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krebs:hilfe! 01-02/2018

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ASH

ASH 2017 26 ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG ▼Obinutuzumab (Gazyvaro®) Neues zum follikulären Lymphom: GALLIUM-Studie In einer Subgruppenauswertung der GALLIUM-Studie vom ASH-Jahresmeeting konnte gezeigt werden, dass Obinutuzumab als Zusatz zur Chemotherapie das Rezidivrisiko innerhalb von 24 Monaten beim follikulären Lymphom verringert. Von OA Priv.-Doz. Dr. Daniel Heintel Seit der Zugabe der CD-20-Antikörpertherapie zur Chemotherapie konnte eine Verlängerung der Überlebenszeit beim follikulären Lymphom (FL) erzielt werden. Eine alleinige Antikörpertherapie im Anschluss als Erhaltung verlängert das progressionsfreie Überleben (PFS). GALLIUM-Studie Obinutuzumab ist ein glycoengineered Typ-II-anti-CD20-Antikörper, der durch eine sehr starke zellvermittelte Zytotoxizität gekennzeichnet ist. Die GALLIUM- Studie verglich bei 1.202 nicht vorbehandelten FL-Patienten 1:1-randomisiert eine Rituximab-basierte mit einer Obinutuzumab-basierten Chemotherapie. 1 Anschließend wurde der jeweils gleiche Antikörper wie in der Induktionstherapie als Erhaltungstherapie alle zwei Monate über zwei Jahre verabreicht. Alle Patienten hatten ein FL Grad 1 bis 3a; Stadium GALLIUM: Progressionsfreies Überleben (PFS) PFS (IN PROZENT) 100 80 60 40 20 III, IV oder ein Stadium II mit „bulky disease“ (>7cm). Das mediane Alter betrug 59 Jahre. Als Chemotherapie-„Backbone“ konnte man zwischen Cyclophosphamid/ Vincristin/Prednisolon (CVP), Doxorubicin/Cyclophosphamid/Vincristin/ Prednisolon (CHOP) oder Bendamustin wählen, wobei die meisten Patienten Bendamustin erhielten (57,1%). Der primäre Endpunkt war das PFS. Nach einem medianen Follow-up von 34,5 Monaten konnte ein signifikant längeres PFS in der Obinutuzumab-Gruppe erreicht werden (HR 0,66; p=0,001). Das PFS nach drei Jahren betrug 80 Prozent im Obinutuzumab-Arm und 73,3 Prozent im Rituximab-Arm (siehe Abbildung unten). Das Risiko für Progress, Rezidiv oder Tod verringerte sich um 34 Prozent, von 24 im Rituximab-Arm auf 16,8 Prozent im Obinutuzumab-Arm. Bezüglich der Ansprechrate und des Gesamtüberlebens Quelle: Marcus R et al.; N Engl J Med 2017; 377: 1331–44 ■ Obinutuzumab-basierte Chemotherapie ■ Rituximab-basierte Chemotherapie HR 0,66 p=0,001 ZEIT (IN MONATEN) 0 6 12 18 24 30 36 42 48 54 (OS) fand sich kein signifikanter Unterschied zwischen den Therapiearmen. Toxizitäten waren tendenziell im Obinutuzumab-Arm höher. Die häufigsten schwerwiegenden Komplikationen (Grad 3–5) waren infusionsassoziierte Reaktionen (Obinutuzumab vs. Rituximab 12,4 vs. 6,4%), Neutropenie (45,9 vs. 39,5%), Infektionen (20 vs. 15,6%), Thrombozytopenie (6,1 vs. 2,7%) und sekundäre Neoplasien (4,7 vs. 2,7%). Beim ASH-Meeting 2017 wurde eine Subgruppen-Analyse von Patienten präsentiert, die innerhalb von 24 Monaten progredient waren oder aufgrund der Grunderkrankung verstarben (POD24). 2 Der Anteil dieser Patienten war im Obinutuzumab-Arm mit neun Prozent geringer als im Rituximab-Arm (16%). Das relative Risiko für ein POD24-Ereignis war mit Obinutuzumab im Vergleich zu Rituximab um 46 Prozent reduziert. POD24-Patienten hatten in beiden Armen eine deutlich schlechtere Lebenserwartung. Je früher es zu einem Rezidiv kam, desto schlechter war das OS. Derzeit gibt es noch keine Modelle, einen frühen Progress (innerhalb von 24 Monaten) und die damit deutlich verkürzte Lebenserwartung vorherzusagen. Zusammenfassung Eine Immunchemotherapie mit Obinutuzumab führt bei nicht vorbehandelten Patienten mit FL zu einem signifikant verlängerten PFS im Vergleich zu Rituximab. Die Toxizität war insgesamt im Obinutuzumab-Arm etwas höher. Der Anteil an Patienten, die früh relapsierten und damit ein schlechteres OS hatten, war im Obinutuzumab-Arm geringer. Obinutuzumab stellt eine gute neue Option in der Erstlinientherapie des follikulären Lymphoms dar. < OA Priv.-Doz. Dr. Daniel Heintel 1. Medizinische Abteilung, Wilhelminenspital, Wien Literatur: 1 Marcus R et al.; N Engl J Med 2017; 377: 1331–44; 2 Launonen A et al.; ASH 2017; Poster P-1490 Mit freundlicher Unterstützung von Roche FOTO: BARBARA KROBATH AT/HAEM/0118/0003 FACHKURZINFORMATION SIEHE SEITE 46 1–2/2018

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