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Medical Tribune 39/2018

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14 SCHMERZ

14 SCHMERZ Medical Tribune j Nr. 39 j 26. September 2018 Fehldiagnose „Nebenhöhlenentzündung“ OROFAZIALE SCHMERZEN ■ Oft werden Schmerzen im Gesicht als chronische Rhinosinusitis fehl gedeutet, doch Patienten ohne nasale Beschwerden haben höchstwahrscheinlich keine Nebenhöhlenentzündung. Denn diese Diagnose trifft nur auf ein Zehntel der Patienten zu. Cluster Cluster Mittelgesichtsschmerz Rhinosinusitis Rhinosinusitis DR. DOROTHEA RANFT Für ihren Diagnostikkurs zu orofazialen Schmerzen beschränkt sich eine britische Autorengruppe auf chronische Symptome, also solche, die länger als zwölf Wochen anhalten. Zu den häufigsten Ursachen zählen Migräne und Mittelgesichtsschmerz. Sie werden jedoch häufig aufgrund der nasalen Beschwerden als chronische Rhinosinusitis fehl diagnostiziert. Dabei sind diese keineswegs ein Kennzeichen für eine Rhinosinusitis. Rhinosinusitis Stattdessen sind für die Diagnose „Nebenhöhle“ zwei andere Symptome obligat: die nasale Kongestion und die (purulente) Rhinorrhö. Patienten mit orofazialem Schmerz, aber ohne nasale Beschwerden, haben höchstwahrscheinlich keine Nebenhöhlenentzündung, betonen Adonye Banigo, Ear, Nose & Throat Department, Aberdeen Royal Infirmary, und seine Kollegen. Außerdem manifestiert sich der sinusogene Gesichtsschmerz meist in der Akutphase (Entzündung, Sekretstau etc.), nicht bei Chronikern. Er konzentriert sich auf Stirn und Wangen, eine akute Sinusitis maxillaris kann auch Zahnschmerzen auslösen. Zudem erleichtert eine Reihe von Begleitfaktoren die Einordnung als höhlenbedingt (s. Tabelle). Therapeutisch setzen die britischen Kollegen bei der chronischen Rhinosinusitis auf nasale Steroide und Nasenduschen. Patienten mit Polypen dürfen maximal zehn Tage orale Kortikoide erhalten. Cluster-Kopfschmerz Charakteristisch sind einseitige, Mittelgesichtsschmerz schwere Cephalgien in der Orbital-, Supraorbital- und/oder Temporalregion. Die einzelnen Attacken dauern etwa eine Stunde (15–180 min) und können sich in Episoden bis zu achtmal täglich über Wochen wiederholen. Sie werden von autonomen Symptomen wie Nasenkongestion und Augentränen begleitet. Analgetika sind tabu, stattdessen kommen hoch dosierter Sauerstoff und subkutane Triptane zum Einsatz. Kolle- Spannungsskopfschmerz Temporomandibuläre Störungen gen sollten Betroffene unmittelbar zum Neurologen schicken. Spannungsskopfschmerz Migräne Migräne Cluster Rhinosinusitis Migräne Mittelgesichtsschmerz Cluster Cluster Cluster Mittelgesichtsschmerz Rhinosinusitis Rhinosinusitis Rhinosinusitis Migräne Mittelgesichtsschmerz Trotz seiner Häufigkeit ist der Mittelgesichts-Segmentschmerz eine eher unbekannte Cephalgie. Er ähnelt in manchem dem Spannungskopfschmerz, manifestiert sich aber bilateral über Stirn, Peri- und Retroorbitalregion sowie Wangen und Nase. Die Ätiologie ist ungeklärt und die Diagnose gelingt oft nur durch Ausschluss anderer Ursachen. Eine Rhinosinusitis Cluster verstopfte Nase als Begleitsymptom kann zu Fehldiagnosen führen. Häufig finden sich Druckschmerz und Schwellungen über Wangen und Stirn sowie eine Hyperästhesie. Der Mittelgesichtsschmerz ist eine Domäne für niedrig dosiertes Amitryptilin (10 mg zur Nacht), gegeben über mindestens Spannungsskopfschmerz Temporomandibuläre Spannungsskopfschmerz Störungen sechs Monate. Migräne Schwere chronisch-rezidivierende Kopfschmerzen, die das Alltagsleben empfindlich stören, sind typisch für eine Migräne – nicht für die Rhinosinusitis. Trotzdem kommt es immer wieder zu Verwechslungen. Ein Grund dafür ist, dass sich der normalerweise hemikranielle Kopfschmerz potenziell im Gesicht manifestiert. Auch eine begleitende nasale Kongestion oder Rhinorrhö können den Arzt in die Irre leiten, ebenso gerötete Augen und ein Mittelgesichtsschmerz Migräne Druckgefühl oder Schmerz über den Nebenhöhlen. Umso wichtiger ist es, nach Symptomen wie Nausea, Lichtund Schallsensitivität zu fragen. Die Behandlung erfolgt mit ASS, NSAR und Triptanen, ggf. ergänzt durch eine medikamentöse Prophylaxe. Temporomandibuläre Störungen Störungen Spannungskopfschmerz Fast jeder hatte ihn schon, den Spannungskopfschmerz. Die symmetrische Cephalgie legt sich wie ein Band um den Kopf und gilt ebenso wie die Migräne als chronisch, wenn mehr als 15 Attacken im Monat auftreten. Im Gegensatz zur Migräne hat der Spannungskopfschmerz jedoch praktisch keine Begleitsymptome, insbesondere führt er nicht zu Erbrechen. Manche Patienten spüren einen Druckschmerz z.B. in der Frontal- oder Temporalregion oder der Muskulatur (Masseter, Sterno cleidomastoideus oder Spannungskopfschmerz Temporomandibuläre Störungen Störungen Störungen Trapezius). Neben Stressabbau helfen Paracetamol (1 g) oder Ibuprofen (400 mg), prophylaktisch setzen die Autoren u.a. auf trizyklische Antidepressiva und Akupunktur. Kiefergelenk Als typisch für Erkrankungen des Kiefergelenks und der Kaumuskulatur gelten präaurikuläre Schmerzen, die u.a. in Wange, Schläfe, Kieferwinkel und Zähne ausstrahlen können. Außerdem fallen die Patienten durch klickende Kaugeräusche, Knirschen, Kieferblockaden oder zu lockere Gelenke auf. Mitunter helfen bereits Entspannungstechniken und Analgetika, intraartikuläre Injektionen und Arthroplastien bleiben dem Spezialisten vorbehalten. Banigo A et al., BMJ 2018; 2018;,361:,k1517; https://doi.org/10.1136/bmj.k1517 Sinugener Gesichtsschmerz? Ivabradin Genericon senkt die Herzfrequenz Ivabradin ist eine rein herzfrequenzsenkende Substanz und wirkt direkt am Sinusknoten durch eine selektive Hemmung des I f -Kanals. 1 Chronisch stabile Angina pectoris Die aktuellen Europäischen Guidelines der stabilen KHK 2 empfehlen den Wirkstoff zur symptomatischen Behandlung bei normalem Sinusrhythmus und Unverträglichkeit oder Kontraindikation für Betablocker oder in Kombination mit Betablockern bei unzureichender Einstellung mit Betablockern und einer Herzfrequenz über 70/min. Chronische Herzinsuffizienz (NYHA II bis IV) Die erhöhte Herzfrequenz gilt bei der Herzinsuffizienz als Risikofaktor. 3 Eine Herzfrequenz über 75/min geht mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse einher. 1,3 Ivabradin kann laut Guidelines der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie zur Therapie der chronischen Herzinsuffizienz 4 dann eingesetzt werden, wenn nach Aufdosierung der Betablocker oder deren Unverträglichkeit die Zielfrequenz nicht erreicht werden kann. 1 Fachinformation Ivabradin Genericon, Stand Juli 2017 2 Gilles M. et al. 2013. Eur. Heart J. doi: 10.1093/eurheartj/eht296 3 Swedberg K. et al. 2010. Lancet. 376(9744): 875–85 4 Ponikowski P. et al. 2016. Eur. Heart J. doi: 10.1093/eurheartj/ehw128 Kontakt: Mag. Kirstin Leitgeb, Produktmanagerin, Genericon Pharma Fachkurzinformationen auf Seite 16 WERBUNG Bei den üblichen empfohlenen Dosen, welche 2x täglich zu den Mahlzeiten einzunehmen sind, wird die Herzfrequenz um ungefähr 10 Schläge pro Minute in Ruhe und unter Belastung gesenkt. 1 Dies führt zu einer Verringerung der Herzarbeit und des myokardialen Sauerstoffverbrauchs. 1 Der Nutzen für die Patienten ergibt sich aus der SHIFT-Studie. 3 Bereits innerhalb von 3 Monaten nach Beginn der Behandlung war eine klinisch und statistisch signifikante relative Risikoreduktion von 18 % im primären kombinierten Endpunkt, bestehend aus kardiovaskulärer Mortalität und Hospitalisierung wegen Verschlechterung der Herzinsuffizienz, ersichtlich. Ivabradin Genericon (Referenzpräparat: Procoralan ® ) ist aus der Green Box in der teilbaren 5 mg Dosierung und der 7,5 mg Dosierung frei verschreibbar. Symbolpackungen Neu in der GREEN BOX 2018_08_Ivabradin_PR_01 Guter prädiktiver Wert Lagewechsel (Sitzen/Liegen, Fliegen, Skifahren) verschlechtert Beschwerden Gestörter Geruchssinn Verbesserung unter Antibiotika oder Steroiden Starke purulente Rhinorrhö Verschlechterung bei oberen Atemwegsinfekten ■ SERVICE Schlechter prädiktiver Wert Vorbeugen verstärkt die Symptome Normaler Geruchssinn Keine Besserung unter Antibiotika bzw. Steroiden Schwerer Schmerz, Alltagsaktivitäten sind eingeschränkt Druckschmerz oder Schwellung im Gesicht Rheuma-Veranstaltungen im Herbst Die Rheumatage für Betroffene und Interessierte finden demnächst in Graz (11. Oktober), Thalheim bei Wels (12. Oktober) und Klagenfurt (19. Oktober) statt. Der Eintritt ist kostenlos. Im Rahmen der Veranstaltung in Thalheim wird am 15 Uhr auch ärztliche Fortbildung angeboten. Vom 29. November bis 1. Dezember hält die Österreichische Gesellschaft für Rheumatologie und Rehabiliation (ÖGR) im Tech Gate Vienna (22., Donau- City-Straße 9) in Wien ihre Jahrestagung ab. Weitere Informationen: www.rheumatologie.at Internationale Tagung zu Cannabis Die Herbal Medicinal Products Platform Austria (HMPPA) veranstaltet gemeinsam mit der Gesellschaft für Arzneipflanzen- und Naturstoff-Forschung (GA) am 15. November 2018 in der Universität Wien das wissenschaftliche Symposium „Cannabis – Phytochemical, Pharmacological and Clinical Evidence“. Es werden rezente Studiendaten zur medizinischen Anwendung diskutiert. Vorträge von Experten aus Deutschland, Italien, Israel, der Schweiz, Spanien, den USA und Österreich stehen auf dem Programm. Bei Anmeldung bis Ende September gilt der Frühbuchertarif. Weitere Informationen: office@hmppa.at www.hmppa.at/cannabis-workshop/ ILLUSTRATION: CORBAC40 / GETTYIMAGES 39_Gen_Ivabradin.indd MT_39_s14.indd 14 6 21.09.2018 20.09.2018 10:27:58 11:07:19

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