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krebs:hilfe! 01-02/2018

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28 SABCS

28 SABCS 2017 oder fünf Jahre den Aromatasehemmer Anastrozol. Als primärer Endpunkt war das krankheitsfreie Überleben definiert. Der sekundäre Endpunkt verglich das Gesamtüberleben, die Frakturrate, das Auftreten von Zweitkarzinomen und kontralateralen Mammakarzinomen zwischen den beiden Gruppen. Internationale Beachtung für ABCSG/SALSA-Studie Beim 40. San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) präsentierte ABCSG- Präsident Univ.-Prof. Dr. Michael Gnant Ergebnisse, wonach fünf plus zwei Jahre die optimale Therapiedauer mit einem Aromatasehemmer darstellen. Von Mag. Nicole Bachler Bei postmenopausalem Brustkrebs wird standardmäßig nach der chirurgischen Entfernung des Tumors fünf Jahre lang eine endokrine Therapie verabreicht. Zu diesem Thema stellte Gnant im Rahmen des SAB- CS neue Ergebnisse der SALSA-/ABCSG- 16-Studie vor, mit insgesamt 3.468 Patientinnen nach rund 106 Monaten Follow-up. Die ABCSG-16-Studie/SALSA der Austrian Breast & Colorectal Cancer Study Group (ABCSG) zeigt, dass nach fünf Jahren endokriner Therapie eine Fortführung mit dem Aromatasehemmer Anastrozol um weitere zwei Jahre ausreichend ist (Gnant M et al., SABCS 2017; Abstract GS3-01). Eine Verlängerung auf fünf Jahre ist nicht sinnvoll, weil das Therapieergebnis dadurch nicht verbessert wird, die Toxizität aber zunimmt. In die prospektive, randomisierte, multizentrische Phase-III-Studie SALSA (Sekundär Adjuvante Langzeit-Studie mit Anastrozol) wurden von 2004 bis 2010 postmenopausale Frauen mit Brustkrebs an mehr als 70 österreichischen Zentren aufgenommen – damit ist sie bislang eine der größten österreichischen Studien. Die Patientinnen wiesen ein frühes Hormonrezeptor-positives Mammakarzinom Stadium I–III auf und erhielten nach einer fünfjährigen standardmäßigen adjuvanten Antihormontherapie als erweiterte endokrine Therapie entweder zusätzlich zwei Weitere acht Kongress-Highlights Plus zwei Jahre sind genug Gnant fasst das Studienergebnis zusammen: „Zwei zusätzliche Jahre mit einem Aromatasehemmer nach fünf Jahren endokriner Therapie reichen jedenfalls aus. Eine darüber hinausgehende Therapieverlängerung bringt keinen Benefit, wohl aber mehr Nebenwirkungen.“ Zu den Nebenwirkungen zählen vor allem Frakturen. Eine Therapiedauer von insgesamt zehn Jahren ist somit nicht angezeigt. Außerdem zeigen Studien, dass mit längerer Therapie die Compliance nachlässt. „Bis jetzt können wir noch nicht sagen, ob eine spezifische Subgruppe von Patientinnen von der verlängerten Therapie profitiert. Wir hoffen, dass neue molekulare Testverfahren, die wir aktuell prüfen, hier mehr Klarheit bringen werden.“ Zu den offiziellen Kongress-Highlights zählten neben dieser Studie weitere acht Arbeiten, die Sie im Kasten unten zusammengefasst finden. Weitere Ergebnisse siehe Seite IV. < • Daten der Phase-III-Studie SOLD sprechen für die derzeitige Standardtherapie mit zwölf Monaten adjuvanter Trastuzumab-Behandlung bei HER2-positivem Brustkrebs (Joensuu H et al., Abstract GS3–04). • Temporäre Suppression der Ovarien mit Hormonanaloga kann laut einer Metaanalyse die Fertilität der Patientinnen während einer Brustkrebs-Chemotherapie bewahren (Lambertini M et al., Abstract GS4–01). • Akupunktur reduziert bei postmenopausalen Brustkrebspatientinnen durch Aromatasehemmer verursachte Gelenksschmerzen signifikant (Hershman DL et al., Abstract GS4–04). • Lymphknotenentfernung erhöht das Risiko für Morbidität im betreffenden Arm bei jungen Brustkrebspatientinnen (Kuijer A et al., Abstract GS5–03). • Ein CDK4/6-Hemmer in Kombination mit einem Aromatasehemmer als Erstlinientherapie bei älteren Frauen mit HR-positivem Brustkrebs weist einen ähnlichen Benefit auf wie bei jüngeren Frauen (Singh M et al., Abstract GS5–06). • Gewichtsreduktion bei postmenopausalen Frauen ist mit einem niedrigeren Brustkrebsrisiko assoziiert (Chlebowski RT et al., Abstract GS5–07). • Zirkulierende Tumorzellen fünf Jahre nach der Diagnose sind prognostisch für späte Rückfälle bei operablem Brustkrebs im Stadium II–III (Sparano JA et al., Abstract GS6–03). • Die EMBRACA-Studie zeigt, dass der orale PARP-Hemmer Talazoparib bei Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs und einer Keimbahn-BRCA-Mutation signifikant das PFS verlängert (Litton J et al., Abstract GS6–07). FOTO: MEDMEETINGIMAGES TODD BUCHANAN 2017 1–2/2018

Mit doppelter Kraft voraus und das Leben geht weiter! • Duale HER2+ Blockade mit Perjeta® + Herceptin® * • Mit dem Duo zum entscheidenden Vorsprung bei eBC 1 und mBC 2 AT/BREA/0517/0015 Fachkurzinformation siehe Seite 45 * und Chemotherapie (im metastasierten Setting: Docetaxel) eBC: früher Brustkrebs, mBC: metastasierter Brustkrebs 1. Gianni L et al. Lancet Oncol. 2012 Jan;13(1):25-32. 6. 2. Swain SM et al. N Engl J Med. 2015 Feb 19;372(8):724-34. Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Meldung von Nebenwirkungen an: Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen, Traisengasse 5, 1200 Wien, Österreich, Fax: + 43 (0) 50 555 36207, Website: http://www.basg.gv.at/ und an Roche Austria GmbH, www.roche.at.

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