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Medical Tribune 23/2017

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14 MEDIZIN

14 MEDIZIN Medical Tribune j Nr. 23 j 7. Juni 2017 Müde heißt nicht gleich Fatigue ERSCHÖPFUNG ■ Nicht leicht zu diagnostizieren ist das chronische Fatigue-Syndrom. Therapeutisch helfen Bewegung, Antidepressiva und Psychotherapie. DR. BARBARA KREUTZKAMP Die Beschwerden eines chronischen Müdigkeits- oder Erschöpfungssyndroms (Chronic Fatigue Syndrome, CFS) überlappen mit denen von Depressionen und somatoformen Störungen. Dies ist einer der Gründe, warum epidemiologische Angaben zum CFS schwanken, die Prävalenz liegt geschätzt unter 1 %. Die Pathogenese ist unklar, es fehlt bei bildgebenden Befunden an Entitäts-Exklusivität, bemängelt Prof. Dr. Jens D. Rollnik vom Institut für neurorehabilitative Forschung der BDH-Klinik in Hessisch Oldendorf. Ein weiteres Manko: Es gibt keine schlüssigen Hinweise auf eine infektiologische, immunologische, genetische oder andersgeartete spezifische Ursache. TSH-Wert schon bestimmt? Der Neurologe beklagt, dass eine einheitliche und verbindliche Darstellung der diagnostischen Kriterien für das CFS fehlt. Das stellt Kollegen vor erhebliche Herausforderungen. Diagnosekriterien finden sich u.a. in den 2011 publizierten „International Consensus Criteria“ oder den 2015 publizierten Kriterien des US-amerikanischen Institute of Medicine (IOM, s. Tabelle). Differenzialdiagnostisch kommen vor allem psychiatrische Erkrankungen in Betracht, insbesondere Depressionen und somatoforme Störungen. Nach den Kriterien des „Center for Disease Control and Prevention“ sollten jedoch auch maligne und hepatische Erkrankungen sowie Hypothyreose, Anorexia nervosa, Bulimie, Adipositas oder Substanzmissbrauch ausgeschlossen werden. Angesichts der Datenlage stellt sich die Frage, ob das CFS tatsächlich eine eigenständige Krankheitsentität ist oder es sich nicht eher um ein Syndrom handelt, das bei zahlreichen somatischen, psychiatrischen bzw. psychosomatischen Erkrankungen begleitend auftreten kann, so Rollnik. Diagnosekriterien des Chronic Fatigue Syndrome Hauptkriterien (alle müssen erfüllt sein) Nebenkriterien (mind. ein Kriterium) Ausschlusskriterien Egal, ob CFS oder Depression: Bewegung hilft, in die Gänge zu kommen. ▶ seit mindestens sechs Monaten Unfähigkeit, das prämorbide Aktivitätsniveau in Beruf und Privatleben aufrechtzuerhalten, begleitet von Fatigue, keine wesentliche Besserung durch Ausruhen ▶ Unwohlsein nach körperlicher oder geistiger Belastung; nicht erholsamer Schlaf ▶ kognitive Störungen ▶ Orthostaseprobleme Differenzialdiagnosen nach gründlicher Anamnese und körperlicher Untersuchung Aufgrund der Diagnoseüberlappungen erstaunt es nicht, dass Antidepressiva CFS-Symptome lindern. Eine lebensbedrohliche Immuntherapie, wie sie CFS-Patienten in Studien erhielten, verurteilt der Neurologe als nicht tragbar. Erst müsse eine bessere Evidenz für eine neuroinflammatorische Genese geschaffen werden. Kognitive Verhaltenstherapie scheint v.a. bei Kindern und Jugendlichen wirksam zu sein. Ärzte müssen umdenken Laut einer Cochrane-Übersicht hat sich eine Bewegungstherapie über zwölf bis 26 Wochen bewährt. Fatigue-Patienten fühlen sich weniger erschöpft und gesünder. Ärzte, die bisher zur Schonung geraten haben, sollten umdenken, fordert Rollnik und merkt an, dass ein Training auch bei Depression anschlägt und erinnert an die nationale Versorgungsleitlinie*. * S3-Leitlinie und Nationale Versorgungsleitlinie Unipolare Depression, Reg.Nr. nvl – 005 Rollnik JD, Fortschr Neurol Psychiatr 2017; 85: 79–85 ■ REAKTIONEN „In Praxen ist nichts in Ordnung“ „Frustfaktor Job: Ärzte verzweifeln an Bürokratie“ – die Cover-Story der MT 22 hat die Leser bewegt. Mit Einführung der Digitalisierung wurden uns vor zwölf Jahren administrative Erleichterungen und Zeitersparnis versprochen. Alle Ordinationen haben auf den geforderten EDV-Standard aufgerüstet. Doch bis heute ist lediglich der elektronische Krankenschein etabliert. Noch sind das elektronische Rezept und die elektronische Überweisung nicht realisiert, da verkündet man der Ärzteschaft schon die nächsten Attraktionen: Primärversorgungszentren und Gesundheitsfahrplan 2021. Ich habe vor zwölf Jahren eine abgewohnte Ordination in einem Haus mit Stufen übernommen und dafür eine astronomische Ablöse bezahlt. Heute betreibe ich eine moderne Praxis – barrierefrei, fünf Behandlungsräume, acht EDV-Arbeitsplätze. (...) Viele von uns haben viel Geld in die Hand genommen, um verlangte bauliche Maßnahmen und Hygieneauflagen umzusetzen und moderne, leistungsstarke Gesundheitsbetriebe aufgebaut. Ganz ohne Murren und ohne finanzielle Unterstützung durch die öffentliche Hand. (...) Viel zu lautlos haben sich Ärzte Arbeits- und Kostenabwälzungen aller Kassen gefallen lassen. Allein die digitalisierte Erfassung der Konsultationen bindet eine Arbeitskraft am Schalter.Wie kann man von Arbeitszufriedenheit reden, wenn vom Anmeldeschalter bis zum Lift, das sind bei mir zehn Meter, während der Ordinationszeit eine Menschenschlange ansteht? Ich habe nicht mitgezählt, wie viele Beleidigungen notwendig sind, bevor eine tüchtige Schalterkraft kündigt. (...) Medizin braucht Zeit. Ich schaffe es nicht, in weniger als fünf Minuten einen Patienten abzuschließen. Wobei die zeitintensive Arbeit beginnt, wenn der letzte Patient die Praxis verlassen hat. Unsere Leistungen werden an der Öffnungszeiten gemessen. Dem widerspricht mein Arbeitsalltag, der nicht unter 13 Stunden abgeht, das letzte freie Wochenende hatte ich im Urlaub. Aber Rückendeckung und Wertschätzung gibt es keine. (...) Vieles, was zur Zeit läuft, ist politische Strategie. Schüttet man Ärzte mit Patienten und Administration zu, können keine Sonderleistungen erbracht werden. Diese sind aber die Butter aufs Brot. Und dann heißt es, Häusärzte funktionieren nicht, PHCs müssen her. In den Hausarztpraxen ist nichts in Ordnung. (...) Patienten brauchen mehr Information über Versicherungsleistungen. Warum nicht eine App, die Beiträge den Kosten gegenüberstellt? (...) Und in den Praxen ein Selbstbedienungsfoyer wie in Banken – mit Rezeptomat und Elgamat. Dr. Ulrike Melmer Ärztin für Allgemeinmedizin, Wien „Wertvolle Zeit wird verschwendet“ Danke für diesen Artikel! Ich erlaube mir, einen kleinen Mosaikstein dieser Thematik anzusprechen: Die Einführung von ELGA bringt jetzt die Notwendigkeit mit sich, dass Patienten über ein sogenanntes situatives Opt out (SOO) bei folgenden Hauptdiagnosen: HIV Test, psychiatrische Erkrankung, humangenetische Analyse informiert werden müssen. Es ist eine schriftliche Aufklärung erforderlich, was einen zusätzlichen bürokratischen Aufwand bedeutet und wertvolle ärztliche Arbeitszeit bindet bzw vergeudet. Ich frage mich, warum wir uns schon wieder einen zusätzlichen Papierkram gefallen lassen müssen. (...) Leider haben diejenigen, die die Regelung des situativen Opt out erfunden haben, nicht realisiert, dass damit wertvolle ärztliche Arbeitszeit fahrlässig verschwendet wird. Prim. Dr. Andreas Kirchgatterer, MSc Abt. f. Innere Medizin, Klinikum Wels FOTO: URILUX / ISTOCK CandAm ® 8 mg/5 mg Hartkapseln. CandAm ® 16 mg/5 mg Hartkapseln. CandAm ® 16 mg/10 mg Hartkapseln. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: CandAm ® 8 mg/5 mg Hartkapseln: Jede Hartkapsel enthält 8 mg Candesartan Cilexetil und 5 mg Amlodipin (entsprechend 6,935 mg Amlodipinbesilat). Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Jede Hartkapsel enthält 101,95 mg Lactose-Monohydrat. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: CandAm ® 16 mg/5 mg Hartkapseln: Jede Hartkapsel enthält 16 mg Candesartan Cilexetil und 5 mg Amlodipin (entsprechend 6,935 mg Amlodipinbesilat). Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Jede Hartkapsel enthält 203,90 mg Lactose-Monohydrat. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: CandAm ® 16 mg/10 mg Hartkapseln: Jede Hartkapsel enthält 16 mg Candesartan Cilexetil und 10 mg Amlodipin (entsprechend 13,87 mg Amlodipinbesilat). Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Jede Hartkapsel enthält 203,90 mg Lactose-Monohydrat. Liste der sonstigen Bestandteile: Kapselinhalt: Lactose Monohydrat; Maisstärke; Carmellose-Calcium; Macrogol 8000; Hydroxypropylcellulose; Magnesiumstearat. Kapselhülle von CandAm ® 8 mg/5 mg Hartkapseln: Chinolingelb (E104); Eisenoxid, gelb (E172); Titandioxid (E171); Gelatine. Kapselhülle von CandAm ® 16 mg/5 mg Hartkapseln: Chinolingelb (E104); Titandioxid (E171); Gelatine. Kapselhülle von CandAm ® 16 mg/10 mg Hartkapseln: Titandioxid (E171); Gelatine. Schwarze Drucktinte bei CandAm ® 16 mg/5 mg Hartkapseln: Schellack (E904); Eisenoxid, schwarz (E172); Propylenglycol; konzentrierte Ammoniaklösung; Kaliumhydroxid. Anwendungsgebiete: CandAm ® ist angezeigt als Substitutionstherapie bei erwachsenen Patienten mit essentieller Hypertonie, deren Blutdruck bereits mit der gleichzeitigen Gabe von Candesartan und Amlodipin in gleicher Dosierung ausreichend kontrolliert wird. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe, gegen Dihydropyridinderivate oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile. Zweites und drittes Schwangerschaftstrimester (siehe Abschnitte 4.4 und 4.6). Obstruktion der Gallengänge und schwere Leberinsuffizienz. Schock (einschließlich kardiogenem Schock). schwere Hypotonie. Obstruktion des linksventrikulären Ausflusstrakts (z.B. hochgradige Aortenstenose). Hämodynamisch instabile Herzinsuffizienz nach akutem Myokardinfarkt. Die gleichzeitige Anwendung von CandAm ® mit Aliskiren-haltigen Arzneimitteln ist bei Patienten mit Diabetes mellitus oder eingeschränkter Nierenfunktion (GFR < 60 ml/min/1,73 m 2 ) kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.5 und 5.1). Pharmakotherapeutische Gruppe: Mittel mit Wirkung auf das Renin-Angiotensin-System, Angiotensin-II-Antagonisten und Calciumkanalblocker. ATC-Code: C09DB07. CandAm ® 8 mg/5 mg Hartkapseln, OP zu 30 Stück, Rezept- und apothekenpflichtig. CandAm ® 16 mg/5 mg Hartkapseln, OP zu 30 Stück, Rezept- und apothekenpflichtig. CandAm ® 16 mg/10 mg Hartkapseln, OP zu 30.Stück, Rezept- und apothekenpflichtig. Pharmazeutischer Unternehmer: +pharma arzneimittel gmbh, A-8054 Graz, E-Mail: pluspharma@pluspharma.at. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Gewöhnungseffekten und zu den Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Entyvio ® 300 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung. ▼ Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Qualitative und Quantitative Zusammensetzung: Jede Durchstechflasche enthält 300 mg Vedolizumab. Nach Rekonstitution enthält 1 ml Infusionslösung 60 mg Vedolizumab. Vedolizumab, ein humanisierter monoklonaler IgG 1 -Antikörper, produziert in Ovarialzellen des chinesischen Hamsters (CHO-Zellen), bindet an das humane α 4 β 7 -Integrin. Liste der sonstigen Bestandteile: L-Histidin, L-Histidin-Monohydrochlorid, L-Arginin-Hydrochlorid, Saccharose, Polysorbat 80. Anwendungsgebiete: Colitis ulcerosa: Entyvio ist indiziert für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer aktiver Colitis ulcerosa, die entweder auf konventionelle Therapie oder einen der Tumornekrosefaktor-alpha (TNFα)-Antagonisten unzureichend angesprochen haben, nicht mehr darauf ansprechen oder eine Unverträglichkeit gegen eine entsprechende Behandlung aufweisen. Morbus Crohn: Entyvio ist indiziert für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit mittelschwerem bis schwerem aktiven Morbus Crohn, die entweder auf konventionelle Therapie oder einen der Tumornekrosefaktor-alpha (TNFα)-Antagonisten unzureichend angesprochen haben, nicht mehr darauf ansprechen oder eine Unverträglichkeit gegen eine entsprechende Behandlung aufweisen. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Aktive schwere Infektionen wie Tuberkulose, Sepsis, Cytomegalievirus, Listeriose und opportunistische Infektionen, wie z. B. progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML). Pharmakotherapeutische Gruppe: Immunsuppressiva, selektive Immunsuppressiva, ATC-Code: L04AA33. Inhaber der Zulassung: Takeda Pharma A/S, Dybendal Alle 10, 2630 Taastrup, Dänemark. Abgabe: rezept- und apothekenpflichtig. Informationen zu Besonderen Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen, Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit sowie Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fach-information zu entnehmen. [0414] Mesagran ® 500 mg magensaftresistentes Retardgranulat, Mesagran ® 1000 mg magensaftresistentes Retardgranulat, Mesagran ® 1500 mg magensaftresistentes Retardgranulat, Mesagran ® 3000 mg magensaftresistentes Retardgranulat. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jeder Beutel Mesagran ® 500 mg enthält 500 mg Mesalazin, jeder Beutel Mesagran ® 1000 mg enthält 1000 mg Mesalazin, jeder Beutel Mesagran ® 1500 mg enthält 1500 mg Mesalazin, jeder Beutel Mesagran ® 3000 mg enthält 3000 mg Mesalazin. Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: 1 Beutel Mesagran ® 500 mg enthält 1,0 mg Aspartam und 0,02 mg Sucrose, 1 Beutel Mesagran ® 1000 mg enthält 2,0 mg Aspartam und 0,04 mg Sucrose, 1 Beutel Mesagran ® 1500 mg enthält 3,0 mg Aspartam und 0,06 mg Sucrose, 1 Beutel Mesagran ® 3000 mg enthält 6,0 mg Aspartam und 0,12 mg Sucrose. Liste der sonstigen Bestandteile: Aspartam (E951), Carmellose-Natrium, wasserfreie Citronensäure, hochdisperses Siliciumdioxid, Hypromellose, Magnesiumstearat, Methacrylsäure-Methylmethacrylat-Copolymer (1:1) (Eudragit L 100), Methylcellulose, mikrokristalline Cellulose, Polyacrylat-Dispersion 40% (Eudragit NE 40 D; enthält 2% Nonoxinol 100), Povidon K 25, Simeticon, Sorbinsäure, Talkum, Titandioxid (E171), Triethylcitrat, Vanille-Custard-Aroma (enthält Sucrose). Anwendungsgebiete: Zur Akutbehandlung und Rezidivprophylaxe der Colitis ulcerosa. Gegenanzeigen: Mesagran ® darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Salicylsäure oder einen der sonstigen Bestandteile. Schwere Leber- und Nierenfunktionsstörungen. Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiinflammatorisches Darmtherapeutikum, Aminosalicylsäure und ähnliche Mittel. ATC-Code: A07EC02. Inhaber der Zulassung: Dr. Falk Pharma GmbH, Leinenweberstr. 5, 79108 Freiburg, Deutschland. Rezeptpflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Weitere Informationen zu den Abschnitten Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen, Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekte, Schwangerschaft und Stillzeit entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. Stand der Information: Juni 2014. Micetal ® - Creme. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: 1 g Creme enthält 10 mg Flutrimazol. Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: Cetylstearylalkohol. Liste der sonstigen Bestandteile: Benzyl-alkohol (10mg/g), Cetomacrogol 1000, Cetylstearylalkohol, Glycerinmonostearat, Diisopropyladipat, Dinatriumhydrogenphosphat (wasserfrei), Natriumdihydrogen phosphat-Dihydrat, Macrogol 400, gereinigtes Wasser. Anwendungsgebiete: Dient der topischen Behandlung folgender durch Flutrimazol-empfindliche Erreger hervorgerufener Oberflächenmykosen der Haut bei erwachsenen Patienten: alle Formen der Tinea (Tinea pedis, Tinea cruris, Tinea corporis, Tinea faciei et barbae und Tinea inguinalis), kutane Candidiasis und Pityriasis versicolor. Die offiziellen Richtlinien und nationalen Empfehlungen über den angemessenen Gebrauch und die Verschreibung von antimykotischen Wirkstoffen sind bei der Anwendung zu berücksichtigen. Micetal ® - Medizinisches Shampoo. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: 1 g enthält 10 mg Flutrimazol. Liste der sonstigen Bestandteile: Polysorbat 20, Caprylyl-Capryl-Glucosid 60%, Cocamidopropyl-dimethylglycin, Acrylat-Steareth 20-Methacrylat-Copolymerisat 30%, Diazolidinylharnstoff 2mg/g, Dimeticonpropyl PGbetain 30%, Natriumhydroxidlösung 10%, Aromastoff, gereinigtes Wasser. Anwendungsgebiete: Zur topischen Behandlung von Pityriasis capitis und seborrhoischer Dermatitis bei erwachsenen Patienten. Die offiziellen Richtlinien und nationalen Empfehlungen über den angemessenen Gebrauch und die Verschreibung von antimykotischen Wirkstoffen sind bei der Anwendung zu berücksichtigen. Gegenanzeigen: Micetal – Creme und Micetal - medizinisches Shampoo dürfen nicht angewendet werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Flutrimazol, anderen Antimykotika vom Imidazol-Typ oder einem der übrigen Bestandteile des Präparates. Pharmakotherapeutische Gruppe: Dermatika, Antimykotikum zur dermatologischen Anwendung, Antimykotikum zur topischen Anwendung, Flutrimazol. ATC-Code: D01AC16. Inhaber der Zulassung: Angelini Pharma Österreich GmbH, 1200 Wien, Österreich. Stand der Information: Jänner 2017. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Angaben zu besonderen Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. Rasagilin ratiopharm 1 mg Tabletten. Qualitative und Quantitative Zusammensetzung: Jede Tablette enthält 1 mg Rasagilin (als Mesilat). Anwendungsgebiete: Rasagilin ratiopharm ist zur Behandlung der idiopathischen Parkinson-Krankheit (PK) als Monotherapie (ohne Levodopa) oder als Zusatztherapie (mit Levodopa) bei Patienten mit End-of-dose-Fluktuationen indiziert. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den arzneilich wirksamen Bestandteil oder einen der sonstigen Bestandteile. Gleichzeitige Behandlung mit anderen Monoaminoxidase-(MAO)-Hemmern (einschließlich nicht verschreibungspflichtiger Arzneimittel und Naturheilmittel, z.B. Johanniskraut) oder Pethidin (siehe Abschnitt 4.5 der Fachinformation). Mindestens 14 Tage müssen zwischen dem Absetzen von Rasagilin und der Einleitung einer Behandlung mit MAO-Hemmern oder Pethidin liegen. Rasagilin ist bei Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion kontraindiziert. Pharmakotherapeutische Gruppe: Anti-Parkinson-Mittel, Monoaminoxidase-B-Hemmer, ATC-Code: N04BD02. Liste der sonstigen Bestandteile: Mannitol (Ph. Eur.), Maisstärke, Vorverkleisterte Stärke (aus Mais), Hochdisperses Siliciumdioxid, Stearinsäure (Ph. Eur.),Talkum. Art und Inhalt des Behältnisses: Blisterpackungen: Aluminium/Aluminium-Blisterpackungen zu 7, 10, 28, 30, 100 oder 112 Tabletten. Perforierte Aluminium/Aluminium-Blisterpackungen mit 10 x 1, 30 x 1 und 100 x 1 Tabletten zur Abgabe von Einzeldosen. Flaschen: Weiße Hochdruckpolyethylen-Flasche mit oder ohne kindersichere Verschlusskappe mit 30 Tabletten. Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht. Inhaber der Zulassung: Teva Pharma B.V., Swensweg 5, 2031 GA Haarlem, Niederlande. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Stand der Information: 09/2015. Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf der Website der Europäischen Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar. Weitere Hinweise zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln, Nebenwirkungen und zutreffendenfalls Angaben über die Gewöhnungseffekte sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Ulcusan ® 20 mg – Filmtabletten, Ulcusan ® 40 mg - Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält: 20 mg Famotidin. 1 Filmtablette enthält: 40 mg Famotidin. Anwendungsgebiete: Erkrankungen, bei welchen eine Verringerung der Magensäureproduktion angezeigt ist: • Ulcus duodeni • Benignes Ulcus ventriculi • Rezidivprophylaxe von Ulcera duodeni • Zustände von Hypersekretion, wie Zollinger-Ellison-Syndrom • Stressulcusprophylaxe und -therapie, unterstützende Maßnahme bei Blutungen aus Schleimhautläsionen des oberen Gastrointestinaltraktes • in Kombination mit Antibiotika bzw. Chemotherapeutika zur Eradikationstherapie von Helicobacter pylori • Symptomatische Therapie der Refluxösophagitis • Ulcus ventriculi oder Ulcus duodeni im Zusammenhang mit einer Behandlung mit nicht-steroidalen Antiphlogistika (NSAR). Gegenanzeigen: Bekannte Überempfindlichkeit gegen Bestandteile des Präparates. Bei H2-Rezeptorantagonisten wurde Kreuzsensibilität beobachtet. Daher sollte Famotidin bei Patienten mit Überempfindlichkeit gegen andere Arzneimittel dieser Klasse in der Vorgeschichte nicht angewendet werden. Die Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern ist nicht erwiesen. Liste der sonstigen Bestandteile: 20 mg: Maisstärke, mikrokristalline Cellulose, Magnesiumstearat, Hypromellose, Macrogol 6000, Propylenglykol, Talkum, Titandioxid (E171). 40 mg: Maisstärke, mikrokristalline Cellulose, Magnesiumstearat, Hypromellose, Macrogol 6000, Propylenglykol, Talkum, Titandioxid (E171), Orangelack (E110). Inhaber der Zulassung: Kwizda Pharma GmbH, 1160 Wien. Rezeptpflicht/Apothekenpflicht: Rezeptpflichtig, apothekenpflichtig. Pharmakotherapeutische Gruppe: Histamin-H2-Rezeptorantagonisten. ATC-Code: A02BA03. Stand der Information: September 2015. Voltaren ® 25 mg – Filmtabletten/Voltaren ® 50 mg - Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Eine Filmtablette enthält: Diclofenac-Natrium 25 mg bzw. 50 mg. Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 16 mg bzw. 25 mg Lactose-Monohydrat. Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1. Liste der sonstigen Bestandteile: Tablettenkern: hochdisperses Siliciumdioxid, Lactose-Monohydrat, Maisstärke, Carboxymethylstärke-Natrium, Povidon, mikrokristalline Cellulose, Magnesiumstearat. Tablettenfilm: Hydroxypropylmethylcellulose, gelbes Eisenoxid (E 172), gereinigter Talk, Titandioxid (E 171), Methacrylsäure-Copolymer, Polyethylenglycol 8000, Silicon-Antischaumemulsion, Eisenoxid rot (E 172), Macrogolglycerolhydroxystearat 40. Anwendungsgebiete: Zur Behandlung folgender Schmerzzustände: Schmerzhafte Affektionen bei entzündlichen und degenerativen rheumatischen Erkrankungen wie chronische Polyarthritis, Spondylarthritis ankylosans, Arthrosen, Spondylarthrosen und Spondylarthritis; Posttraumatische schmerzhafte Entzündungen, wie z.B. nach Verstauchungen; schmerzhafte postoperative Entzündungs- und Schwellungszustände (z.B. nach zahnärztlichen oder orthopädischen Eingriffen); akute Gichtanfälle; Spondylogene Schmerzsyndrome; extraartikulärer Rheumatismus; schmerzhafte, entzündliche Zustände in der Gynäkologie (z.B. als Adjuvans bei Adnexitis) oder in der Hals-, Nasen-Ohrenheilkunde (z.B. als Adjuvans bei Pharyngotonsillitis, Otitis); primäre Dysmenorrhoe; Fieber allein ist keine Indikation. Gegenanzeigen: Voltaren 25 mg bzw. 50 mg – Filmtabletten dürfen nicht angewendet werden bei: Bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1. genannten sonstigen Bestandteile: Asthmaanfällen, Hautreaktionen oder akuter Rhinitis nach Einnahme von Acetylsalicylsäure oder anderen nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) in der Anamnese (siehe Abschnitt 4.4); Hämatologischen Erkrankungen (z.B: Blutbildungsstörungen, Porphyrie, hämorrhagische Diathese); Schwerer Herzinsuffizienz; Aktiven peptischen Ulcera oder Blutungen; Wiederkehrenden peptischen Ulcera oder Blutungen (zwei oder mehr Episoden nachgewiesener Ulceration oder Blutung in der Anamnese); Gastrointestinaler Blutung oder Perforation in der Anamnese, bedingt durch vorangegangene Therapie mit NSAR; Zerebrovaskulärer Blutung; Akuten starken Blutungen; Schwerer Leberinsuffizienz (siehe Abschnitt 4.4); Schwerer Niereninsuffizienz (siehe Abschnitt 4.4); einer Schwangerschaft im letzten Trimenon und während der Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6); 25 mg: Kindern bis zum vollendeten 9. Lebensjahr; 50 mg: Kindern und Jugendlichen bis zum 14. Lebensjahr, da eine körpergewichtsbezogene Dosierung mit Voltaren 50 mg Filmtabletten nicht möglich ist. Für diese Personengruppen steht Dicofenac in anderen Darreichungsformen zur Verfügung. Pharmakotherapeutische Gruppe: Nichtsteroidale Antiphlogistika und Antirheumatika, Essigsäurederivate und verwandte Substanzen, ATC-Code: M01A B05. Inhaber der Zulassung: Novartis Pharma GmbH, Stella-Klein-Löw-Weg 17, 1020 Wien. Verschreibungs-/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Weitere Informationen zu den Abschnitten Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkung mit anderen Mitteln, Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Fachinformationen. Stand: 11/2013.

Medical Tribune j Nr. 23 j 7. Juni 2017 MEDIZIN 15 Behandlungsraster für Crohn-Patienten SERIE ■ Milder oder schwerer Verlauf, lokale oder ausgedehnte Erkrankung – die Behandlung des M. Crohn ist abhängig von vielen Faktoren. Auf welche es ankommt, haben Experten in einem Konsensuspapier zusammengefasst. DR. ANGELIKA BISCHOFF Vor Einleitung oder Modifikation einer Crohn-Therapie muss eine aktive Entzündung endoskopisch und/ oder mittels Inflammationsmarkern bestätigt werden. Die Behandlung selbst hängt ab von Schweregrad, Lokalisation und Manifestationstyp der Erkrankung. Um den Verlauf zu kontrollieren und klinische Rezidive vorherzusagen, eignen sich z.B. CRP und fäkales Calprotectin. Beide korrelieren eng mit der Aktivität der Erkrankung, schreiben die Autoren der ECCO (European Crohn's and Colitis Organisation) in einem Konsensuspapier. ▶ Leichter M. Crohn des Ileums: Bei ausgewählten Patienten mit milder Erkrankung ist eine Therapie nicht immer notwendig. Ist sie jedoch indiziert, ist bei leichtem lokalisiertem ileozökalem Morbus Crohn Budesonid das Medikament der Wahl. Über acht Wochen oral verabreicht in einer täglichen Dosis von 9 mg erreichten in einer Untersuchung 50–60 Prozent der Patienten eine Remission. Antibiotika und Mesalazin empfehlen die Experten der ECCO hingegen nicht. ▶ Mäßiger bis hochaktiver Befall des Ileums: Bei mäßig aktiver lokalisierter ileozökaler Erkrankung kommt zusätzlich zu Budesonid Prednisolon in Betracht, das effektiver ist als Budesonid, jedoch mehr Nebenwirkungen verursacht. Ein lokalisierter ileozökaler M. Crohn mit hoher Aktivität erfordert eine Therapie mit systemischen Steroiden. ▶ Refraktärer Crohn oder Rezidiv: Sobald ein Rezidiv auftritt, ist die Behandlung mit TNF-Inhibitoren zu kombinieren, so die Experten. Frühzeitig muss bei therapierefraktären Patienten mit hochaktiver Erkrankung auch über chirurgische Optionen nachgedacht werden. Ist eine OP nicht möglich, kann ein immuntherapienaiver Patient anti- TNF in Kombination mit Azathioprin oder Metho trexat erhalten. Der Integrinantikörper Vedolizumab kann eine Alternative bieten. Bis seine Wirkung eintritt, braucht es oft etwas Geduld. Treten beim Patienten nur selten Rezidive auf, kommt auch eine erneute Steroidtherapie in Kombination mit einem Immunmodulator in Betracht. Die beiden letzten Aussagen treffen auch zu für den aktiven M. Crohn im Kolon, der primär ebenfalls mit systemischen Steroiden behandelt werden sollte. Patienten mit frühem Relaps (innerhalb von sechs Monaten nach der Initialtherapie) sollten als Folgetherapie immer einen Immunmodulator bekommen. ▶ Starke Erkrankung des Dünndarms: Bei Patienten mit ausgedehntem Dünndarmbefall können initial ebenfalls systemische Steroide eingesetzt werden. Liegen eine hohe Krankheitsaktivität oder ungünstige Prognosefaktoren (s. Kasten) vor, empfehlen die Experten jedoch den frühen Einsatz von anti-TNF. ▶ Ösophagealer oder gastroduodenaler Befall: Bei einem leichten ösophagealen oder gastroduodenalen Morbus Crohn reicht unter Umständen die Gabe eines Protonenpumpeninhibitors aus. Patienten mit schwerer oder refraktärer Erkrankung brauchen zusätzlich Steroide oder TNF-Blocker. Symptomatische Strikturen bedürfen einer Operation oder Dilatation. ▶ Zusätzliche Therapien: Komplementäre oder alternative Therapien sind bei Menschen mit Morbus Crohn gefragt. Deshalb sollte der Arzt seinen Patienten über potenzielle Optionen, fehlende Evidenz und unklare Datenlage aufklären. Lesen Sie nächste Woche im Teil 3: Entzündungszeichen stehen gut Gomollón F et al., Journal of Crohn‘s and Colitis 2017; 3–25 TNF-Hemmer alle gleich Alle verfügbaren TNF-Inhibitoren sind laut der European Crohn's and Colitis Organisation in ihrer Effektivität und im Nebenwirkungsprofil vergleichbar. Die Auswahl kann sich deshalb an Verfügbarkeit, Applikationsweg, Wunsch des Patienten und Kosten orientieren. Risiko für schlechte Prognose Je mehr Risikofaktoren für eine schlechte Prognose vorliegen, desto eher sollten Immunmodulatoren oder Biologika frühzeitig eingesetzt werden. Junges Alter bei der Diagnosestellung, Dünndarmbefall oder perianale Erkrankung in Kombination mit einem initialen Bedarf an Steroiden sind solche Faktoren. Ein Tag „in den Schuhen“ eines CED-Patienten PERSPEKTIVENWECHSEL ■ Wie kommen CED-Patienten durch den Alltag? Eine App will genau das erlebbar machen. Ein Selbstversuch. Um einen anderen Menschen verstehen zu können, ist es nötig, eine Meile in seinen Schuhen zu gehen. Zumindest, wenn man einem altem Sprichwort amerikanischer Ureinwohner Glauben schenken darf. In diesem Sinne bietet die Firma Takeda ihren Mitarbeitern mit der App „In Their Shoes“ einmal im Jahr die Gelegenheit, die sprichwörtliche Meile in den Schuhes eines CED-Patienten zu gehen. Auch die MT war heuer eingeladen. Es klang alles ganz einfach: App runterladen, einen Avatar erstellen – und los geht's. Dazu gab es noch ein paar Kuverts mit unbekanntem Inhalt. Während des Selbstversuchs zu arbeiten sei kein Problem. Was dann folgte, brachte mich doch recht nahe an meine persönliche Grenzen und dazu, mitten im allgemeinen Feierabend-Trubel auf einer hygienisch mehr als fragwürdigen U-Bahn-Toilette den „blutigen“ Inhalt derselbigen zu fotografieren. Schwitzend und von tatsächlichen Bauchkrämpfen begleitet. Doch alles der Reihe nach: In den ersten Stunden hielten sich die Belastungen noch in Grenzen. Immer wieder kann der Hinweis, binnen zwei Minuten ein WC aufzusuchen. Das kostete zwar Zeit und zwang mich, ein Meeting überstürzt zu verlassen – doch damit hatte ich gerechnet. Bald kam die Anweisung, aus einem der Kuverts einen Nylon-Gürtel zu entnehmen und sich den, direkt auf der Haut, straff um die Taille zu schnallen. Der Gürtel erfüllte seinen Zweck und sorgte für zunehmende Schmerzen. Zusätzlich mahnte mich die App immer öfter zum Toilettengang. Der Avatar begann zu schwitzen und ich auch. Am Heimweg am vollen U-Bahnsteig schließlich kam der Hinweis, sofort eine Toilette aufzusuchen, aus einem Kuvert eine Kapsel mit rotem Pulver zu entnehmen, das sich zusammen mit dem Wasser in der Toilettenschüssel in eine blutähnliche Substanz verwandelte und davon ein Foto zu schießen. Gestartet habe ich den Selbstversuch mit dem Wunsch, Antworten darauf zu finden, wie CED-Patienten ihren Alltag bewältigen. Gefunden habe ich vor allem neue Fragen: Was wäre, wenn ich keinen Bürojob hätte, sondern Kellnerin oder Pflegekraft wäre? Und wie würden Arbeitgeber, Kollegen und Freunde reagieren, wenn es sich nicht um einen, sondern um jeden Tag handeln würde? IKO Prognosemarker für akute Pankreatitis MEDICAL TRIBUNE *Artikel „Wie Methamphetamin-Usern zu helfen ist“, MT 21/2017, Seite 7 www.medonline.at PRAXISTIPP ■ Um rasch eine Einschätzung der akuten Pankreatitis (AP) vornehmen zu können, müssen Parameter im Routinelabor verfügbar sein. Das CRP eignet sich in der Initialphase aber nicht zur Beurteilung des Schweregrades, denn es korreliert erst nach 48–72 Stunden mit dem Ausmaß der Entzündung, erklärte Prof. Dr. Peter Layer von der Medizinischen Klinik am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg, bei einem Gastroenterologie-Update-Seminar in Wiesbaden. Und bei den Pankreasenzymen besteht nicht die geringste Assoziation zum Schweregrad der AP. In einer gepoolten Analyse dreier unabhängiger Kohorten mit 1612 Patienten standen nun etliche Laborwerte auf dem Prüfstand. Dabei erwiesen sich ein Hämatokrit von ≥ 44 Prozent bei der Aufnahme sowie ein Anstieg des Serumharnstoffs in den ersten 24 Stunden (ohne Cut-off-Wert) trotz Volumengabe als genaueste Prädiktoren für Pankreasne krosen (Odds Ratio, OR 3,1 bzw. 4,1) und persistierendes Organversagen (OR 3,5 bzw. 5,8). Waren beide Kriterien erfüllt, versagten bei 54 Prozent der Patienten dauerhaft die Organe und 60 Prozent entwickelten Nekrosen. Layer bedauerte allerdings, dass sich „niemand mehr ums Serum-Kalzium kümmert“, denn eigentlich wisse man, dass ein Abfall mit einer schlechten Prognose einhergehe. ABR

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