Aufrufe
vor 2 Jahren

Medical Tribune 13/2017

  • Text
  • Patienten
  • Sonstigen
  • Wien
  • Transdermales
  • Behandlung
  • Volon
  • Pharma
  • Fentanyl
  • Pflaster
  • Medizin
  • Medonline.at

6 MEDIZIN

6 MEDIZIN Medical Tribune j Nr. 13 j 29. März 2017 Zoster am Kopf: Auf Komplikationen achten! HERPES ZOSTER ■ Obwohl ein Großteil der Bevölkerung Antikörper gegen das Varizella-zoster-Virus (VZV) hat, bricht später oft eine Gürtelrose aus. Im Kopfbereich kann diese besonders gefährlich werden. Umso wichtiger ist deshalb ein schnelles, interdisziplinäres Handeln. DR. ALEXANDRA JUCHEMS Nach der exogenen Erstinfektion mit dem Varizella-zoster-Virus (VZV) persistiert das Virus in den sensorischen neuronalen kranialen oder spinalen Ganglien. Bei jedem fünften Betroffenen kommt es später irgendwann einmal zur Reaktivierung des Virus in Form einer Gürtelrose, schreiben Dr. Jens Heichel von der Klinik für Augenheilkunde der Universität Halle-Wittenberg und Kollegen in der „Zeitschrift für praktische Augenheilkunde & augenärztliche Fortbildung“. Da der Hauptrisikofaktor dabei das Alter ist (Immunseneszenz), steigt die Inzidenz weltweit. Malignome, Autoimmunerkrankungen, Chemotherapien und Depressionen schwächen ebenfalls das Immunsys tem und stellen damit weitere Risikofaktoren für den Herpes zoster dar. Jedoch scheinen über 90 Prozent der Erkrankten immunkompetent zu sein und in mehr als der Hälfte der Fälle erkranken Menschen unter 60 Jahren. Bei 80 Prozent der Patienten treten Tage bis drei Wochen vor der Hautmanifestation Prodromi auf (siehe rechts). Dermatologisch zeigt sich Zoster im Trigeminus-Bereich ist ein Fall für den Ophthalmologen. ein typisches Bild: Erst kommt das Erythem, dann die Bläschen, die in der Folge verkrusten und schließlich vernarben. In den meisten Fällen ist nur die eine Körperhälfte betroffen, dabei führt ist die thorakolumbale Region (Dermatome der Segmente T3 bis L3), gefolgt vom Kopfbereich. Fehlen Hautveränderungen, muss man auch an einen Zoster sine herpete denken. An möglichen Begleiterscheinungen nennen die Autoren: ▶ Dermatologische Komplikationen: bakterielle Superinfektionen mit eitrigen Blasen (Impetigo), Ulzerationen, Einblutungen (Zoster haemorrhagicus), purulente Einschmelzungen (Zoster gangraenosus) ▶ Internistische Komplikationen: disseminierter Befall mehrerer unterschiedlicher Körperregionen (Zoster disseminaticus), Befall innerer Organe (z.B. Pneumonie, Pankreatitis) ▶ Neurologische Komplikationen: motorische Neuropathien, Meningitiden, Enzephalitiden, Mye litiden, segmentale zosterische Lähmungen, postherpetische Neuralgie (bei 50 Prozent der über 70-Jährigen nach Kopfbefall > 1 Jahr persistierend). Die Neuralgie ist der häufigste Grund für einen Suizid chronischer Schmerzpatienten im Alter und zwölf Monate nach einem Zoster ophthalmicus erhöht sie das Schlaganfallrisiko um das 4,5-Fache. ▶ HNO-ärztliche Komplikationen: multiple Hirnnervenbeteiligung mit Schluckstörungen, Heiserkeit und Schmerzen (über 50 Prozent der Patienten haben eine periphere Facialisparese bei Zoster oticus!). Zudem gibt es Hinweise darauf, dass das Varizella-zoster-Virus eine Riesenzellarteriitis triggern könnte. ▶ Ophthalmologische Komplikationen: Blepharitis, Dakryoadenitis, Myositis, Uveitis anterior, Keratokonjunktivitis, Keratitis, akute Netzhautnekrose, Hornhautnarben. Etwa 50 Prozent der Patienten mit Zoster ophthalmicus entwickeln Komplikationen am Auge. Die Diagnose eines Herpes zoster erfolgt anamnestisch und klinisch. Zusätzlich können Labordiagnostik und Liquorpunktion, z.B. bei Verdacht auf ZNS-Befall, hilfreich sein. Patienten mit einem Zoster im Trigeminusbereich müssen immer einem Augenarzt vorgestellt werden! Nur dieser ist in der Lage, die nötigen Untersuchungen durchzuführen, um frühestmöglich Komplikationen zu erkennen und therapieren zu können. Eine systemische Therapie mit Virustatika innerhalb der ers ten 72 Stunden nach Auftreten der Hautveränderungen senkt die Rate der okulären Komplikationen von 50 Prozent auf 30 Prozent. Hinsichtlich der Wirkungen und Nebenwirkungen unterscheiden sich die Präparate nicht. Aciclovir steht als einziges zur i.v.-Applikation zur Verfügung (5–10 mg/kg über 7–10 d) und Valciclovir bietet ein sehr patientenfreundliches Behandlungsschema (3 x 1000 mg über 7 d). Zudem scheint Letzteres genau wie Famciclovir besser in der Lage zu sein, das Risiko für eine Post-Zoster-Neuralgie zu senken bzw. deren Verlauf abzumildern als Aciclovir. Dies kann durch eine zusätzliche systemische Prednisolongabe noch unterstützt werden. Cave: Eine Gürtelrose mit komplizierten Verläufen ist immer ein Fall für die Klinik! Heichel J et al. Z prakt Augenheilkd 2016; 37: 525–537 Frühsymptome bei Herpes zoster ▶ Fieber ▶ Kopfschmerzen ▶ allgemeines Krankheitsgefühl ▶ Lymphknotenschwellungen ▶ oberflächliches Hautbrennen ▶ Schmerzen ▶ Pruritus ▶ Dys- und Parästhesien im entsprechenden Dermatom FOTO: WIKIMEDIA / STROMBER unsEr HEEr Ein Heer von Möglichkeiten. Bei uns kennen Ärztinnen und Ärzte keine Grenzen. Ob in einer sanitätseinrichtung im Inland oder bei einer der zahlreichen Auslandsmissionen. Auf unsere Ärztinnen und Ärzte ist Verlass. sie können sich auf eine erstklassige Ausbildung, spannende Einsatzgebiete und eine attraktive Bezahlung verlassen. Persönliche Weiterentwicklung, ein kameradschaftliches Miteinander und die Chance, Verantwortung für unser Land zu übernehmen inklusive. Auf sie kommt‘s an. mit sicherheit. karriere Beim heer. jEtzt BEWErBEn! Informieren sie sich jetzt beim Heerespersonalamt: 050201 60 26402 oder aerzte.bundesheer.at

Medical Tribune j Nr. 13 j 29. März 2017 MEDIZIN 7 Jeder dritte Asthmatiker ist gar keiner FACHLITERATUR ■ Kanadische Ärzte konnten die Krankheit in einer Kohortenstudie bei 33,1 % der vermeintlichen Asthmatiker ausschließen. DR. ALEXANDRA JUCHEMS Asthma kann sehr unterschiedliche Ursachen, Trigger und Ausprägungen haben, weshalb die eindeutige Diagnose oftmals nicht leicht zu stellen ist. Zum einen liegt das an den verschiedenen Phänotypen wie atopisches, nicht allergisches oder Spätasthma mit zum Teil völlig unterschiedlichen Triggern und klinischen Bildern. Zum anderen erschweren episodische, rezidivierende oder remittierende Verläufe die Dia gnose. Nicht selten wird dann laut einer aktuellen kanadischen Multicenterstudie trotzdem ohne weitere Untersuchungen wie beispielsweise der Spirometrie die Diagnose Asthma gestellt und eine Medikation angesetzt. Dass Kinder oftmals aus ihrem Asthma „herauswachsen“, ist bekannt, aber gilt das auch für Erwachsene? Die kanadische Arbeitsgruppe um Dr. Shawn Aaron von der Universität Ottawa ist der Frage nachgegangen, ob Asthmadiagnosen bis zu fünf Jahre nach der Erstdiagnose immer noch Bestand haben oder nicht. Spontanremission vs. nie da gewesen Dazu registrierten die Wissenschaftler bei insgesamt 613 erwachsenen Asthmatikern über mehrere Wochen wiederholt die Symptome. Außerdem führten sie spirometrische Messungen und inhalative Provokationstests durch. Bei 203 der untersuchten Personen (33,1 %) konnte eine Asthmaerkrankung ausgeschlossen werden. Eine eindeutige Fehldiagnose lag bei zwölf Patienten (2 %) vor. Sie litten an anderen schwerwiegenden kardiorespiratorischen Erkrankungen, aber nicht an einem Asthma. Auch in den Nachfolgeuntersuchungen der restlichen Teilnehmer ein Jahr später konnte bei 181 Personen (29,5 %) zu diesem Zeitpunkt ein Asthma bronchiale ausgeschlossen werden. Rein statistisch betrachtet wirkte das Ergebnis außerordentlich erfreulich. Ob es sich aber bei allen Fällen tatsächlich um Spontanremissionen handelte, war laut Aaron fragwürdig. Auffällig war beispielsweise, dass bei der Erstdiagnose in der Gruppe der letztlich doch asthmafreien Studienteilnehmer weitaus seltener Tests und Messungen durchgeführt worden waren, als dies bei den „echten“ Asthmatikern der Fall gewesen war Bei Typ-2-Diabetes: Victoza ® (Liraglutid) Mit 1. März 2017 im Gelben Bereich (RE1) des EKO* UNÜBERTROFFENE EFFEKTIVITÄT IN HEAD-TO-HEAD-STUDIEN 3–7** ** Versus Exenatid, Exenatid 1x wöchentlich, Albiglutid, Lixisenatid und Dulaglutid. Gewichtsreduktion ist ein zusätzlicher Vorteil und war in den Studien ein sekundärer Endpunkt. schnelle und anhaltende schnelle und anhaltende 2 HbA 1c -Senkung Gewichts-Reduktion 2 (43,8 % vs. 55,6 %). Zudem handelte es sich um Patienten, die entweder nicht täglich oder überhaupt keine Medikamente mehr gegen Asthma einnahmen. Aaron SD et al., JAMA 2017; 317: 269–279 Meist verschriebener GLP-1-RA 1 Ingwerextrakt zur Chemo dazu Krebspatienten, die während ihrer Chemo täglich Ingwerextrakt oral zu sich nehmen, weisen erhöhte antioxidative Parameter auf. Steht Krebskranken eine adjuvante Chemotherapie mit moderater bis hoher emetogener Potenz bevor, könnten sie einer thailändischen Studie zufolge von Ingwer profitieren. In der Untersuchung erhielten 43 Patienten mit neu diagnostiziertem Karzinom randomisiert entweder 20 mg Gingerol oral oder Placebo. Die komplementäre Medikation startete drei Tage vor Beginn der Chemo. Initial und an den Tagen 1, 22, 43 und 64 der antineoplastischen Therapie wurden verschiedene Parameter erfasst, die in der Eliminierung von Radikalen eine Rolle spielen. Zum letzten Messzeitpunkt fanden sich signifikant erhöhte Werte der antioxidativen Enzyme Superoxid dismutase, Katalase und Glutathion-Peroxidase. Die oxidativen Marker hingegen waren erniedrigt. SB Literatur: 1 Interne Berechnung basierend auf IMS Midas Quantum Daten, März 2016. 2 Pratley RF et al., Int J Clin Pract 2011; 65(4): 397 – 407. 3 Pratley RF et al., Lancet Diabetes Endocrinol 2014; 2(4): 289 – 297. 4 Buse JB et al., Lancet 2013; 381: 117 – 124. 5 Buse JB et al., Lancet 2009; 374: 39 – 47. 6 Dungan KM et al., Lancet 2014; 384: 1349 – 57. 7 Nauck et al., Diabetes Care 2016; 39(9): 1501 – 9. Victoza ® 6 mg/ml Injektionslösung in einem Fertigpen. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: 1 ml Lösung enthält 6 mg Liraglutid * . 1 Fertigpen enthält 18 mg Liraglutid in 3 ml. *Analogon zu humanem Glucagonlike peptide-1 (GLP-1), gentechnisch hergestellt durch rekombinante DNS-Technologie in Saccharomyces cerevisiae. Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1. Liste der sonstigen Bestandteile: Natriummonohydrogenphosphat-Dihydrat, Propylenglycol, Phenol, Wasser für Injektionszwecke. Anwendungsgebiete: Victoza ® wird zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 bei Erwachsenen angewendet als: Monotherapie: Bei Patienten, für die die Anwendung von Metformin aufgrund einer Unverträglichkeit oder Gegenanzeigen ungeeignet ist und eine Diät sowie körperliche Aktivität allein den Blutzuckerspiegel nicht ausreichend regulieren. Kombinationstherapie: In Kombination mit oralen blutzuckersenkenden Arzneimitteln und/oder Basalinsulin, wenn diese Mittel zusammen mit einer Diät und körperlicher Aktivität den Blutzuckerspiegel nicht ausreichend regulieren (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1 für verfügbare Daten zu den verschiedenen Kombinationen). Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile. Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidiabetika, Andere Antidiabetika, exkl. Insuline. ATC-Code: A10BX07. Inhaber der Zulassung: Novo Nordisk A/S, Novo Allé, DK-2880 Bagsværd, Dänemark. Rezept- und apothekenpflichtig. Stand der Information 09/2016. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. Adresse: Novo Nordisk Pharma GmbH, DC Tower, Donau-City-Straße 7, 1220 Wien, Tel.: 01/405 15 01-0. Victoza ® ist eine eingetragene Marke der Novo Nordisk A/S, Dänemark. AT/LR/0117/0004 * www.erstattungskodex.at Liraglutid Injektion Danwilai K et al., Cancer Manag Res 2017; 9: 11–18

ärztemagazin

Medical Tribune