Aufrufe
vor 1 Jahr

krebs:hilfe! 01-02/2018

  • Text
  • Krebshilfe
  • Patienten
  • Therapie
  • Behandlung
  • Kombination
  • Patientinnen
  • Chemotherapie
  • Abstract
  • Monaten
  • Nebenwirkungen
  • Erwachsenen

14

14 BRUSTKREBS-FRÜHERKENNUNG 2018 Spielraum für eine leistungsadäquate Abrechnung“, so Ruda. Der neue Rahmenvertrag sieht zudem vor, dass der zuständige Radiologe „von Früherkennung auf kurativ umbuchen kann, wenn er zum Beispiel eine onkologische Vorerkrankung feststellt“, erklärt Ruda. Der Vorteil liegt in der Daten- und der Betreuungsqualität. „Frauen, die eine Mammografie zur Nachsorge erhalten, benötigen eine andere medizinische Betreuung, da sie ein höheres Risiko einer Folgeerkrankung haben.“ Neu: Weichen für vollständige Dokumentation gestellt In der Bundeszielsteuerungskommission im Dezember 2017 haben sich die Länder dazu bekannt, die Nacherfassung der bereits untersuchten Frauen voranzutreiben und die Dokumentation sicherzustellen. Bis Herbst 2018 sollen 90 Prozent aller erforderlichen Datenblätter nachdokumentiert sein. Entscheidender Punkt für die Einigung war, dass das Programm die Datenblätter aus den öffentlichen Spitälern zur Dokumentation massiv verschlankt hat, sodass der Aufwand für die Dokumentation möglichst geringgehalten wird. Weitere Änderungen Folgende Adaptierungen sollen vor allem Abläufe verbessern, die bei der SV-internen Evaluierung aufgefallen sind. Frauen, die sich zwischen 40 und 45 Jahren in das Programm hinein optieren, bleiben auch im Programm. Ist die e-card einmal freigeschaltet, dann gilt dies auch über das 70. Lebensjahr hinaus. Neu in der Indikationsliste ist die Kategorie BIRADS 3. Bisher wurden diese Fälle unter „besondere medizinische Indikationen im Einzelfall“ registriert. Da rund ein Drittel der Einträge und damit der häufigste Grund in dieser Indikationskategorie BIRADS 3 ist, wurde jetzt eine eigene Indikationskategorie BIRADS 3 geschaffen. Der Punkt besondere medizinische Indikation im Einzelfall bleibt unter dem etwas verkürzten Titel „sonstige medizinische Indikation“ bestehen. Ab Mai erfolgt die Freischaltung der e- card sofort nach dem Anruf bei der Serviceline, die an Arbeitstagen von 8 bis 18 Uhr besetzt ist. Somit gibt es beim telefonischen Opt-in keine zwei- bis dreitägigen Wartezeiten mehr. Ohne Opt-in wird die e-card weiterhin mit Monatserstem freigeschaltet. Offene Punkte für die nächste Evaluierung Nicht einig sind sich Sozialversicherung und Ärztekammer beim Nutzen der unabhängigen Doppelbefundung sowie des Einsatzes von Ultraschall. „Diese beiden Punkte werden auf Wunsch der Ärztekammer derzeit schwerpunktmäßig beobachtet und im nächsten Evaluierungsbericht dokumentiert“, sagt Ruda. Voraussichtlicher Erscheinungstermin: 1. Quartal 2019. < Fokus Patient mCRPC: Auch eine Frage der Lebensqualität EINFACH LEBEN Längere Lebensqualität Mit XTANDI TM konnte die Lebensqualität doppelt so lange erhalten werden wie unter der Kontrollgruppe 1,2 • 25 Monate Aufrechterhaltung des sozialen Wohlbefindens 3 • 19 Monate Aufrechterhaltung des emotionalen Wohlbefindens 3 Bedeutende klinische Vorteile • 19,7 Monate mediane Zeit ohne radiologische Progression 1 • 35,3 Monate medianes Gesamtüberleben 1 Gute Verträglichkeit und einfache Dosierung ohne spezielles Monitoring 1,2 XTD/2017/0055/AT Literaturnachweis: 1. XTANDI Fachinformation, Stand 06/2017. 2. Beer TM et al. N Eng J Med. 371(5): 424-433 (2014). 3. Appendix to: Loriot Y et al. Lancet Oncol. 2015; DOI: http://dx.doi.org/10.1016/S1470-2045(15)70113-0. 4. Amtliche Verlautbarung der österreichischen Sozialversicherung im Internet, 131. Änderung des EKO, 01.09.2015 1–2/2018 Astellas Pharma Ges.m.b.H., Donau-City-Straße 7, 1220 Wien, Tel: +43 1 877 26 68, E-Mail: office.at@astellas.com Erstattet in der gelben Box 4 Fachkurzinformation auf Seite 47.

YOUNGSTAR 15 FOTO: BARBARA KROBATH Mit kleinen Händen den Biomarkern auf der Spur Dr. Kerstin Wimmer, Universitätsklinik für Chirurgie, findet man dank eines Forschungsstipendiums derzeit eher im Labor als im OP. Im Gespräch mit der krebs:hilfe! erklärt die Assistenzärztin, warum Frauen in ihrem Fach – rein anatomisch natürlich – im Vorteil sind. Von Mag. Anna Egger Für ihre PhD-Arbeit erhielt Wimmer im letzten Jahr das Georg-Stumpf-Stipendium für Krebsforschung der Österreichischen Gesellschaft für Chirurgische Onkologie. Darin erforscht die 29-Jährige Biomarker, die das Ansprechen von neoadjuvanter Chemotherapie bei frühem Hochrisiko- oder bei lokal-fortgeschrittenem Mammakarzinom vorhersagen könnten. Chemotherapie noch selektiver In die Auswertung einbezogen werden Patientinnen der neoadjuvanten ABCSG- 34-Studie, die nicht in den experimentellen Arm (Krebsimmunisierung mit der Vakzine Tecemotide), sondern in einen der Kontrollarme randomisiert werden und somit eine Standardchemotherapie mit Epirubicin/Cyclophosphamid gefolgt von Docetaxel erhalten. Blutplasma der beteiligten Frauen wird zum Zeitpunkt der Biopsie (Baseline), vor dem Switch auf Docetaxel (Midtime) und vor der Operation entnommen. Anschließend bestimmt Wimmer die Konzentration von 23 immunmodulatorischen Markern, darunter die Chemokin-Liganden CCL23 und CCL29 sowie den Plasminogenaktivator vom Urokinase-Typ (uPA) und seinen Rezeptor. Der eigentlichen Arbeit ging eine Pilotstudie voraus, die bei Patientinnen mit neoadjuvanter Aromataseinhibitor- Therapie 95 Marker identifizierte, von denen anhand der Literatur jene 23 ausgewählt wurden, die besonders interessant sein könnten. Parallel dazu zieht Wimmer den „Residual Cancer Burden“-Score (RCB-Score) heran, um zu beurteilen, wie gut (0–1) oder schlecht (2–3) der Tumor unter neoadjuvanter Chemotherapie anspricht, einen Verlauf anzugeben und zu sehen, ob bzw. wie dieser Verlauf mit der Konzentration der Biomarker korreliert. Sie hofft, „damit eine Konstellation von Biomarkern zu finden, die uns sagen kann, bei welcher Frau eine neoadjuvante Chemotherapie erfolgversprechend ist“. Geplant ist zudem eine Analyse bei neu diagnostizierten Patienten außerhalb der ABCSG-34-Studie, um die ausgewählten Marker auch prospektiv zu evaluieren. Erfolg durch Routine Für Wimmer war vom ersten Praktikum an klar, dass sie Chirurgie wählen würden, weil sie mit den Händen arbeiten wollte. Nach kurzer Assistenzzeit in der Leberchirurgie-Gruppe wechselte sie zur Brustchirurgie. „Das hat mich einfach gereizt, weil man so schnell Rückmeldung bekommt. Man sieht die Patientin in der Ambulanz, es vergehen zwei Wochen, bis alle Untersuchungen gemacht sind, und dann kann man operieren. Wenn der Krebs früh entdeckt wird, ist die Patientin anschließend mit großer Wahrscheinlichkeit geheilt. Das ist ein schönes Arbeiten, weil man sehr schnell helfen kann.“ Wimmer wird in etwa zwei Jahren ihren Facharzt abschließen. Eine Schwierigkeit im Alltag an der Klinik ist es, neben Wissenschaft und Forschung die Chirurgie nicht zu kurz kommen zu lassen. „Denn gut“, so Wimmer, „wird man nur durch die Routine – Geschick und Talent einmal vorausgesetzt.“ Danach gefragt, welche Rolle das Geschlecht in der Chirurgie spiele, zitiert Wimmer Univ.-Prof. Dr. Bernd Gollackner von der Abteilung für Gefäßchirurgie. „Er sagt, Frauen seien viel geschickter, weil sie die kleineren Hände haben.“ Ein weiteres Beispiel ist Univ.- Prof. Dr. Ruth Exner. „Sie und ich sind die einzigen Ärzte im Mamma-Team mit Handschuhgröße 6, also der kleinsten Größe. Und tatsächlich fällt bei Prof. Exner auf, dass sie mit sehr kleinen Schnitten auskommt.“ Chinesisch für Chirurgen Ein langfristiges Ziel von Wimmer ist die Integration traditioneller chinesischer Medizin (TCM) in ihre jetzige Tätigkeit. „TCM kann man sehr gut mit der Mammachirurgie verbinden. Gerade adjuvant klagen Patientinnen über Hitzewallungen aufgrund der endokrinen Therapie. Diese Nebenwirkung lässt sich hervorragend mit chinesischer Kräutertherapie behandeln. Es gibt auch Extrakte aus Salvia miltiorrhiza, die auf bestimme Brustkrebszellen inhibierend wirken. Hier kennt man bereits bestimmte Mechanismen, die gut publiziert sind. Es wäre daher sehr spannend, TCM auch in die Grundlagenforschung miteinzubringen.“ Schon jetzt empfiehlt Wimmer interessierten Patientinnen, sich parallel zur Schulmedizin an TCM-Mediziner zu wenden, um z.B. die durch Chemotherapie entstandene Hitze mittels Akupunktur auszuleiten. Sie selbst schließt demnächst einen großen Teil ihrer TCM-Ausbildung ab. „Meine Idee wäre, einmal eine TCM-Ambulanz für Brustkrebspatientinnen im AKH anzubieten.“ < Weitere Vorschläge für Kandidaten dieser Serie richten Sie bitte an krebshilfe@medizin-medien.at 1–2/2018

ärztemagazin

Medical Tribune