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Medical Tribune 12/2018

50 JAHRE JUBILÄUM •

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Medical Tribune j Nr. 12 j 21. März 2018 MEDIZIN 7 FOTOS: CHRISTIAN POSCH (2); PRIVAT; IMTHERA MEDICAL; LKH-UNIV. KLINIKUM GRAZ Hautpatienten auf ihrer Odyssee HIDRADENITIS SUPPURATIVA ■ Viele Menschen, die von der (auch als „Acne inversa“ bezeichneten) Erkrankung betroffen sind, haben schon einen langen Leidensweg hinter sich, wenn die Diagnose endlich gestellt wird. INGEBORG HIRSCH Hidradenitis suppurativa (HS) ist eine sehr schmerzhafte, chronisch-entzündliche Hauterkrankung mit massiver Auswirkung auf die Lebensqualität der Betroffenen. Die Prävalenz liegt bei zumindest ein bis zwei Prozent, wobei Frauen häufiger erkranken. Viele Patienten haben einen langjährigen Leidensweg und ein Ärzte-Hopping hinter sich, bevor eine Diagnose gestellt werden kann. Auch weil Patienten aus Scham nicht zum Arzt gehen wollen, kann sich eine lange Latenzzeit ergeben. Im Wiederholungsfall zur Ambulanz überweisen Mittlerweile gibt es jedoch Spezialambulanzen, die sich der Behandlung der HS verschreiben, wie z.B. in der Rudolfstiftung in Wien. „Bei den Haus ärzten ist das Bewusstsein für HS sicherlich vorhanden, aber nicht so ausgeprägt, dass man diese Patienten an spezielle Ambulanzen weiterüberweisen sollte“, sagt Dr. Christian Posch von der Abteilung für Dermatologie und Venerologie in der Rudolfstiftung in Wien. „Natürlich gibt es oft eingewachsene Haare oder Abszesse, die ein niedergelassener Hausarzt oder Hautarzt behandeln kann und auch soll, aber wenn das fünf bis 20 Mal im Jahr oder gar im Monat der Fall ist, dann sollten alle Alarmglocken läuten.“ Die Ätiologie der HS ist nicht geklärt, man geht davon aus, dass es in Körperarealen mit apokrinen Drüsen zu einer Verstopfung im Haarfollikel kommt, und zwar in jenem Bereich, in dem Talg- und Duftdrüse münden, was zu einem Sekret-Rückstau und zum Platzen des Follikelapparates führt. Durch den Einfluss neutrophiler Granulozyten entstehen sterile Abszesse, die unterschiedlich große Ausmaße annehmen und sekundär Abszesse, Knoten und Fisteln in der Achsel treten typischerweise in der Achsel auf (rechts). An anderen Stellen würde man sie seltener vermuten – etwa im Nacken (links). bakteriell besiedelt werden können, was mit übelriechender Sekretbildung einhergeht. Im weiteren Verlauf bilden sich Lippenfisteln, die bis an die Faszie reichen können. Dr. Christian Posch Krankenanstalt Rudolfstiftung, Wien Xenoöstrogene hemmen Letrozol MAMMAKARZINOM ■ Eine internationale Forschergruppe mit österreichischer Beteiligung hat herausgefunden, dass Xenoöstrogene, wie sie etwa in Mais, Getreide und Soja vorkommen, die Wirksamkeit bestimmter Krebsmedikamente im Zellmodell vermindern. Brustkrebszellen, die unter dem Einfluss von Palbociclib plus Letrozol standen, wurden zwei Xenoöstrogenen ausgesetzt: Zearalenon, das von einem Schimmelpilz produziert wird und immer wieder in kontaminiertem Mais oder Weizen nachgewiesen wird, sowie Genistein, das etwa in Soja vorkommt. Insbesondere der antihormonelle Effekt von Letrozol wurde dadurch beeinträchtigt. Exzessiv sollten Brustkrebspatientinnen, die Palbociclib plus Letrozol einnehmen, daher wohl nicht zu Nahrungsergänzungsmitteln und Produkten mit östrogenwirksamen Substanzen greifen, erklärt Erstautor Benedikt Warth von der Uni Wien. „Unsere Ergebnisse müssen aber erst im Tiermodell und im Menschen bestätigt werden, um konkrete Ernährungsempfehlungen ableiten zu können.“ Die Studie erscheint als Titelgeschichte der in „Cell Chemical Biology“. Palbociclib ist seit 2016 in der EU für postmenopausale Brustkrebspatientinnen mit fortgeschrittenem Hormonrezeptor-positivem, metastasierendem Brustkrebs zugelassen. In einer Studie lebten Patientinnen mit einer Kombination aus Palbociclib plus Letrozol doppelt so lange ohne Fortschreiten der Krankheit wie jene, die nur die „klassische“ Hormontherapie erhielten. RED Warth B. et al., Cell Chemical Biology 2018; DOI: 10.1016/j.chembiol.2017.12.010 Änderung des Lebensstils vom Patienten einfordern Die „klassische“ HS tritt typischerweise in Arealen auf, in denen apokrine Duftdrüsen vorhanden sind. Das ist vor allem im Achsel- und Genitalbereich. Allerdings entwickeln manche Patienten HS auch am Rücken oder Bauch, unter der Brust, im Bartbereich oder Nacken, eben in Bereichen, die üblicherweise kaum mit apokrinen Duftdrüsen ausgestattet sind. Daher ist es derzeit nicht klar, ob tatsächlich ein kausaler Zusammenhang zwischen apokrinen Duftdrüsen und HS besteht. In frühen Stadien wird HS mit lokalen Antiseptika und Antibiotika behandelt, was im Regelfall gut funktioniert und die Intervalle ohne Erkrankung verlängert. In fortgeschrittenen Stadien kommen systemische Antibiotika und Adalimumab, ein TNF-α-Antagonist, zum Einsatz. „Bei einer massiven Entzündung, wie sie bei der HS auftritt, kann durch die Blockade dieses Entzündungsmediators ein positiver Effekt erzielt werden, allerdings sehen wir auch Patienten, die bereits initial oder nach einer gewissen Behandlungsdauer keine Erleichterung ihrer Beschwerden erreichen“, so Posch. Für Patienten mit lokalisierter Erkrankung, wenn z.B. nur die Achsel betroffen ist, kann auch ein operativer Ansatz gewählt werden, indem man das befallene Areal exzidiert und sekundär ausheilen lässt. Die Patienten haben im überwiegenden Fall in diesem Bereich keine Beschwerden mehr, und die Patientenzufriedenheit nach erfolgtem Eingriff ist sehr hoch. „Wichtig sind auch Lebensstil-Änderungen“, betont Posch. „Das fordere ich von meinen Patienten ein, sonst vergibt man von Anfang an 50 Prozent des möglichen Behandlungserfolgs. Dazu gehört z.B. eine Gewichtsreduktion bei Übergewicht; die meisten unserer Patienten haben einen BMI von über 30. Wir wissen, dass, wenn das Gewicht verringert wird, sich auch die Ausprägung der Erkrankung abschwächt und die Therapie besser greift. Das sind empirische Beobachtungen, jedoch können wir noch nicht genau erklären, warum es so ist. Dasselbe gilt für das Rauchen: Ein Nikotinverzicht hat langfristig eine positive Wirkung auf den Krankheitsverlauf“. Im Schlaf wieder durchatmen SCHLAFAPNOE ■ Ein neuartiger Neurostimulator ist Anfang März am LKH-Univ. Klinikum Graz einer Schafapnoe-Patientin erstmals implantiert worden. Das Gerät ist das kleinste am Markt verfügbare und das erste wiederaufladbare. „Die Geräte davor wurden mit einer Batterie betrieben und diese konnte nur ausgetauscht werden, wenn man das Implantat wieder im Rahmen einer Operation herausgenommen hat“, erklärt HNO-Vorstand Univ.-Prof. Dr. Dietmar Thurnher. Aufgrund der Positionierung des Geräts am Hauptstamm des Nervs ist die Stimulation so fein justierbar, dass es an die jeweiligen Bedürfnisse des Trägers angepasst werden kann. Die Patientin hatte zuvor auf den Kunststoff ihrer CPAP-Maske allergisch reagiert. Trotz einer Gewichtsabnahme von 45 kg waren die nächtlichen Atmungsprobleme massiv. Der Stimulator soll Mitte April eingeschaltet werden. RED ■ MELDUNGEN Bluttest auf Demenz geprüft Forschern ist es gelungen, aus Blutproben herauszulesen, ob sie von gesunden Menschen stammten, von solchen mit leichten kognitiven Störungen oder von Alzheimer-Patienten, berichten sie in „Nature“. Der Test bestimmt mit hoher Genauigkeit β-Amyloid (Aβ), was bisher zuverlässig nur mit der Positronen-Emissions-Tomographie („Amyloid-PET“) oder im Zuge der Entnahme von Liquor per Lumbalpunktion mit anschließendem Nachweis verschiedener Proteine (Aβ und tau-Protein) möglich war. RED Nakamura A et al., Nature. 2018; 54(7691): 249–54. DOI: 10.1038/nature25456 Die Kosten der Diabetesfolgen Am Helmholtz Zentrum München wurde aufgrund von Krankenkassen- Daten von über 300.000 Diabetikern berechnet, was es kostet, wenn eine Folge erkrankung bei einem Patienten mit Typ 2 zwischen 60 und 69 im ersten Quartal kostet: Retinopathie: 700 €, Erblindung: 3.000 €, Nierenschäden 3.400 €, dialysepflichtiges Nierenversagen: 23.000 €, diabetischer Fuß: 1.300 €, Amputation: 14.000 €, Herz-Kreislauf-Erkrankung 2.700 €, Angina pectoris bis zu 20.000 €. RED Kähm K et al., Diabetes Care 2018; DOI: 10.2337/dc17-1763 Antworten zur Koloskopie Das „Vorsorge-Telefon“ der Selbsthilfe Darmkrebs soll im „Darmkrebs-Monat“ März ein niederschwelliges Angebot für Ratsuchende sein, die Fragen zur Koloskopie haben, erklärt Helga Thurnher, Präsidentin der Selbsthilfegruppe. Sie steht am 27. und 30. März von 9–12 Uhr unter der Nummer 0676/934 07 46 zur Verfügung. RED Die Fakultät von 1938 bis 1945 Aus Anlass des 80-jährigen Jahrestages des „Anschlusses“ und der nationalsozialistischen Machtübernahme mit ihren Folgen zeigt das Josephinum, Sammlungen der Medizinischen Universität Wien, erstmals in einer umfassenden Ausstellung die Auswirkungen auf die Wiener Medizinische Fakultät. Die Ausstellung läuft bis zum 6. Oktober 2018. RED www.josephinum.ac.at Startschuss für Kinder-Reha Herz- und lungenkranke Kinder können ab dem 3. April in der neuen Einrichtung in Wildbad Einöd (Bezirk Murau, Steiermark) eine altersgerechte Rehabilitation erhalten. 24 der 52 Plätze sind für junge Menschen mit psychischen und psychosomatischen Problemen vorgesehen. RED MT_12_18_s07.indd 7 15.03.2018 16:24:56

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