Aufrufe
vor 1 Jahr

krebs:hilfe! 01-02/2018

  • Text
  • Krebshilfe
  • Patienten
  • Therapie
  • Behandlung
  • Kombination
  • Patientinnen
  • Chemotherapie
  • Abstract
  • Monaten
  • Nebenwirkungen
  • Erwachsenen

12 ÖSTERREICHISCHE

12 ÖSTERREICHISCHE KREBSHILFE UND WIENER ÄRZTEKAMMER smoke“. Dank der Popularität von Kurt Kuch konnte die Kampagne innerhalb kürzester Zeit zahlreiche Unterstützer gewinnen. Dass Kuch Anfang Jänner 2015 schlussendlich den Kampf gegen den Krebs verlor und starb, befeuerte die Debatte zusätzlich. Jahn-Kuch: „Kurts Geschichte hat nicht nur viele Menschen bewegt und zur Bewusstseinsbildung beigetragen, er hat den 14.000 Menschen, die jährlich in Österreich abseits jeder öffentlichen Wahrnehmung an den Folgen des Rauchens versterben, auch ein Gesicht gegeben. Sein Einsatz für die Kampagne trotz seines immer schlechter werdenden Gesundheitszustandes hat mich persönlich sehr beeindruckt. Kurt hatte noch viel vor in Sachen Nichtraucherschutz.“ Gesetz mit Übergangsfrist Die damalige Gesundheitsministerin Dr. Sabine Oberhauser und Vizekanzler Dr. Reinhold Mitterlehner waren unter den Ersten, die die Initiative unterstützten. Nach und nach unterschrieben alle Minister und alle Gesundheitssprecher, übrigens inklusive Sebastian Kurz, der damals Außenminister war. Damit war der Weg frei für das Nichtraucherschutzgesetz 2015, das mit einer Übergangsfrist von drei Jahren beschlossen wurde. Kurswechsel mit Koalition „Das war damals ein gangbarer und guter Kompromiss, der uns aber jetzt auf den Kopf fällt. Wir dachten wirklich, das Nichtrauchergesetz wäre Fakt“, sagt Samonigg. Dass die ÖVP ihre damalige Zustimmung revidieren könnte, das hätte niemand in Erwägung gezogen. Unter dem Motto, die „unternehmerische Freiheit und Entlastungen für Gastronomie und Tourismus“ zu fördern, wie es im Regierungsprogramm heißt, beschloss die neue schwarz-blaue Koalition im Dezember 2017, das Rauchverbot in der Gastronomie aufzuweichen. Gastronomiebetriebe sollen weiterhin Raucherbereiche anbieten dürfen, der Nichtraucherschutz soll sich am so genannten „Berliner Modell“ orientieren. Die Überraschung über diesen Kurswechsel war groß. Samonigg betont: „Ich wusste zwar, dass die FPÖ gegen das Rauchverbot in Lokalen war, aber dass es eine Bedingung in den Koalitionsgesprächen war, das war uns nicht klar.“ Raucherwende Die Meinung zum Thema Nichtraucherschutz hat sich in den vergangenen Jahren jedenfalls deutlich verändert. „Selbst Raucher wollen heute rauchfreie Lokale, und auch viele Gastronomen“, sagt Samonigg. Szekeres betont: „Die Initiative ist ein Volksbegehren für den Nichtraucherschutz. Wir akzeptieren die Freiheiten von Rauchern wie jeder andere auch. Wir wollen lediglich, dass eine Grenze dort gesetzt wird, wo es für Nichtraucher aus medizinischer Sicht massive gesundheitliche Bedenken gibt.“ < 1–2/2018

BRUSTKREBS-FRÜHERKENNUNG 2018 13 Programmverlängerung holt Ärzte und Kritiker stärker ins Boot Mit der Vertragsverlängerung haben Hauptverband und Österreichische Ärztekammer bei den letzten großen Kritikpunkten der Ärzte nachgebessert. Vertrauensärzte können seit Jänner 2018 Patientinnen mittels Zuweisungsformular zur Untersuchung empfehlen. Von Mag. Katharina Scheyerer-Janda Die Vertragspartner im Brustkrebs-Früherkennungsprogramm – Hauptverband und Ärztekammer – haben mit Anfang 2018 ihren Rahmenvertrag um weitere vier Jahre bis 2021 verlängert und gleichzeitig Kritikpunkte am Programm beseitigt. Der erste Evaluierungsbericht der Gesundheit Österreich GmbH, kurz GÖG, (die krebs:hilfe berichtete im Heft 5/2017) war ausschlaggebend für diese Nachbesserungen, heißt es von den Programmverantwortlichen bei der Wiener Gebietskrankenkasse. „Der Evaluierungsbericht hat uns einerseits bestärkt, dass an den Eckpfeilern des Programms wie Altersgruppe, Untersuchungsablauf und Untersuchungsintervall nicht gerüttelt werden sollte, andererseits haben wir in konstruktiven Gesprächen bei den Empfehlungen der GÖG nach Lösungen gesucht“, sagt Mag. Romana Ruda, Programmleiterin des Brustkrebs-Früherkennungsprogramms. Neu: aktivere Rolle der Ärzte Nicht nur die Ärzte selbst, sondern auch die GÖG wünschten sich eine Ruda: „Kommt eine Frau mit dem Zuweisungsformular und dem Vermerk ‚BKFP erbeten‘, dann weiß der Radiologe, dass eine Befundübermittlung von diesem Arzt erwünscht ist.“ noch stärkere Einbindung der Vertrauensärzte in den Programmablauf. „Mit 2018 wurden die noch offenen Diskussionspunkte angegangen“, sagt Ruda. Eine Zuweisung im klassischen Sinn ist zwar weiterhin nicht notwendig, es reicht eine freigeschaltete e-card. Dennoch können Ärzte, die ihren Patientinnen zur Teilnahme raten, ihre beratende Rolle jetzt mit ihrem üblichen Zuweisungsformular und dem Vermerk „BKFP erbeten“ dokumentieren. Damit weiß der Radiologe, dass eine Befundübermittlung von diesem Arzt erwünscht ist. „Eine allgemeine und generelle Befundübermittlung ist aus Datenschutzgründen von der Ärztekammer nicht gewünscht. Mit dieser Neuregelung haben wir aber einen Baustein geschaffen, um die Ärzte noch stärker einzubinden“, stellt Ruda klar. Der Hauptverband hat auch eine mögliche Abgeltung der ärztlichen Beratungsleistung in die neue Vereinbarung aufgenommen. Der im Vertrag verankerte Richtwert von drei Euro sei bewusst als Richtwert formuliert und stelle eine Art Willenskundgebung dar, dass sich die Träger anlassbezogen mit der jeweiligen Landesärztekammer zu dem Thema auseinandersetzen sollen, betont Ruda. Der Grund ist ein struktureller: Zuständig für die Honorarabgeltung und -gestaltung ist nicht der Bund, sondern die einzelnen Sozialversicherungsträger, und diese haben unterschiedliche Abrechnungsmodelle. „Dieser symbolische Wert eröffnet den Verhandlern den notwendigen FOTO: BARBARA KROBATH Neuheiten im Überblick Für Radiologen Für Ärzte Für Spitäler Für Frauen Formulare: Umbuchen von Früherkennung auf kurativ möglich; neue Indikationskategorie BIRADS 3 Neue teilnehmende Institute müssen innerhalb von zwei Jahren Mindestfrequenz oder Relevanz nachweisen Zuweisungsformular mit Vermerk „BKFP erbeten“ sichert Befundübermittlung an den zuweisenden Vertrauensarzt Mögliche Beratungsabgeltung festgelegt; Umsetzung bleibt Ländersache Datendokumentation und -rückmeldung mit verschlanktem Datenblatt. Implementierung bis Herbst 2018 Nacherfassung des histologischen Befundes bis Herbst 2018 Opt-in nur noch einmal erforderlich; Freischaltung der e-card erfolgt ab Mai sofort nach Anruf der Serviceline unter 0800 500 181 Trotz Kontrolluntersuchung oder privat bezahlter Mammografie bleibt das zweijährige Untersuchungsintervall bestehen 1–2/2018

ärztemagazin

Medical Tribune