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Medical Tribune 13/2017

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4 POLITIK & PRAXIS

4 POLITIK & PRAXIS Medical Tribune j Nr. 13 j 29. März 2017 Der Wahlkampf verlagert sich stromaufwärts ÄK-WAHLEN ■ Nach Wien gehen in Bälde die Ärzte in Niederösterreich und Oberösterreich zu den Urnen, um ihre Standesvertreter zu wählen. Es kristallisieren sich zwei ungleiche Duelle entlang der Donau heraus: Während Oberösterreichs zweitstärkste Fraktion einfach nur absolute Mehrheiten verhindern will, stellen in Niederösterreich gleich zwei Spitzenkandidaten Anspruch auf den Chefsessel. Niederösterreich Factbox Dr. Christoph Reisner ist der amtierende Präsident der NÖ Ärztekammer. Als solcher geht er als Spitzenkandidat von „Die Engagierten – Reisner, Hasenhündl, Laschitz, Unterweger/Wahlärzte, Spitalsärzte, Kassenärzte“ ins Rennen. 2012 konnte er 15 Mandate erringen, eines mehr als der Ärzteverband NÖ. E-Medikation: Die Ärzteschaft ist zu wenig eingebunden. PHC: Primärversorgung muss durch ärztliche Ordinationen und/oder Gruppenpraxen unter ärztlicher Leitung im Zuge des Gesamtvertrages erfolgen. Gesamtvertrag: Muss in der jetzigen Situation erhalten bleiben, es gibt derzeit keinen Grund, diesen zu kündigen. Politische Strategie: Härte, wenn nötig, Konsens, wenn nötig – hängt vom Thema ab. Nachwuchsmangel: Vielschichtiges Problem. Auswahl der „falschen“ Studenten, fehlende Lehrpraxen-Finanzierung, wo die öffentliche Hand ihre Aufgabe nicht erfüllt. Wir brauchen Möglichkeit der Anstellung von Ärzten bei Ärzten. Stellenplan: in Händen von GKKs und Ärztekammern funktioniert. Diese kennen die lokalen Gegebenheiten, erhalten Rückmeldungen und können so die richtigen Entscheidungen zeitnah (vierteljährlich) treffen. Dr. Christoph Reisner niedergelassener FA für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, Wr. Neustadt – Die Engagierten Wohlfahrtsfonds: In NÖ auf gutem Weg. Reform 2009 und neue Beitragsordnung 2013 sichern Fonds für Zukunft ab. Sünden aus Vergangenheit wurden bereinigt. Allein in letzten 7 bis 8 Jahren konnte der Deckungsgrad in Grundrente und Zusatzleistungen um 40 Prozent erhöht werden. Online-Beitragsrechner als einziges Bundesland. Was liegt Ihnen am Herzen? Aktuell das Volksbegehren www.sosmedizin.at. Wir fordern vier Punkte: 1. Gesetzliche Verankerung der ambulanten Versorgung durch niedergelassene Allgemeinmediziner oder Gruppenpraxen in Ordinationen, 2. Erhalt der Kostenrückerstattung von Wahlarzthonoraren, 3. Keine Aufweichung der Arbeitszeiten für Spitalsärzte, 4. Möglichkeit direkter Medikamentenabgabe in Ordinationen bei dringender Indikation (kein Ersatz für Apotheke oder Hausapotheke, 10–20 Medikamente je nach Fachgebiet). MIK Der „Ärzteverband Niederösterreich“ verlor vor zehn Jahren den Präsidentenposten und vor fünf Jahren auch noch die Mehrheit in der Kurie Niedergelassene Ärzte. Unter Dr. Andreas Stippler strebt er ein Comeback an. „Unser Ziel ist es, stärkste Fraktion zu werden“, bekräftigte Stippler erst kürzlich gegenüber der MT. E-Medikation: Halte ich grundsätzlich für sinnvolle Idee. Pilot-Versuch zeigt allerdings: Anwendung muss „ärztefreundlicher“ und praktikabler werden. Und: Finanzierung muss geklärt werden. Und zwar rasch. Primary Health Care: Kein Allheilmittel gegen herrschende Missstände im Gesundheitssystem. Viel wichtiger ist, rechtliche Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit von Ärzten zu schaffen (Ärzte-GmbH) und die Anstellung von Ärzten bei Ärzten zu vereinfachen. Gesamtvertrag: Soll in seiner derzeitigen Form bleiben. Was wir brauchen, ist etwas Zusätzliches: Wir müssen auf aktuelle Entwicklungen schneller reagieren können. Politische Strategie – Härte oder Konsens? Interessensvertretung ist für mich keine Politik, sondern heißt v.a. eines: die Anliegen unserer Kollegen zu kennen und umzusetzen. Denn: Engagieren ist gut, Umsetzen ist besser. Dr. Andreas Stippler FA für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, Krems – Ärzteverband Niederösterreich – Team Dr. A. Stippler Nachwuchsmangel: Hausgemachtes Problem. Beruf attraktiver machen und nicht junge Kollegen durch schlechte Arbeitsbedingungen bei miserabler Bezahlung ins Ausland drängen. Stellenplan: Der neue Stellenplan muss überdacht werden. Unsere Interessensvertretung braucht ein Mitspracherecht. Denn: Es darf nicht über unsere Köpfe hinweg entschieden werden. Wohlfahrtsfonds: Viele Ärzte sehr unsicher, wenn es um ihre Pensionen geht. Viele fragen sich: Sind unsere Pensionen gesichert? Wie viel werden wir einmal bekommen? Deshalb mein Appell an die Kammer: Bitte informiert mehr – und besser! Was liegt Ihnen besonders am Herzen? Ganz einfach: eine neue und bessere Kammer. Eine, die sich wieder als Interessensvertretung versteht – und entschlossen für uns Ärzte kämpft. Und für sonst nichts. Dafür treten mein Team vom Ärzteverband und ich an – dafür treten wir ein. MIK ▶ Wahltermin: 1. April 2017 ▶ Wahlbeteiligung 2012: 48,57 % ▶ Wahlberechtigte Ärzte 2017 und Mandatsaufteilung: 7609 Ärzte (53 Mandate); Kurie Angestellte: Sektion Turnusärzte: 945 (6 Mandate); Sektion der zur selbstständigen Berufsausübung berechtigten Ärzte : 3508 (25 Mandate); Kurie Niedergelassene: Sektion Ärzte für Allgemeinmedizin und approbierte Ärzte: 1547 (11 Mandate); Sektion Fachärzte: 1609 (11 Mandate) ▶ 7 wahlwerbende Gruppierungen: Für die niedergelassene Kurie und die angestellte Kurie: Die Engagierten – Reisner, Hasenhündl, Laschitz, Unterweger/Wahlärzte, Spitalsärzte, Kassenärzte (Gruppe des Präsidenten Dr. Christoph Reisner); Ärzteverband Niederösterreich – Team Dr. Andreas Stippler; nur für niedergelassene Kurie: Die Niedergelassenen/IGMED/ ARGUS (Dr. Max Wudy); Freiheitliche und unabhängige Ärzte NÖ – FREIE (Dr. Walter Von Gimborn); nur für die angestellte Kurie: ARGUS - Sattler/ Gallob/Walentich (Dr. Josef Sattler); Spitalsärzte NOE et al (Dr. Gerrit Loibl); Vereinigte Ärzte NÖ – VÄN (Dr. Karl Ischovitsch) ▶ Wahlvorschläge mit Listen: www.arztnoe.at /cms/ziel/500762/DE/ Oberösterreich Factbox FOTOS: ÄKNÖ; FOTO MOSER; LARESSER; PRIVAT In Oberösterreich hält sich die Spannung über den Wahlausgang in Grenzen. Interessant wird lediglich, wie hoch die Mehrheit von „Pro Medico/Vereinigung OÖ Ärzte“ ausfällt. 2012 hatte die Liste des amtierenden Präsidenten Dr. Peter Niedermoser trotz Rückgängen immer noch 26 der 45 Mandate gewonnen. Die Fraktion steht für: eine übergreifende Vertretung der oberösterreichischen Ärztinnen und Ärzte. Entlastung der Spitäler: Wir brauchen einen geregelten Zugang zu den Ambulanzen durch die Einführung einer Ambulanzgebühr. Primary Health Care: In der Primärversorgung braucht es für eine Zusammenarbeit unter den Ärztinnen und Ärzten keine gesetzlichen Regelungen. Gesamtvertrag/Stellenplan: Wir haben in Oberösterreich mit unserer Gebietskrankenkasse vereinbart, dass die Regelungen des Bundes bei uns nicht in dieser Form zu tragen kommen. Standespolitische Strategie – Härte oder Konsens: Konsens dort, wo Konsens Sinn macht, und Härte dort, wo sie notwendig ist. Nachwuchsmangel: Wichtig ist, junge Kolleginnen und Kollegen im Studium für den Arztberuf zu begeistern und nach der Ausbildung Rahmenbedingungen zu schaffen, dass Dr. Peter Niedermoser Pathologe, OA im Ordensklinikum Linz (BHS)– Pro Medico/Vereinigung oö. Ärzte – Liste Niedermoser et al. die Kolleginnen und Kollegen im Lande bleiben. Stellenplan: Nur im Konsens mit der Ärzteschaft. OÖ-spezifisches Anliegen: Mir ist es ein besonderes Anliegen, die Zusammenarbeit von niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen und Spitalsärztinnen und Spitalsärzten zu forcieren. Was liegt Ihnen besonders am Herzen? Erstens, dass mein Team in der Ärztekammer-Wahl als Sieger hervorgeht, und zweitens, dass mit den anderen engagierten Kolleginnen und Kollegen in den nächsten fünf Jahren weiterhin eine gute Zusammenarbeit besteht – so wie bisher. Unser Wahlziel ist es, die jetzige Position zu verbessern. Spitalsarzt als ÖÄK-Chef? Ich glaube, österreichischer Ärztekammer-Präsident muss derjenige werden, der es versteht, die Notwendigkeiten in beiden Gruppierungen umzusetzen und für gemeinsame Lösungen einzutreten. GRO Dr. Peter Adelsgruber hat als Nummer zwei im Lande ein klares Ziel: die acht Mandate übertreffen, die man bei den Wahlen 2012 erreicht hatte. „Wir möchten auf jeden Fall wachsen, nur so bleibt eine standespolitische Diskussionskultur erhalten“, sagt der Spitzenkandidat der „Spitalsärzte Oberösterreich“. Die Fraktion steht für: konstruktiv kritische Opposition. Wir möchten wachsen, um in der Kurie Angestellte Ärzte absolute Mehrheiten zu verhindern. Wir sind parteiunabhängig und stehen für transparente und schlanke Kammerstrukturen. Wir kritisieren schwerfällige Kammerbürokratie, z.B. bei der schleppenden Anerkennung von Ausbildungsstellen. Wir fordern von der neuen Gesundheitslandesrätin bessere Zusammenarbeit und Wertschätzung für uns Spitalsärzte als Hochleistungsberufsgruppe – faire Arbeits- und Karrieremodelle in den Spitälern. Entlastung der Spitäler: Wir brauchen eine sinnvolle Lenkung der Patientenströme und Versorgung im niedergelassenen Bereich, auch zu Tagesrand-, Urlaubs- und Ferienzeiten. Eine Entlastung sollte durch effiziente Primärversorgung erreicht werden. Zugang zu Spezialambulanzen sollte nur über Zuweisung durch den Hausarzt oder niedergelassenen Facharzt erfolgen. Dr. Peter Adelsgruber FA für Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie, OA im Ordensklinikum Linz (Elisabethinen) – Spitalsärzte Oberösterreich Primary Health Care: Neue Versorgungsformen und Netzwerke als zusätzliche Entlastung der Spitäler sind zu diskutieren – hier muss man Erfahrungen aus den PVE-Piloten (Enns und Haslach) abwarten. Die Führung von PVE muss in ärztlicher Hand sein. Gesamtvertrag/Stellenplan: Nur mit Mitsprache der Ärzteschaft. Standespolitische Strategie – Härte oder Konsens: Beides ist notwendig. Nachwuchsmangel: Konkurrenzfähige Bedingungen für Jungärzte mit alltagstauglichen Ausbildungskonzepten. OÖ-spezifisches Anliegen: Erhaltung einer hochqualitativen regionalen Versorgung im intra- und extramuralen Bereich. Herzensangelegenheit: Ein gutes Wahlergebnis für uns Spitalsärzte Oberösterreich und eine hohe Wahlbeteiligung als starkes Signal für unsere Anliegen. Spitalsarzt als ÖÄK-Chef? Für Spitalsärzteanliegen vorteilhaft. GRO ▶ Wahltermin: 3. April 2017 ▶ Wahlbeteiligung 2012: 55,87 % ▶ Wahlberechtigte Ärzte 2017 und Mandatsaufteilung (45): 6058 Wahlberechtigte; NG-Kurie: 15 Mandate: Allgemeinmediziner: 1153 (8 Mandate); Niedergelassene Fachärzte 904 (7); ANG-Kurie: Angestellte Turnusärzte 1282 (9); zur selbstständigen Berufsausübung Berechtigte: 2719 (21) ▶ 3 wahlwerbende Fraktionen: In beiden Kurien kandidiert nur Pro Medico/Vereinigung oö. Ärzte – Liste Niedermoser, Mayer, Saxinger, Nader – Fiedler, Ziegler, Hutgrabner, Neuhofer; in der Angestellten-Kurie kandidieren zudem: Spitalsärzte Oberösterreich (Dr. Peter Adelsgruber); „AAA“ Aktionsgemeinschaft Angestellter Ärzte (MR Dr. Kurt Sihorsch) ▶ Wahlvorschläge mit Listen: www.aekooe.at/wahl2017 aktuelle Wahlergebnisse aus Wien und Salzburg finden Sie auf medonline.at

WERBUNG Inter Medical report Kardiovaskuläre Sicherheitsstudie zeigt Senkung der Sterblichkeit LEADER-STUDIE MIT LIRAGLUTID (VICTOZA ® ) ■ Als erstes inkretinbasiertes Antidiabetikum erreichte der GLP-1-Rezeptoragonist Liraglutid in einer Outcome-Studie eine signifikante Reduktion von schwerwiegenden kardiovaskulären Ereignissen und Todesfällen. Bei der LEADER-Studie (Liraglutide Effect and Action in Diabetes – Evaluation of Cardiovascular Outcome Results) 1 handelt es sich um eine Studie zum Nachweis der kardiovaskulären Sicherheit, wie sie von der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FDA für alle neu zugelassenen Antidiabetika seit 2008 gefordert wird. 2 Nachdem alle bisher mit DPP-4- Inhibitoren und GLP-1-Rezeptoragonisten durchgeführten kardiovaskulären Outcome-Studien (EXAMINE mit Alogliptin, SAVOR- TIMI 53 mit Saxagliptin, TECOS mit Sitagliptin und ELIXA mit Lixisenatid) die kardiovaskuläre Sicherheit der untersuchten Substanzen, aber keinen kardiovaskulären Benefit aufzeigen konnten, 3 liegt mit LEADER zum ersten Mal der Beleg vor, dass eine inkretinbasierte Therapie, zusätzlich zu einer umfassenden antidiabetischen und kardiovaskulären Multimedikation, schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse und Todesfälle reduziert. Liraglutid zusätzlich zu „Standard of care“ LEADER inkludierte 9340 erwachsene Patienten mit Typ-2-Diabetes und einem hohen kardiovaskulären Risiko, wobei etwa 80 % eine vorbestehende manifeste Atherosklerose (z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall oder transiente ischämische Attacke in der Vorgeschichte) hatten. Der mittlere HbA 1c -Ausgangswert betrug 8,7 %, das mittlere Körpergewicht zu Studienbeginn 92 kg. Die Patienten erhielten randomisiert zusätzlich zu ihrer bestehenden Standardtherapie entweder Liraglutid 1,8 mg/Tag bzw. die maximal tolerierte Dosis oder Placebo. Als primärer Endpunkt wurde die Kombination von kardiovaskulär bedingtem Tod, nicht-tödlichem Relative Reduktion in % (Hazard Ratio) 0 -5 -10 -15 -20 -25 Primärer Kompositendpunkt* Gesamtmortalität –13 p = 0,01 –15 p = 0,02 Herzinfarkt oder nicht-tödlichem Schlaganfall definiert. Zu den weiteren Endpunkten zählten Gesamtmortalität, Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz und mikrovaskuläre Endpunkte betreffend Nieren und Augen. Gesamtmortalität signifikant um 15 % reduziert Im Beobachtungszeitraum von median 3,8 Jahren trat der primäre Endpunkt bei den Patienten, die Liraglutid erhalten hatten, im Kardiovaskuläre Mortalität –22 p = 0,007 Nephropathie** –22 p = 0,003 * kardiovaskulärer Tod, nicht-tödlicher Herzinfarkt, nicht-tödlicher Schlaganfall ** neu auftretende Makroalbuminurie, Verdopplung des Serumkreatinins, eGFR ≤ 45ml/1,73 m 2 , chronische Nierenersatztherapie, renaler Tod Mit Liraglutid wurde gegenüber Placebo das Risiko für makro- und mikrovaskuläre Ereignisse reduziert sowie die kardiovaskuläre Mortalität und die Gesamtmortalität gesenkt. Vergleich zu Placebo um 13 % seltener auf (Abb.), wobei das Risiko für jede einzelne Komponente des kombinierten Endpunktes niedriger war. Insbesondere wurden die kardiovaskulär bedingte Sterblichkeit durch die Behandlung mit Liraglutid versus Placebo um 22 % und die Gesamtmortalität um 15 % signifikant vermindert. Hospitalisierungen aufgrund von Herzinsuffizienz waren unter einer Behandlung mit Liraglutid nicht-signifikant seltener notwendig. Komplikationen des Pankreas (Pankreatitis, Pankreaskarzinom) waren in beiden Gruppen vergleichbar häufig. Unter den mikrovaskulären Komplikationen waren renale Ereignisse (neu auftretende Makroalbuminurie, Verdopplung des Serumkreatinins und Abfall der eGFR auf ≤ 45 ml/min/1,73 m 2 , chronische Nierenersatztherapie oder renaler Tod) signifikant um 22 % reduziert (Abb.), wobei vor allem die neu auftretende Makroalbuminurie im Vergleich zu Placebo reduziert war. Legt man die LEADER-Ergebnisse auf die Praxis um, so bedeutet dies, dass 66 Patienten über drei Jahre mit Liraglutid behandelt werden müssten, um das Auftreten eines primären Endpunkts zu verhindern, 104 Patienten, um einen kardiovaskulär bedingten Todesfall zu verhindern, und 98 Patienten, um einen Todesfall jeglicher Ursache zu verhindern. Fazit In der LEADER-Studie bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und überwiegend hohem kardiovaskulären Risiko erreichte Liraglutid eine signifikante und klinisch relevante Reduktion schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse, sowie der Gesamtmortalität. LEADER unterscheidet sich mit diesen Ergebnissen von allen anderen Outcome-Studien mit DPP-4-In hibitoren oder GLP-1- Rezeptoragonisten. 1 Marso SP et al., N Engl J Med 2016; 375: 311–22 2 www.fda.gov/downloads/drugs/guidance complianceregulatoryinformation/guidances/ ucm071627.pdf 3 White WB, Baker WL, Annu Rev Med 2016; 67: 245–60 Weitere Informationen: Novo Nordisk Pharma GmbH, DC Tower, Donau-City-Straße 7, 1220-Wien, Dr. Albert Brugger, Medical Affairs Manager Diabetes, Tel: 01/405 15 01-44, E-Mail: altb@novonordisk.com INTER MEDICAL REPORT (MT 13/2017) Medical Tribune 12. Wien, Grünbergstr. 15/Stg. 1 Entgeltliche Einschaltung der Firma Novo Nordisk Pharma GmbH, Wien © Nachdruck – auch auszugsweise – nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages. AT/LR/0217/0015 Fachkurzinformationen auf Seite 14 Hausärzte: Brust heraus NACHWUCHS ■ Die neue Ausbildungsordnung sei eine Hürde für künftige Hausärzte, meinte Prof. Petra Apfalter, Dekanin MedFakultät Linz, vor dem OBGAM-Kongress. Sie glaube schon, dass „wir von der Universität unsere Hausübung gemacht haben, aber man muss auch schauen, wie es danach weitergeht“, leitete Prim. Univ.-Prof. Dr. Petra Apfalter ihre Kritik bei der Vorabendveranstaltung des 23. Frühlingskongresses der OÖ Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (OB- GAM) Mitte März ein. Da agiere die neue Ausbildungsordnung, so die Dekanin der Medizinischen Fakultät und Vize-Rektorin der Linzer Johannes Kepler Universität (JKU), „fast Allgemeinmediziner-feindlich“. Hier könne sie die Ärztekammer nicht aus der Pflicht nehmen, weil sie essenziell bei dieser Ausbildungsordnung mitgewirkt habe. „Pflänzchen wieder welk“ Den Common Trunk – die neunmonatige Basisausbildung – und die Art und Weise, wie es dann weitergehe, sehe sie „echt als eine Hürde, weil alles, was wir da jetzt im Studium an Pflänzchen säen, hintennach wieder etwas abwelkt“, betonte Apfalter, „da besteht Handlungsbedarf“. Etwas schärfer formulierte es Dr. Karl Pötscher, OBGAM-Vize: „Ich glaube schon, dass die Spitäler zuerst einmal ihre eigenen Löcher stopfen und auf ihre eigenen Ressourcen schauen, und die Allgemeinmedizin kommt dann ganz zum Schluss.“ Ein anderer Arzt berichtet, dass es in einem Linzer Spital vor zwei Jahren noch 30 Stellen für Allgemeinmedizin in Ausbildung gegeben habe, jetzt nur mehr fünf. Früher habe es auch Quereinsteiger gegeben, die z.B. vorher Anästhesie gemacht haben und dann Allgemeinmediziner wurden – das gehe in Zukunft auch nicht mehr. „Die neue Ausbildungsordnung ist uns als eine gute verkauft worden, aber eigentlich ist sie ein Schuss ins Knie“, resümierte der Kollege trocken. Ein weiterer Arzt berichtet von einem Primar, der bemängelt, dass es bis heute keinen einzigen zugesicherten Ausbildungsplatz für Allgemeinmedizin an seiner Abteilung gebe. Wie soll da etwas nachkommen, wenn es nicht einmal einen bewilligten Ausbildungsplatz gibt? Hier wehrte sich Dr. Wolfgang Ziegler, stv. Niedergelassenen-Kurienobmann in der Ärztekammer für Oberösterreich: Im Zuge der neuen Ausbildungsordnung müssten alle Ausbildungsstellen von der Österreichischen Ärztekammer neu bewertet werden. Da werde auch geprüft, ob die entsprechende Fallzahl da ist, die Abteilung geeignet ist, junge Ärzte in ihrem Fach auszubilden, genug Fachärzte da sind etc. „Da ist Oberösterreich ein fleißiges Bundesland, aber es staut sich in Wien.“ Die Ausbildungsstellen würden aber auch rückwirkend anerkannt, daher sei das „ein bisschen eine Ausrede vom Herrn Primar“, weil ihm das schon bekannt sein müsste. Selbstbewusster werden Tenor der Podiumsdiskussion, die sich eigentlich um das Thema „Allgemeinmedizin – bereit für die Generation Y?“ drehen sollte: Letztendlich hängt viel an Eigeninitiativen. Besonders stolz ist daher OBGAM-Präsident Dr. Erwin Rebhandl, dass die OBGAM die Chance genutzt hat, über 30 Kollegen zu gewinnen, die in Praktika an der Uni unterrichten. Sehr angetan war das Publikum vom Impulsvortrag des bayrischen „Landarztmachers“ Dr. Wolfgang Blank, der für mehr Selbstbewusstsein plädierte (www.landarztmacher.de): „Wir Hausärzte müssen aus der Deckung kommen.“ GRO ■ MEINUNG Sich lernend verwandeln Dr. Harald Retschitzegger Präsident der Österreichischen Palliativgesellschaft (OPG) „Ängste schließen Türen. Die Freiheit öffnet sie.“ Diese Worte von Papst Franziskus aus seinem großen Interview in der deutschen Wochenzeitung „Die Zeit“ sollen am Anfang stehen. Dabei kommen mir Gedanken und Überlegungen, wie Haltung und Freiheit, Angst und Mut zusammenhängen. Mut und Haltung brauchen wir, wenn wir Menschen helfen wollen. Mut und Haltung brauchen wir, wenn wir für ein gerechtes soziales Miteinander eintreten wollen. Sei es im eigenen Betrieb, dem Krankenhaus, dem Pflegeheim oder der übergeordneten Institution. Unsere Haltung den Menschen gegenüber macht einen Unterschied – der einen Unterschied macht! Wir können uns engagieren und für die Menschen sein, da-sein – oder wir können Arbeit erledigen, sie abarbeiten. John Lennon sang „You may say I’m a dreamer, but I’m not the only one“. Ja, so dürfen wir uns fühlen. Ob es bei Ärztekammerwahlen, KAV-Neubesetzungen oder in meinem eigenen kleinen persönlichen Leben ist – wir dürfen träumen. Und mithelfen, dass sich die Verwirklichung unserer Träume entfalten kann. „Sich lernend verwandeln“, sagt einer der Großen, die gerade runden Geburtstag feiern, André Heller. Ein Träumer, der mehr Wesentliches verwirklicht hat, als viele von denen verwirklichen, die auf Träume verzichten. André Heller ist jetzt 70 Jahre alt geworden, der bahnbrechende Regisseur Michael Haneke, der bezeichnenderweise für „Liebe“ den Oscar erhielt, 75 Jahre alt, und der große Burgschauspieler – der dazu noch Gandhi Ben Kingsley seine Stimme lieh – Peter Matic 80 Jahre alt. Oder für immer jung. André Heller hat seinen Garten „Anima“ in Marrakesch geschaffen – viel war in den letzten Tagen und Wochen davon zu hören und zu sehen. Wer seinen anderen – den ehemaligen – Garten am Gardasee kennt, weiß, wie wohltuend kreative Natürlichkeit und Blütezeit sein kann. Endlich hat der Frühling begonnen. Der Frühlingsbeginn vor sieben bis acht Jahrzehnten brachte offensichtlich ganz wesentliche Blüten mit sich – und das in der Zeit des Krieges und kurz davor. Wenn wir uns diese Haltung und unsere Träume bewahren, dann ist es ja gar nicht mehr weit ins Paradies. Auf Erden.

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