl, 2. Interne Lungenabteilung, SMZ Baumgartner Höhe/Otto-Wagner-Spital Wien. Über alle Altersgruppen hinweg leiden etwa fünf Prozent der Bevölkerung an COPD. Viele der Betroffenen würden lange Zeit Symptome wie Husten, Auswurf oder gelegentliche Atemnot ignorieren. „Das ist ein Schwachpunkt“, so Hartl. „Wir müssen uns sehr viel früher auf die Symptomerkennung und Therapie konzentrieren.“ Kleine Atemwege im Fokus „Die kleinen Atemwege – also jene mit einem Durchmesser unter zwei Millimeter – leisten einen wesentlichen Beitrag in der Entstehung von COPD“, erklärt Prim. Univ.- Prof. Dr. Wolfgang Pohl, Abteilung für Atemwegs- und Lungenerkrankungen, Krankenhaus Hietzing, Karl Landsteiner Institut für Klinische und Experimentelle Pneumologie, Wien. Selbst wenn in der Lungenfunktion keine oder nur geringe Einschränkungen vorliegen, bestehen bereits ausgeprägte Veränderungen in den kleinen Atemwegen. Eine Detektion solcher Veränderungen der kleinen Atemwege ist mithilfe computertomografischer Untersuchungen möglich. „Für eine gezielte Therapie ist von großer Relevanz, Substanzen in einer entsprechenden Partikelgröße in den kleinen Atemwegen zu deponieren und so zu einer Verbesserung der entzündlichen Veränderungen zu führen“, weiß Pohl. Extrafeine Formulierungen sorgen dafür, dass die Wirkstoffe bestmöglich auch in den kleinen Atemwegen ankommen. Notwendig sei laut Pohl jedenfalls eine korrekte Anwendung der Inhalatoren, die durch eine gute und kontinuierliche Schulung der Patienten gewährleistet werden kann. Exazerbationen verhindern Grundsätzlich ist die COPD heute gut behandelbar – vor allem, wenn sie frühzeitig diagnostiziert wird. „Im Verlauf der Erkrankung gilt es, insbesondere Exazerbationen – quasi den Herzinfarkt der Lunge – zu vermeiden“, sagt OA Priv.-Doz. Dr. Arschang Valipour, Ärztlicher Leiter Bronchologie, SMZ Baumgartner Höhe/Otto-Wagner-Spital, Wien. Exazerbationen stellen einen Risikofaktor für das Auftreten weiterer Exazerbationen dar. „Viele Experten gehen bereits dazu über, Exazerbationen als COPD-Attacken zu sehen“, so Valipour. Diese stellten einen Angriff auf das gesamte Organsystem und darüber hinaus auf die Lebensqualität dar. Zudem tragen Anzahl und Schweregrad der Exazerbationen zu einer weiteren Verschlechterung der Erkrankung bei. Dies gelte selbst für „banale Infekte“, wie Valipour betont. Die Therapie der COPD und damit der Exazerbationen besteht neben Rauchabstinenz und inhalativer Behandlung aus körperlicher Aktivität und Lungenrehabilitation zur Steigerung der Leistungsfähigkeit. Valipour streicht weiters die Bedeutung von Grippe- und Pneumokokken-Impfung heraus. Neben Exazerbationen stellen für COPD-Patienten Komorbiditäten ein großes Risiko dar. Hier sind vor allem Diabetes mellitus und Herz- Kreislauf-Erkrankungen zu nennen, aber auch psychische Beeinträchtigungen wie Depressionen oder depressive Verstimmungen. Prävention fördern „Bei der Vermeidung einer COPD-Erkrankung kommt auch dem Arbeitsplatz große Bedeutung zu“, sagt Univ.- Prof. Dr. Bernhard Schwarz, Zentrum für Public Health, MedUni Wien; Karl Landsteiner Institut für Gesundheitsökonomie. Dazu gehörten in erster Linie rauchfreie Betriebe. Stärkung des Gesundheitsbewusstseins der Mitarbeiter und Früherkennung von Symptomen bilden essenzielle Maßnahmen. Schwarz: „Einfache diagnostische Tools wie die Lungenfunktionsmessung sollten daher in Betrieben stärker zum Einsatz kommen.“ Allerdings sei insbesondere in Österreich der Stellenwert der Prävention noch zu gering ausgeprägt. Adhärenz verbessern „Chronisch kranke Menschen weisen oft eine geringere Adhärenz auf“, berichtet Univ.-Prof. Dr. Rudolf Schoberberger, Zentrum für Public Health, MedUni Wien. Bei der COPD könnten Verleugnung und Verdrängung von Krankheitssymptomen einem adäquaten therapeutischen Vorgehen über lange Zeit entgegenwirken. Dies gelte insbesondere für das Rauchverhalten. Gelingt es jedoch, Rauchabstinenz zu erzielen, können sowohl eine bessere Lebensqualität als auch eine gesteigerte Adhärenz für medikamentöse Therapie erreicht werden. ❙ Foto: polygraphus/GettyImages 28 pneumo CC 5/17

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