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Medical Tribune 21/2018

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50 JAHRE JUBILÄUM •

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Medical Tribune j Nr. 21 j 23. Mai 2018 MEDIZIN 15 Das Mikrobiom der Prostata SERIE ■ Seitdem kürzlich ein „urinary microbiome“ entdeckt wurde, hat sich unsere Betrachtungsweise in vielen Bereichen der Medizin grundlegend verändert: Das lange vertretene klinische Dogma vom sterilen Harn wurde widerlegt durch den Nachweis lebender Bakterien, die im Harntrakt wohnen. MIKROBIOM Folge 4 Fazit für die Praxis ▶ Das Dogma vom sterilen Harn wurde widerlegt, ein „urinary microbiome“ wurde entdeckt. ▶ Bei der Prostataentzündung führt Barriereverlust und Invasion von Bakterien zu chronischer Inflammation und Prostatakarzinom (PCa). ▶ Das Mikrobiom lässt sich alleine durch Bewegung beeinflussen (Butyrat-Erhöhung), Bewegung ist gut für die Gesundheit – und das Mikrobiom! ▶ Die seriöse Erforschung des Mikrobioms steckt erst in den Kinderschuhen. Multispezies-Probiotika sind bei der Prävention von Antibiotika-assoziierter Diarrhö (AAD) im aktuellen Review (51 Studien mit 9.569 Teilnehmern) einzelnen probiotischen Stämmen weder in Wirkung noch in Verträglichkeit überlegen. ▶ Probiotische Medikamente wie Saccharomyces boulardii sind geprüft und haben sich in Studien sowie im weltweiten Einsatz bewährt (z.B. bei AAD und Clostridium-difficile-assoziierter Diarrhö). ▶ Aspirin und andere Medikamente aus der Gruppe der NSAIDs senken die Inflammation und können das Prostatakarzinom-Risiko reduzieren. Der Harn ist nicht steril. Bekanntlich ist auch das Dogma des keimfreien fetalen Umfelds bzw. der Plazenta bereits vor längerer Zeit widerlegt worden. 1 Bei der Entstehung von Prostatakarzinom 2 oder Mammakarzinom 3 sind Bakterien involviert; das Mikrobiom lässt sich stark beeinflussen und gesund erhalten: durch sportliche Bewegung alleine (!) 4 und Ernährung/Lebensstil 5 . Im bahnbrechenden „Human Microbiome Project“ wurde die gesunde menschliche Mikrobiota charakterisiert, dabei war aber das „urinary microbiome“ ausgenommen. Daher sind unsere Erkenntnisse darüber erst vor Kurzem verbessert worden. Es gibt im Harntrakt ähnliche mikrobielle Gemeinschaften wie z.B. in der Haut, dem Gastrointestinaltrakt oder der Vagina, aber nach aktuellem Stand der Forschung finden sich auch große Unterschiede zwischen dem Harntrakt und anderen Körperregionen, die von Bakterien besiedelt sind. Chronische Infektion infolge einer Prostatainfektion wirkt mit bei der Entstehung oder bei weiterem Voranschreiten eines Pros tatakarzinoms (PCa). Derzeit konnte noch kein bestimmtes Bakterium für die Entstehung eines Prostatakarzinoms identifiziert werden. Häufige Infektionen und Barriereverlust (s. Abbildung) machen die Prostata zu einer wichtigen ersten Verteidigungslinie gegen fremde Agenzien, die aus der Blase oder der distalen Urethra ins männliche Reproduktionssystem einwandern. Die Bezeichnung „Vorsteherdrüse“ bekommt so eine neue Bedeutung: Die Prostata wird über das „urinary microbiome“ einer Vielzahl von Mikroorganismen ausgesetzt. Eine Schutzfunktion haben hier lokale Zellen des Immunsystems im Stroma der Prostata (Lymphozyten, Mastzellen, Makrophagen etc.). In entzündeten Regionen der Prostata nehmen auch die Zellen des angeborenen Immunsystems deutlich zu (Neutro-, Baso- und Eosinophile). Corpora amylacea (von Generationen im histologischen Mikroskopiekurs zur Differenzialdiagnose gesucht) enthalten nach neuesten Erkenntnissen bakterielle DNA (!) 6 und stellen Überbleibsel früherer Prostatainfektionen dar; mit zunehmendem Alter nimmt ihre Häufigkeit zu, ebenso die Prävalenz von PCa. Nach dem bakteriellen Stimulus für eine Infektion kann die Entzündungsantwort für viele Monate nach Ende der ursprünglichen Infektion bestehen bleiben. Mit hoher Evidenz führt das veränderte Mikrobiom des Harntrakts zur Prostatainfektion 7 . Die Prostataentzündung begünstigt (s. Abbildung) über oxidativen Stress und die Bildung von ROS (reaktive Sauerstoffspezies) eine Neoplasie. Zerstörung der Epithelbarriere und Entzündung bilden dann einen sich selbst verstärkenden Teufelskreislauf und eine chronische Entzündung entsteht. Während des Alters kann sich eine entzündungsorientierte Prostataatrophie mit hoher Frequenz auf große Areale ausbreiten, besonders anfällig für die Entwicklung von Prostatakarzinomen ist dabei die periphere Zone. Bewegung alleine beeinflusst das Mikrobiom Pathogenese der Prostataentzündung: Barriereverlust und Invasion von Bakterien führen zu chronischer Inflammation, weiterer Invasion von Bakterien und weiterem Zelltod sowie als Reparaturversuch zu Zellproliferation und PCa. Links: Gesunde Prostata – normale Sekretion. Rechts: Pathologische Prostata – veränderte Sekretion, Immunreaktion. Quelle: mod. nach Sfanos 6 ; Prostata-3D-Anschnitt: Steyer 1995 Ernährung und Lebensstil beeinflussen das Mikrobiom stark und können ein Krebsrisiko werden, z.B. für die Entwicklung eines kolorektalen Karzinoms. 8 Aber auch Bewegung wirkt sich beim Menschen direkt auf die Zusammensetzung des Mikrobioms aus – jedoch unabhängig von der Ernährung oder anderen Faktoren; das ergab eine neue Studie 4 der Universität Illinois, die erstmals belegt, dass Bewegung bei schlanken oder übergewichtigen Menschen unterschiedliche Reaktionen des Mikrobioms hervorruft. Wie schon zuvor im Tiermodell konnte gezeigt werden, dass Bewegung alleine die Zusammensetzung und Funktion der Darm-Mikrobiota verändert, z.B. wird die Konzentration kurzkettiger Fettsäuren wie Butyrat erhöht – ein Mangel wird mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen assoziiert. Dadurch wird der pH-Wert im Darm gesenkt und die Vermehrung potenziell pathogener Keime behindert. Für alle Menschen mit sitzenden Tätigkeiten bedeutet das, mehr Bewegung ist gut für die Gesundheit – und das Mikrobiom. Die seriöse Erforschung des Mikrobioms steckt erst in den Kinderschuhen, ist aber viel zu wichtig, um sie selbsternannten Experten und Inseratenkampagnen zu überlassen! Probiotische Medikamente sind für die zugelassenen Indikationen natürlich gut untersucht, z.B. bei der Antibiotika-assoziierten Diarrhö (AAD) und Clostridium-difficile-assoziierten Diarrhö (CDAD) hat sich Saccharomyces boulardii in sehr vielen Studien und im weltweiten Einsatz bewährt; im aktuellen Review 9 wurden bei der Prävention von AAD 9.569 Teilnehmer (aus 51 Studien) eingeschlossen, hier wurde auch gezeigt, dass Multispezies-Probiotika einzelnen Stämmen weder in Wirkung noch in Verträglichkeit überlegen sind. In einer ersten Pilotstudie 10 zur Rolle des Mikrobioms bei der Pathogenese des Prostatakarzinoms wurden signifikante Unterschiede gefunden: War bei den PCa-Fällen ein höherer Reichtum an Bacteroides massiliensis (erstmals 2005 beschrieben; erhöhte Mengen wurden auch bei kolorektalem Karzinom gefunden) feststellbar, gab es bei der benignen Kontrollgruppe mehr antiinflammatorisch wirkendes Faecalibacterium prausnitzii (ein Mangel wurde auch bei M. Crohn berichtet) und mehr Eubacterium rectale (ein wichtiger antiinflammatorisch wirkender Butyrat-Produzent). Senkt Aspirin das Prostatakarzinom-Risiko? Die Prostata „liebt“ anscheinend Aspirin. In einer soeben publizierten großen Kohortenstudie 11 wurde der Langzeiteffekt einer (> 4 Jahre dauernden) niedrig dosierten Aspirin-Gabe auf das Risiko, an Prostatakarzinom zu erkranken, untersucht. Aspirin hemmt als nicht-selektiver Cyclooxygenase-Hemmer irreversibel COX-2 und senkt damit die Inflammation. Das Enzym COX-2 wird in Prostatakarzinomzellen etwa vier Mal stärker produziert als in gesunden Prostatazellen. Die Wirkung anderer nicht-steroidaler antiinflammatorischer Medikamente (NSAIDs) wurde ebenso untersucht, die Autoren machen auch auf den Effekt einer begleitenden Einnahme von Statinen aufmerksam. Ähnliche Ergebnisse wurden für die positive Wirkung von Aspirin bei der Prävention von Mammakarzinom berichtet. 1 Baker, Front Immunol 2018; 9: 208 2 Shresta, J Urol 2018; 199: 161–71 3 Nagarajan, Biomedicines 2018; 6(1) 4 Allen, Med Sci Sports Exerc 2018 Apr; 50: 747–57 5 Flandroy, Sci Total Environ 2018; 627: 1018–38 6 Sfanos, Nat Rev Urol 2018; 15: 11–24 7 Armstrong, Cancers 2018; 10: 83 8 Tilg, Cancer Cell 2018, 19. März; DOI: 10.1016/j.ccell.2018.03004 9 Cai, United Eruopean Gastroenterol J 2018; 6: 169–80 10 Golombos, Urology 2018; 111: 122–8 11 Ma, Prostate Cancer Prostatic Dis 2018 Apr; 21: 147–52 Autor: Dr. med. univ. et Dr. med. dent. Gernot Ernst Steyer, Universitätslektor für Mikrobiom, Immunologie und Ernährung, Donau-Universität Krems steyer@zahnakademie.com Start für e-Medikation in der Steiermark und in Kärnten Mangelnde Informationen über den Medikamenten status von Patienten können zu Mehrfachverordnungen, unerwünschten Wechselwirkungen oder zu einer Überdosierung führen. Das ist eine Gefahrenquelle, die mit der e­Medikation nun deutlich reduziert werden kann. Steirische Ärzte mit Kassenvertrag sind ab dem 10. Mai 2018 verpflichtet, Kärntner Ärzte mit Kassenvertrag ab dem 14. Juni 2018, verordnete Medikamente in der e­Medikation zu speichern. Sofern sich der Patient nicht von ELGA abgemeldet hat, kann der behandelnde Arzt die e­Medikationsliste einsehen und neue Ver ordnungen auf Wechselwirkungen prüfen. Alle Medikamente auf einen Blick: dafür sorgt die neue Funktion der elektronischen Gesundheitsakte ELGA. WERBUNG Der Patient erhält weiterhin ein Papier­Rezept auf dem nun ein eMED­Code aufgedruckt ist. Der Bürger kann am ELGA­Portal auf www.gesundheit.gv.at mit Handy signatur bzw. Bürgerkarte zeit­ und ortsunabhängig die eigenen e­Befunde und die eigene e­Medikationsliste einsehen, speichern oder ausdrucken. Informationen: ELGA­Serviceline für Gesundheitsdiensteanbieter unter Tel. 050 124 44 22 oder www.elga.gv.at 21_ELGA__klein__OK.indd 6 MT_21_18_s15.indd 15 18.05.2018 09:49:10

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