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krebs:hilfe! 01-02/2018

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X JAHRESRÜCKBLICK

X JAHRESRÜCKBLICK 2017 Take Home Messages • Bei Niedrigrisiko-CRC (T1-3, N1) sind drei Monate adjuvante Oxaliplatin-basierte Chemotherapie, vorzugsweise mit oralem 5-FU, ausreichend und v.a. verträglicher. In der Hochrisikogruppe (T4 und/oder N2) sollte die Therapiedauer sechs Monate betragen. • Die Primumlokalisation des Kolorektalkarzinoms (CRC) ist als unabhängiger prognostischer Marker weiter etabliert. Dies zeigt sich auch anhand der dramatischen Unterschiede beim Therapieansprechen. • Die Immuntherapie fügt sich als weiteres wichtiges Armamentarium in der Therapie des metastasierten CRC ein. • Für BRAF-mutierte Patienten zeigt die Kombination aus zielgerichteter Therapie und klassischer Chemotherapie einen interessanten Ansatz. ben wurde noch nicht erreicht (Le DT et al., N Engl J Med 2015; 372(26): 2509–20). Basierend auf fünf einarmigen Studien mit insgesamt 149 Patienten wurde im September 2017 Pembrolizumab bei MSI-Hbzw. dMMR-Tumoren unabhängig der Entität durch die FDA zugelassen. In Bezug auf das CRC wurden insgesamt 90 Patienten therapiert, bei denen Ansprechraten von 36 Prozent und einer Spanne des Ansprechens zwischen 1,6 bis 22,7 Monaten erreicht wurde (Lemery S et al., N Engl J Med 2017; 377(15): 1409–12). Zielgerichtete Kombi bei BRAF-Mutation Für BRAF-mutierte Patienten wurde eine spannende Arbeit am ASCO GI vorgestellt, die am ASCO aktualisiert wurde. Insgesamt wurden 99 Patienten eingeschlossen. Basierend auf präklinischen Daten, die beim CRC zeigten, dass eine alleinige BRAF-Inhibition zu einer Hochregulation von EGFR führt, erhielten die Patienten im experimentellen Arm eine Kombination aus Vemurafenib, Irinotecan und Cetuximab. Verglichen wurde dies mit Irinotecan/ Cetuximab. Primärer Endpunkt war das progressionsfreie Überleben (PFS). Durch die Triple-Therapie konnte das PFS signifikant um 2,3 Monate verlängert werden (4,3 vs. 2 Monate; HR 0,48, p=0,001). Das Gesamtüberleben zeigte einen Trend für eine Verbesserung. Die Nicht-Signifikanz dürfte an der Möglichkeit zum Cross-over liegen (Kopetz S et al., ASCO 2017; Abstract 3505). Aktuell laufen Studien zu einer Chemotherapie-freien Therapie, wie sie beispielsweise von Dr. Sanne Hujberts, Amsterdam, Niederlande, am ESMO präsentiert wurden (Hujberts S et al., Ann Oncol 2017; 28 (suppl_5): v158–208). < Dr. Ulrich Popper Abteilung für Innere Medizin Ordensklinikum, Barmherzige Schwestern Linz FOTOS: SELVANEGRA/THINKSTOCK/ISTOCK, BARBARA KROBATH 1–2/2018

XI Praxisverändernde Erkenntnisse beim Ovarialkarzinom Von Assoz.-Prof. PD. Dr. Stephan Polterauer Im Jahr 2017 wurden neue Ergebnisse aus Studien präsentiert, die sowohl die Standards in der chirurgischen Therapie wie auch in der Systemtherapie relevant beeinflusst haben. Zwei Studien der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO), an denen die Medizinische Universität Wien aktiv beteiligt war, untersuchten operative Therapiekonzepte und wurden 2017 beim ASCO präsentiert. Neuer chirurgischer Standard bei FIGO IIB-IV Die LION-Studie (AGO/ENGOT) untersuchte die Wertigkeit der Lymphadenektomie im Rahmen der Primäroperation mit kompletter Tumorresektion (R0) eines fortgeschrittenen Ovarialkarzinoms im FIGO-Stadium IIB–IV. Ziel war es zu untersuchen, ob die Entfernung nicht vergrößerter pelviner und paraaortaler Lymphknoten nach kompletter Tumorentfernung (optimale Zytoreduktion) einen Nutzen für das Gesamtüberleben (OS) und progressionsfreies Überleben (PFS) bringt (Harter P et al., ASCO 2017; Abstract 5500). Makroskopisch vergrößerte Lymphknoten wurden in jedem Fall entfernt. Es zeigten sich bei 55,7 Prozent aller Patientinnen mit klinisch und radiologisch unauffälligen Lymphknoten, histologisch subklinische Metastasen in den entfernten, retroperitonealen Lymphknoten (N1). Dennoch konnte durch die Entfernung der Lymphknoten keine Verbesserung des PFS oder OS beobachtet werden. Das mediane PFS betrug 26 Monate in beiden Gruppen (p=0,3) und das mediane OS 65,6 vs. 69,2 Monate (p=0,65) in der Gruppe mit vs. ohne Lymphadenektomie. Erwähnenswert ist das generell sehr gute Outcome in beiden Gruppen. Dieses Ergebnis unterstreicht die Bedeutung der zytoreduktiven Operation, da bei allen Patientinnen eine komplette Tumorresektion (R0) im Rahmen der Operation durchgeführt wurde. Diese Studie etabliert den Verzicht auf die systematische Entfernung pelviner und paraaortaler Lymphknoten als neuen chirurgischen Standard bei Patientinnen mit Ovarialkarzinom im FIGO-Stadium IIB–IV, makroskopisch vollständiger Tumorresektion und klinisch negativen Lymphknoten. Zytoreduktive OP bei Spätrezidiv In der AGO-DESKTOP-3-/ENGOT-ov20-Studie wurde der Effekt einer sekundären zytoreduktiven Operation bei Patientinnen mit Spätrezidiv eines Ovarialkarzinoms untersucht (Du Bois A et al., ASCO 2017; Abstract 5501). Bei vorangegangenen Untersuchungen wurde ein prädiktiver Score entwickelt und validiert, der Patientinnen identifiziert, bei denen eine R0-Resektion durchgeführt werden kann (AGO-Score). Patientinnen ohne Aszites, mit sehr gutem Performance-Status (ECOG 0) und Tumorfreiheit nach der Primäroperation erfüllten den AGO- Score und wurden durch Randomisierung der OP/Chemotherapie(CT)-Gruppe oder der alleinigen CT-Gruppe zugeteilt. Bei 72,5 Prozent der Patientinnen war es möglich, den Rezidivtumor chirurgisch komplett zu entfernen. In der OP/CT-Gruppe zeigte sich ein medianes PFS von 19,6 Monaten verglichen mit 14 Monaten in der CT-Gruppe (p

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