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krebs:hilfe! 01-02/2018

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XII JAHRESRÜCKBLICK

XII JAHRESRÜCKBLICK 2017 Take Home Messages • Beim Ovarialkarzinom im FIGO-Stadium IIB-IV, makroskopisch vollständiger Tumorresektion und klinisch negativen Lymphknoten kann auf die systematische Entfernung pelviner und paraaortaler Lymphknoten verzichtet werden • Die sekundäre Zytoreduktion sollte Patientinnen mit Spätrezidiv vor einer Reinduktions-CT angeboten werden. • Mit Niraparib wurde erstmals ein PARP-Inhibitor sowohl für Patientinnen mit als auch ohne BRCA-Mutation zugelassen. • Fachgesellschaften empfehlen, im Rahmen von gynäkologischen Operationen nach abgeschlossenem Kinderwunsch präventiv auch die Eileiter zu entfernen. te eine hohe Sensitivität von 94,7 Prozent (CI 74,0–99,9%). Es wurde ein relativ hoher Anteil (52,6%) an frühen Karzinomstadien beobachtet, was ein Hinweis auf einen möglichen Stadienshift sein könnte (Rosen thal AN et al., J Clin Oncol 2017; 35: 1411–20). Die effektivste Präventivmaßnahme bei Frauen mit erhöhtem Ovarialkarzinom-Risiko stellt jedoch weiterhin die prophylaktische bilaterale Adnexexstirpation nach abgeschlossenem Kinderwunsch dar. Die Risiko-reduzierende Operation führt nachweislich auch zu einer signifikanten Verlängerung des OS. Einen derartigen Effekt konnte bisher kein Screening zeigen. < Assoz.-Prof. PD. Dr. Stephan Polterauer Universitätsklinik für Frauenheilkunde Wien Paradigmenwechsel in RCC-Erstlinie Von OÄ Dr. Ursula Vogl Die Prognose des metastasierten Nierenzellkarzinoms (mRCC) hat sich in den letzten zehn Jahren durch die 2006 erfolgte Einführung von Tyrosinkinaseinhibitoren (TKI) dramatisch verbessert. Unsere nun über eine Dekade bestehende Erfahrung mit diesen Substanzen hat auch unser Toxizitätsmanagement verbessert, sodass Patienten im Median zwei bis drei Jahre die gleiche orale Therapie bei ausgezeichneter Lebensqualität erhalten. Eine österreichische retrospektive Studie mit über 300 Patienten (RE- LACS, Schmidinger M et al., ESMO 2017; Abstract 4772) hat gezeigt, dass wir Vorreiter in der Anzahl aufeinanderfolgender Therapielinien sind. 37 Prozent unserer mRCC-Patienten haben sogar drei Therapielinien bekommen. Immuntherapie-Management Der PD-1-Inhibitor Nivolumab zeigte in der Phase-III-Studie CheckMate 025 beim Einsatz in der Zweitlinie im Vergleich zur zugelassenen Standardtherapie Everolimus einen signifikanten Überlebensvorteil (Motzer RJ et al., NEJM 2015), was im April 2016 zur Zulassung führte. Diese neue Medikamentengruppe stellt uns aber auch vor neue Herausforderungen. Die Nebenwirkungen sind zwar verglichen mit Everolimus deutlich geringer, besonders was höhergradige Toxizitäten betrifft, aber es sind zum einen andere – immunvermittelte Nebenwirkungen –, zum anderen können sie auch erst Monate später auftreten. In Einzelfällen können sie so ausgeprägt sein, dass Immunsuppressiva wie Kortison und TNF-alpha-Blocker notwendig sind, um diese Überstimulation des Immunsystems in den Griff zu bekommen. Erstaunlicherweise kam es aber häufig bei Therapieabbrechern zu besonders eindrucksvollem, anhaltendem Therapieansprechen. Im Moment gibt es noch keinen Biomarker, um für eine Immuntherapie geeignete Patienten zu selektionieren, sodass die Entscheidung, ob in der Zweitlinientherapie ein weiterer TKI oder Nivolumab verwendet wird, mit dem Patienten gemeinsam zu diskutieren ist. Ev. bereits in der Erstlinientherapie aufgetretene typische TKI-Nebenwirkungen, Kontraindikationen, aber auch die Einnahme bzw. Verabreichung (der PD-1-Inhibitor wird alle zwei Wochen i.v. gegeben) sind dabei Themen. Breakthrough: CheckMate-214 Die Sensation des Jahres wurde beim diesjährigen ESMO-Meeting präsentiert: die erste Phase-III-Studie, die einen statistisch signifikanten Vorteil beim Gesamtüberleben für eine mRCC- Erstlinientherapie versus Sunitinib zeigte (alle Erstlinientherapien bisher erhielten ihre Zulassung aufgrund von Vorteilen beim progressionsfreien Überleben oder den Ansprechraten). Darüber hinaus liegen die in dieser Studie beobachteten Ansprechraten unter den höchsten in dieser Indikation beobachteten, und die Ansprechdauer ist die längste bisher beschriebene. Diese Studie ist die CheckMate-214 und Prof. Dr. Bernard Escudier präsentierte die Ergebnisse der Kombinationstherapie mit dem CTLA4-Inhibitor Ipilimumab und Nivolumab im Vergleich zur bis zu diesem Zeitpunkt ungeschlagenen Standardtherapie (Escudier B et al., ESMO 2017; Abstract LBA5). Bei Patienten mit intermediärem oder schlechtem Risikoprofil erwies sich die Kombination von Ipilimumab 1mg/kg und Nivolumab 3mg/ kg (alle drei Wochen, 4mal) gefolgt von Nivolumab im Zwei-Wochen-Abstand als signifikant besser in Bezug auf das Überleben (nicht erreicht unter der Kombination vs. 26 Monate unter Sunitinib). Die Ansprechraten lagen bei 41,6 vs. 26,5 Prozent unter Sunitinib, darunter 9,4 vs. 1,2 Prozent komplettes Ansprechen; die Dauer des Ansprechens unter der Kombination war noch nicht erreicht vs. 18,2 Monaten unter Sunitinib. Bei Patienten mit gutem Risikoscore dagegen schnitt der bisherige Standard Sunitinib signifikant besser ab mit Ansprechraten von 52 vs. 29 Prozent unter der Kombination. FOTOS: ESGO 2017, PRIVAT 1–2/2018

XIII Die neuen EAU-Guidelines zum mRCC Quelle: Powles T et al., Eur J Urol 2017 Günstiges Risiko gemäß IMDC-Score Mittleres und ungünstiges Risiko gemäß IMDC-Score Erstlinie Zweitlinie Drittlinie Sunitinib oder Pazopanib Ipilimumab/ Nivolumab Ipilimumab/ Nivolumab Cabozantinib, Sunitinib oder Pazopanib Cabozantinib oder Nivolumab VEGF-Therapie VEGF-Therapie VEGF-Therapie oder Nivolumab hoher Empfehlungsgrad (strong recommendation) Die Toxizität der Kombination war konsistent mit bisherigen Erfahrungen. 54 Prozent der Patienten hatten ≥Grad-3-Nebenwirkungen (vs. 63% unter Sunitinib), 24 Prozent mussten die Immuntherapie abbrechen (vs. 12% unter Sunitinib). Auch in dieser Studie erwies sich die PDL-1-Expression als kein zielführender Marker. Auch in der Gruppe der PD-L1-negativen Patienten (

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