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CliniCum pneumo 05/2017

COPD Therapien * x

COPD Therapien * x täglich * Schritt-Inhalator * Aclidiniumbromid + Formoterol AT-BRI-02-04-2017 *) Fachinformation: Brimica® Genuair® 340mcg/12mcg Pulver zur Inhalation, Bretaris® Genuair® 322 mcg Pulver zur Inhalation Fachkurzinformation siehe Seite 36

pneumo | news Lungenfunktion Asbest Asbestfasern sind in der menschlichen Lunge selbst nach 40 Jahren noch in derselben Menge nachweisbar. Das hat die Analyse eines Datensatzes des Deutschen Mesotheliomregisters am Institut für Pathologie der Ruhr-Universität Bochum gezeigt. (Feder et al., Eur Respir J 2017) Fotos: Darja Österle, TU Wien; Helmholtz Zentrum München/Herbert Schiller; USGS; yongkiet/GettyImages; CDC/Janice Haney Carr; Idzko/Privat Mit direktem Blick in die Lunge Ein neues bildgebendes Verfahren, die elektrische Impedanztomografie (EIT), soll bald wichtige Körperfunktionen überwachen. In einer Kooperation der TU Wien, Med Uni Wien und Vetmeduni Wien wurde diese Technik nun einen wichtigen Schritt weitergebracht. Einfacher, bequemer und billiger geht es kaum: Bei der EIT wird ein Gurt mit Elektroden direkt auf der Haut angebracht, hochfrequente Ströme werden durch den Körper geschickt, mit denen man den elektrischen Widerstand des Körpers rückrechnen und auf Vorgänge im Körperinneren schließen kann. Allerdings gibt es derzeit noch keine einheitliche Methode für die Umrechnung der Messdaten in verlässliche Bilder. In dem gemeinsamen Projekt konnte man nun zeigen, dass sich die Qualität der Ergebnisse drastisch steigern lässt, indem man das Auswertungsverfahren für jede einzelne Person individuell maßschneidert. „Schon Lungenfibrose Die Ursache der idiopathischen Lungenfibrose (IPF) ist nach wie vor ungeklärt. Nun haben zwei deutsche Forschergruppen zwei neue Erklärungsansätze publiziert, wie es zu dieser Erkrankung kommt, bei der das Lungengewebe der Betroffenen vernarbt, sodass sich die Lungenfunktion zunehmend verschlechtert. Die eine Gruppe identifizierte sowohl in der Lunge als auch in der Haut von IPF-Patienten vermehrt Proteine, die maßgeblich in Antikörper-produzierenden B-Zellen, sogenannten Plasmazellen, vorkommen. Das ließe vermuten, dass bei manchen Patienten womöglich eine Autoimmunerkrankung gegen noch unbekannte Proteine in der Lunge ursächlich an der Krankheit seit Jahren setzt man große Hoffnungen auf die EIT“, erklärt Ass.-Prof. Dr. Stefan Böhme, Universitätsklinik für Anästhesie, Allgemeine Intensivmedizin und Schmerztherapie, Wien. Ein wichtiges Hoffnungsgebiet ist die Überwachung der Lungenfunktion von Intensivpatienten. Künstliche Beatmung kann die Lunge stark belasten und zu Schäden führen, wenn sie nicht genau auf die Patientenbedürfnisse abgestimmt wird. Mit bildgebenden Verfahren wie der Computertomografie kann man die Lungenaktivität zwar untersuchen, doch dabei erhält man nur Einzelbilder; auch ist keine kontinuierliche Überwachung möglich. Ziel ist aber nicht, möglichst gute Einzelbilder zu erstellen, es geht vielmehr darum, physiologisch relevante Parameter aus den Daten abzuleiten, um die Lungenfunktion direkt zu überwachen. Genau das kann die EIT nun leisten. (Thürk et al., PLoS ONE 2017) Neue Erklärungsansätze für Ursache beteiligt ist. Die massenspektroskopische Identifikation von Autoantikörpern und deren Antigenen aus dem Blut von IPF-Patienten könnte ein Schlüssel zu immuntherapeutischen Ansätzen sein. (Schiller, et al., Am J Respir Crit Care Med 2017) Die andere Gruppe zeigte, dass eine Lungenfibrose möglicherweise auf die Alterung der Zellen, die sogenannte Seneszenz, zurückgeführt werden kann. Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass manche Zellen im Alveolarepithel Marker für eine Seneszenz aufweisen. Mit senolytischen Medikamenten, die gezielt seneszente Zellen abtöten, konnten sie in der Zellkultur eine bereits vorhandene Lungenfibrose stoppen. (Lehmann et al., Eur Respir J 2017) Asthma bronchiale Aus den Blättern der Korallenbeere (Ardisia crenata) hat ein deutsch-britisches Forscherteam einen neuartigen Wirkstoff gegen Asthma bronchiale gewonnen, der bei Mäusen die für die Erkrankung typischen Verkrampfungen der Atemwege effektiver und langfristiger als das gängige Asthmamedikament Salbutamol gelöst hat. (Matthey et al., Sci Transl Med 2017) Mukoviszidose In Deutschland wurde eine neue S3-Leitlinie für die Therapie der Mukoviszidose bei chronischer Infektion mit Pseudomonas aeruginosa vorgestellt. Rund 28 Prozent der Mukoviszidose-Patienten sind auch an einer Infektion mit diesem Keim erkrankt. Mit der neuen Leitlinie liegt nun erstmals ein Standard für die Diagnostik und Behandlung der chronischen Atemwegsentzündung mit Pseudomonas aeruginosa bei Mukoviszidose vor. www.awmf.org/ leitlinien/detail/ ll/020-018.html Ernennung Mit 1. Oktober hat Dr. Marco Idzko die Professur für Pulmologie an der MedUni Wien übernommen. Forschungsschwerpunkte des aus Freiburg kommenden Pulmologen sind die immunologischen Mechanismen bei Asthma bronchiale und COPD, um Mediatoren bzw. Signalwege zu identifizieren, aus denen sich neue therapeutische Ansätze ableiten lassen. 5/17 CC pneumo 7

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