Aufrufe
vor 1 Jahr

Medical Tribune 21/2018

  • Text
  • Tribune
  • Patienten
  • Behandlung
  • Vitamin
  • Medizin
  • Tribune
  • Studie
  • Menschen
  • Therapie
  • Wien
  • Sonstigen

4 POLITIK & PRAXIS

4 POLITIK & PRAXIS Medical Tribune j Nr. 21 j 23. Mai 2018 9x Gesundheitspolitik Gesundheitspolitische Entwicklungen und Ereignisse in den neun Bundesländern Vorarlberg • Die Stadt Dornbirn sucht intensiv einen Kinderonkologen für die Kinderstation des Krankenhauses, um i.v.-Chemotherapien durchführen zu können. Der zuständige Primararzt ging kürzlich in Pension. Salzburg • Die Privatklinik Wehrle- Diakonissen legt den Standort Salzburg-Aigen mit jenem im Andräviertel zusammen. • Salzburg sucht Bewerber für die Ausbildung zum Pflegefachassistenten und wirbt mit guten Jobaussichten und 2.260 Euro Einstiegsgehalt. Oberösterreich • Kritisch sieht Dr. Peter Niedermoser von der OÖ Ärztekammer das Honorarplus von 30 % bis 2020 für Wiener Kassenärzte. „Es entsteht der Eindruck, dass die Wiener GKK mehr Geld ausgibt als durch ihre Beiträge gedeckt ist“, sagte er den OÖ Nachrichten und fürchtet, dass andere GKKs dafür aufkommen müssten. Niederösterreich • Das neue Landesklinikum in Mödling wurde am 16.5.2018 offiziell eröffnet. Kosten: 347 Millionen Euro. • Bis zu 400 Euro betrage der Gehaltsunterschied für die gleiche Arbeit von Pflegekräften mobiler Dienste und der Spitäler, kritisierte kürzlich AK-Vizepräsidentin Gerda Schilcher beim Tag der Gesundheitsberufe in St. Pölten. Wien • Die Hotline des Ärztefunkdienstes der Wiener Ärztekammer (ÄFD) läuft ab 1.10.2018 über das Wiener Rote Kreuz. Die ÄFD- Rufnummer 141 bleibt gleich. • Noch-Bürgermeister Dr. Michael Häupl bestellte mit Ewald Lochner einen neuen Koordinator für Psychiatrie (neu hinzugekommen), Sucht- und Drogenfragen. Tirol • Ab 1.6.2018 startet das Herzinsuffizienzprogramm „HerzMobil Tirol“ auch im Bezirk Schwaz, weitere Bezirke folgen. • Als bundesweit erste Spitalsinstitution statteten die tirol kliniken am 7.5.2018 die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes mit Bodycams aus – zur Deeskalation und Dokumentation. Kärnten • In Velden entstehen bis Oktober 100 zusätzliche Heimplätze für Demenzkranke, gut zehn Millionen Euro werden von der AHA-Gruppe investiert. Das Land bietet seit Mitte Mai kostenlose Telefonberatung zu allen Pflegefragen an. Steiermark • Seit 10.5.2018 ist in der Steiermark (nach Vorarlberg) die E-Medikation flächendeckend umgesetzt. • Das Strahlentherapiezentrum am LKH-Uniklinikum Graz erhält zwei zusätzliche Linearbeschleuniger. Die Inbetriebnahme ist für Sommer 2019 geplant. • In Graz eröffnete das bundesweit erste Trainingszentrum für robotikgestützte Therapie. Burgenland • Der Vorarlberger Harald Keckeis wird mit September 2018 neuer Geschäftsführer der Burgenländischen Spitals-GmbH Krages. • Laut einer Enquete im Landtag droht ein Hausärztemangel: Von 134 Kassenallgemeinmedizinern kommen mehr als 72 Prozent in den nächsten zehn Jahren ins Pensionsalter. Neues Leitspital für die Obersteirer bis 2025 SPITALSREFORM ■ Das geplante Leitspital soll mitten im Ennstal um 250 Millionen Euro hingebaut werden. Am vergangenen Donnerstag war das Rätselraten vorbei: VP-Gesundheitslandesrat Christopher Drexler verkündete mit SP-Landesrätin Ursula Lackner passend im Schloss Trautenfels bei Stainach, dass das im Zuge der Spitalsreform geplante Leitspital für den Bezirk Liezen im „Raum Stainach-Pürgg“ errichtet werde. Das Zielgebiet liegt am Knotenpunkt Trautenfels zwischen der Ennstalbundesstraße und der Salzkammergutstraße, der Rettungshubschrauberstützpunkt Niederöblarn ist ganz in der Nähe. Die genauen Grundstücke würden noch gesucht, am ehesten ein Areal in der Nähe des Bahnhofs Stainach, die Finanzierung sei sichergestellt – ob „klassisch“ oder als PPP-Modell werde noch entschieden, sagte Drexler, der mit Baukosten von 250 Millionen Euro rechnet. Spitäler werden FA-Zentren Die drei bisherigen Spitäler, die LKHs Rottenmann & Bad Aussee sowie die Klinik Diakonissen Schladming, werden in „Facharztzentren“ (FAZ) und „Gesundheitszentren“ (GZ) zur Primärversorgung umgewandelt. In Schladming kommt neben dem FAZ und dem GZ eine Unfallchirurgische Ambulanz hinzu. Ursprünglich stand eine Schließung der drei Spitäler im Raum, die heftige Proteste im flächenmäßig größten Bezirk Österreichs (größer als Vorarlberg) zur Folge hatte. Unabhängig von den Plänen Drexlers soll auch in Admont (mehr als 20 km vom LKH Rottenmann entfernt, Anm.) wegen der exponierten Lage ein Gesundheitszentrum entstehen, dem Vernehmen nach in einem Leerstand des Stifts, um die ärztliche Versorgung der Bevölkerung zu sichern. Das neue Leitspital mit 226 Betten, davon sechs tagesklinisch, soll 2025 eröffnen. Geplante Abteilungen sind Allgemeinchirurgie, Innere, Orthopädie/Traumatologie, Gynäkologie/Geburtshilfe, Akutgeriatrie und Remobilisation, Intensiv und Palliativ sowie je eine Ambulanz für Kinderheilkunde und Neurologie. Für etwa 88 Prozent der 80.000 Einwohner des Bezirks sei das Leitspital innerhalb von 30 Minuten erreichbar. Dies bezweifelt die KPÖ, auch die anderen Oppositionsparteien FPÖ und Grüne üben Kritik an den Spitalsplänen. APA/GRO Victoza ® – Der einzige GLP-1 RA, der nachweislich kardiovaskuläre Ereignisse verhindert 1,2,3 Neu! Verhinderung von CV-Ereignissen 1,2 Kassen mit schwarzen Zahlen SOZIALVERSICHERUNG ■ Die Kassen erwirtschafteten im Vorjahr bei einem Gesamtbudget von 18,5 Milliarden Euro einen Überschuss von 48 Millionen Euro. Das gab der Hauptverband (HV) am 15.5.2018 bekannt. Besonders stolz ist HV-Chef Dr. Alexander Biach darauf, dass der Verwaltungsaufwand nur um 0,2 Unübertroffene HbA 1C -Senkung 4-10 Nützen Sie die Vorteile des meistverschriebenen GLP-1 RA für Ihre Patienten 11 AT/LR/0817/0071 · Fachkurzinformation, Referenzen und Kontakt siehe Seite 14 BEI TYP-2-DIABETES Überlegene Gewichtsreduktion 4-10 Liraglutid Injektion Prozent – anstatt der prognostizierten 2,4 Prozent – gestiegen sei. Für 2018 rechnen die Kassen mit einem „vorsichtigen“ Plus von 6 Millionen. Von den GKKs verzeichnete nur die WGKK ein Minus (–37,6 Millionen). Indes verschob die Regierung die bereits für vorigen Mittwoch angekündigte Punktation zur SV-Reform. RED Problematischer Publikationsbias Im Wettbewerbsrecht ist Irreführung durch Verschweigen von Informationen strafbar, in der Medizin sieht die Sache anders aus. „Die Nichtpublikation von klinischen Studien mit negativen Ergebnissen wird teilweise als Kavaliersdelikt gesehen“, sagte Univ.- Prof. Dr. Gerald Gartlehner, Direktor von Cochrane Österreich, auf einer von Transparency International initiierten Diskussionsveranstaltung zum Thema „Clinical Trial Transparency – Warum wir bei Pharmastudien den Durchblick brauchen“ an der MedUni Wien. „Aber das ist es nicht: Ergebnisse nicht zu veröffentlichen ist zutiefst unethisch.“ Zugängliche Datenbanken Darüber, dass klinische Studien transparenter werden müssen, herrschte unter Experten weitgehend Einigkeit. „Man möchte sich ein vollständiges Bild machen“, ergänzte etwa Yannis Natsis von der European Public Health Alliance, einer NGO in Brüssel, die sich für ein transparentes Gesundheitssystem engagiert. Dazu sei es nötig, dass klinische Studien schon bei ihrem Start in öffentlich zugänglichen Datenbanken registriert werden. Natsis kritisierte auch hohe Medikamentenkosten und dass die Arzneimittelbehörde EMA hauptsächlich von der Pharmaindustrie finanziert wird. BRU MT_21_18_s04.indd 4 18.05.2018 11:03:44

Medical Tribune j Nr. 21 j 23. Mai 2018 POLITIK & PRAXIS 5 ■ MEINUNG Dr. Ernest Pichlbauer Unabhängiger Gesundheitsökonom, Wien ELGA-Daten: Ein Denkanstoß Eine Mutter bringt ihr Kind mit Halsschmerzen und Fieber zum Kassenarzt. Ein Streptokokken-Schnelltest ist positiv. Bevor der Arzt Penicillin verschreibt, fragt er nach Allergien – die nach mündlicher Auskunft nicht vorliegen. Die Mutter erhält ein Rezept und den Auftrag, sich zu melden, wenn sich die Situation verschlimmert. Drei Stunden später, die Mutter hat das Rezept eingelöst, ist sie wieder da: Das Kind hat einen Ausschlag nach der Einnahme von Penicillin entwickelt. Aus Sicherheitsgründen wechselt der Arzt das Antibiotikum, das ebenfalls in der Apotheke abgeholt werden konnte. Wem gehören die Daten? Da ist eine Menge an Informationen und Daten – doch wem gehören die? Grundsätzlich: Alle gehören dem Patienten. Doch ist das so einfach? Die Mutter hat sich an einen Kassenarzt gewandt – das setzt voraus, dass es diesen gibt. Warum gibt es den? Weil ein Bedarf besteht. Aber wie wird der Bedarf festgestellt? Der Arzt hat einen Schnelltest gemacht. Dazu muss der auch vorhanden sein. Doch woher weiß der Arzt, wie viele er davon wann braucht? Die Apotheke hat innerhalb von wenigen Stunden zwei verschiedene Antibiotika anbieten müssen; woher weiß die, was und wie viel sie einlagern muss? Will man ein suffizientes öffentliches Versorgungssystem, kommt man um Planung nicht herum, und die baut auf Daten auf. Daten beantworten Fragen Es gibt Daten, über die niemand außerhalb einer Arzt-Patienten-Beziehung Bescheid wissen darf: konkrete Behandlungsdaten. Doch aus anonymisierten Behandlungsdaten können Fragen beantwortet werden, die der Planung dienen: Wie viele Patienten mit Streptokokken-Angina kommen zum Hausarzt? Wie viele haben eine unbekannte Penicillin-Allergie? Etc. Diese Daten, Versorgungsdaten genannt, orientieren sich nicht am einzelnen Patienten, sondern daran, möglichst vielen zur richtigen Zeit und an der richtigen Stelle die richtige Leistung anbieten zu können: Sie dienen der sinnvollen Gesundheitsplanung. Ohne sie entstehen Ineffizienzen, die bei steigenden Kosten zur Mangelwirtschaft führen. Darüber sollte man nachdenken, wenn über ELGA gesprochen wird. Vertrauen durch Erfahrung * Kostelka fordert Erhöhung des Pflegegeldes DEBATTE ■ Der neue Präsident des SPÖ-Pensionistenverbandes, Peter Kostelka, fordert eine Erhöhung des Pflegegeldes um rund ein Drittel. Um diesen Betrag habe das Pflegegeld seit seiner Einführung an Wert verloren. Wenn man diese Werterhaltung durchführen würde, könnte man auch die Probleme bei der Pflege zu Hause „wesentlich minimieren“, sagt Kostelka. „Die Diskussion über die Abgeltung der Pflege zu Hause ist ein Ergebnis der unzureichenden Valorisierung des Pflegegeldes“, stellte der Nachfolger von Karl Blecha an der Spitze des Pensionistenverbandes fest. „Hätte man das Pflegegeld valorisiert, würde die Problematik so nicht auftreten.“ Kostelka kritisiert auch, dass die Regierung das Pflegegeld erst ab der Stufe vier anheben will, damit würden 68 Prozent der Bezieher nicht davon profitieren. Die Abschaffung des Pflegeregresses für Heimbewohner begrüßt er, die Regierung müsse jetzt aber „das Kleingeschriebene lösen“ und klären, wie die Umsetzung zu finanzieren sei. APA FOTO: PRIVAT Systempartner heißen den neuen Gesundheitsstadtrat willkommen WIEN ■ Die Ernennung von Peter Hacker zum Wiener Gesundheitsstadtrat löste eine Reaktion an Gratulationen aus. Die Wiener Ärztekammer lässt freilich auch eine gewisse Erwatungshaltung durchblicken: Sie verweist darauf, dass Hacker „eines der wichtigsten Ressorts in der Stadt übernimmt“, und hofft, dass der bereits eingeschlagene Weg „weiter gemeinsam fortgeführt“ wird. Nach dem jüngsten Erfolg in Sachen Tarifverhandlungen zwischen Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK), Stadt Wien und Ärztekammer erhofft sich Kammerpräsident Dr. Thomas Szekeres von Hacker, dass man auch in Zukunft gemeinsam die „heißen Eisen“ anpacken werde. „Bei der bevorstehenden Reform des Wiener Krankenanstaltenverbunds sowie beim Ausbau der Kassenplanstellen muss die Ärzteschaft eingebunden werden“, betont Szekeres. Bei der WGKK ist man zurückhaltender: „Wir wünschen Peter Hacker alles Gute und freuen uns auf die künftige Zusammenarbeit“, so WGKK-Obfrau Ingrid Reischl. Gleichzeitig bedankt sie sich bei Sandra Frauenberger für die gute Kooperation in den vergangenen eineinhalb Jahren. APA/RED Details sind den jeweiligen Fachinformationen zu entnehmen * Patel M.R., Mahaffey K.W., Garg J. et al. Rivaroxaban versus warfarin in nonvalvular atrial fibrillation. N Engl J Med. 2011; 365(10):883–91; Camm J., Amarenco P., Haas S. et al. XANTUS: A Real-World, Prospective,Observational Study of Patients Treated with Rivaroxaban for Stroke Prevention in Atrial Fibrillation. Eur Heart J. 2015:doi:10.1093/eurheartj/ehv466; Coleman Cl et al., REal-LIfe Evidence of stroke prevention in patientswith atrial Fibrillation – The RELIEF study. Int J Cardiol 203 (2016) 882-884; Hecker J. et al., Effectiveness and safety of rivaroxaban therapy in daily-care patients with atrial fibrillation - Results from the Dresden NOAC Registry http://dx.doi.org/10.1160/ TH15-10-0840 Thrombosis and Haemostasis 115.5/2016; Ageno et al. Safety and effectiveness of oral Rivaroxaban versus standard anticoagulation for the treatment of symptomatic deep vein thrombosis (XALIA): an international prospective non-interventional study. Lancet Haematology, 2016;3(1):e12- e21; Tamayo, S. et al. Characterizing Major Bleeding in Patients With Nonvalvular Atrial Fibrillation: A Pharmacovigilance Study of 27 467 Patients Taking Rivaroxaban. Clin Cardiol. (2015 Jan 14). doi: 10.1002/clc.22373 1. Berechnungen basieren auf IMS Health MIDAS, Database: Monthly Sales Dec. 2016 und IMS Health DPMÖ Datenbank Stand März 2017. L.AT.MKT.04.2017.5740 www.xarelto.at Sämtliche praxisrelevanten Informationen für Sie nur wenige Klicks entfernt! Anzeige Fachkurzinformationen auf Seite 14 MT_21_18_s05.indd 5 17.05.2018 14:40:03

ärztemagazin

Medical Tribune