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Medical Tribune 39/2018

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4 POLITIK & PRAXIS

4 POLITIK & PRAXIS Medical Tribune j Nr. 39 j 26. September 2018 9x Gesundheitspolitik Gesundheitspolitische Entwicklungen und Ereignisse in den neun Bundesländern Vorarlberg • Die Vorarlberger Arbeiterkammer will laut „Vorarlberger Nachrichten“ eine Klage beim Verfassungsgerichtshof gegen den Gesetzesentwurf zur Sozialversicherungsreform einbringen. Salzburg • Das Reha-Zentrum Bad Hofgastein der PVA feierte kürzlich ihr 50-jähriges Jubiläum. • Das Projekt „AuGeN auf“ von AVOS (Arbeitskreis für Vorsorgemedizin Salzburg) gegen die Vereinsamung älterer Menschen zog erfolgreich Bilanz. Oberösterreich • Nach dem Tod eines Patienten in einem Linzer Spital (Duodenalperforation) 2017 wurde nun auch der Turnusarzt wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Eine Ärztin wurde bereits rechtskräftig verurteilt. • OÖGKK und Land OÖ präsentierten vorige Woche ein neues Kinderzahn-Paket, u.a. mit erhöhtem Mutter-Kind-Zuschuss. Niederösterreich • Die NÖGKK beschloss am 19.9.2018, gegen die „Ausgabenbremse“ der Regierung beim Verfassungsgerichtshof zu klagen. • Auf Schloss Grafenegg fand am 1.9.2018 erstmals das von Med Austron initiierte „World Forum on Particle Therapy“ statt. Wien • Im Hanusch-Spital der WGKK checken Klinische Pharmazeuten vor elektiven Eingriffen die Medikation. Ers te Bilanz: Bei 37 Prozent sind Anpassungen nötig. • Das von der Ärztekammer für Wien mitinitiierte „Don’t smoke“-Volksbegehren startet am 1.10.2018. Burgenland Tirol • Das Comprehensive Cancer Center Innsbruck (CCCI) der „tirol kliniken“ und der Med- Uni nahm am 17.9.2018 seinen Betrieb auf. • Uni und Med-Uni Innsbruck bekamen kürzlich den vom Wissenschaftsministerium initiierten „Nurturing Talents Prize“ für ihre Talenteförderung. Kärnten • Eine Kooperationsvereinbarung ermöglicht Grazer Medizinstudierenden, Teile der Ausbildung in Kärntner Kabeg-Spitälern zu absolvieren. • Das Klinikum Klagenfurt bekommt laut Kabeg-Chef Dr. Arnold Gabriel ein onkologisches Zentrum, die Umsetzung beginnt 2019. Steiermark • Eine Förderoffensive für steirische Betriebe zur Alkoholprävention läuft noch bis 15.12.2018 (www.mehr-vom-leben.jetzt). • Die Suizidrate lag 2017 in der Steiermark mit 17,6 pro 100.000 Einwohner am höchsten (bundesweit: 13,7). • Bis Herbst 2019 soll eine Arbeitsgruppe (u.a. mit Ärztekammer) ein Strukturkonzept zur Absicherung der fünf Spitäler des Burgenlands vorlegen, teilte Landesrat Hans Peter Doskozil Mitte September mit. ■ MEINUNG Dr. Ernest Pichlbauer Unabhängiger Gesundheitsökonom, Wien Ein boshafte Türschildreform Dank klientelpolitischer Gesetzgebung gleicht unser Gesundheitssystem einem Verschiebebahnhof, der für jede Schiene ein eigenes Stellwerk samt pragmatisiertem, machtbewusstem Fahrdienstleiter hat – eine einzigartige Kompetenzzersplitterung. Besonders zersplittert ist die ambulante Akut-Versorgung. Um die zu reformieren, muss man tief in die Systemarchitektur eingreifen. Und nichts weniger hat die neue Regierung angekündigt. Als überfallsartig eine „Ausgabenbremse“ durchgepeitscht wurde, mit der massiv in die Budget hoheit der Selbstverwaltung eingegriffen wurde, schien klar, die Reform wird kommen. Und ebenso klar war der politische Aufruhr, mit all seinen Polemiken. Nun wurde die Reform vorgestellt – mit großen Worten: Ein „wahrlich historischer Tag“ und die „größte Strukturreform der Zweiten Republik“. Die 21 Sozialversicherungen werden zu fünf zusammengelegt, die Verwaltung verschlankt und die Leistungskataloge innerhalb der nun für die Krankenversorgung zuständigen drei österreichweiten Krankenkassen harmonisiert. Doch die Details sprechen eine andere Sprache. Kernstück ist die Fusion der neun GKKs zu einer ÖGK. Doch jedes Bundesland behält eine völlig autonome Landesstelle, die weiter mit den regionalen Ärztekammern eigene Honorarkataloge verhandelt und das dafür nötige Budget von der Zentrale kriegen muss. Das ist keine Fusion, sondern eine Aufblähung von neun auf zehn „Kassen“. Und weil auch sonst kaum strukturell eingegriffen wurde, bleibt wohl alles, wie es ist! Doch warum dann der Aufruhr? Das liegt an den politischen Boshaftigkeiten. Die Zahl der Funktionäre und hohen Verwaltungsposten wird reduziert. Das alleine ist schon ein Angriff auf das austarierte Gefüge der gewerkschaftlichen „Erbpachten“. Doch richtig böse wird es, wenn man das neu eingeführte Ausbildungsprofil für Funktionäre betrachtet. Entweder haben diese studiert oder müssen SV-interne Fort- und Ausbildungen abgeschlossen haben. Wer das nicht hat, darf kein Funktionär mehr sein – und das trifft eine ganze Reihe vor allem roter Obmänner und ihre Stellvertreter. Spätestens hier wird’s persönlich. Bruch mit der Selbstverwaltung KRANKENKASSEN ■ Die SV-Reform dürfte vor dem Verfassungsgerichtshof landen. Auch die angekündigte „Patientenmilliarde“ wird in Zweifel gezogen. ■ LESERBRIEF Die SPÖ will die Pläne der Regierung zur Reform der Sozialversicherungen und Krankenkassen beim Verfassungsgerichtshof (VfGH) anfechten. Die Partei begründet ihr Vorhaben damit, dass die von ÖVP und FPÖ ins Auge gefassten Änderungen einen „Bruch mit dem verfassungsrechtlich abgesicherten Prinzip der Selbstverwaltung“ bedeuteten. Auch der Seniorenrat droht, die Sozialversicherungsreform vor den Verfassungsgerichtshof zu bringen, wie deren Präsidenten Ingrid Korosec (ÖVP) und Dr. Peter Kostelka (SPÖ) bekräftigen. In der Trägerkonferenz des Hauptverbandes war der Seniorenrat bisher mit Sitz und Stimme vertreten, künftig bleibt ihm nur ein Sitz ohne Stimme in der Hauptversammlung. Zweifel gibt es auch an der von Bundeskanzler Sebastian Kurz angekündigten „Patientenmilliarde“. Zur Diskrepanz zwischen den im Begutachtungsentwurf angeführten Einsparungssummen durch Verwaltungsabbau – 33 Millionen bis zum Jahr 2023 bzw. 350 Millionen bis 2026 – meint der Obmann der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse Albert Maringer: „Wir (die OÖGKK, Anm.) haben ein Leistungsvolumen von 2,3 Milliarden Euro und geben 150.000 Euro für die laufende Selbstverwaltung aus.“ Bei Letzterer könne man also nicht so viel sparen. APA Sozialversicherungsreform ohne Biach – ein wildes Niederreißen Jetzt wird auch der souverän agierende, in Mediation geübte Chef des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger brüsk abserviert. Der oberste wahlpopulistische Befehl lautet auf Zusammenlegung der Sozialversicherungsträger. Dort geht es aber inhaltlich bloß um 3 Prozent Verwaltungsaufwand. Und selbst wenn man diesen auf 2,5 Prozent runterbricht, werden noch immer 97,5 Prozent des Gesamtbudgets mit Fachkompetenz zu handeln sein. Herr Biach hat über den Sozialversicherungsrand hinausgedacht. Er ist ein Kenner der komplizierten Rechts- und Sozial-Materie: Bund, Länder, Berufsstände, Pensionen, Unfallversicherung, Spitäler, Rehabilitationseinrichtungen, Landärzte, Apotheker, Therapeuten, Finanzierungsströme, Beitragssysteme, Vertragspartnerverhandlungen, Tarifanpassungen, Tarifgleichschaltungen, Verträge, demokratiepolitische Prozesse, notwendige Gerechtigkeits- und Solidaritätsausgleiche, … Obwohl er ursprünglich regierungsloyal aus der Wirtschaftskammer kommt, hat er sich getraut, mit konzilianter Sprache und mit stichfesten Sachargumenten gegen das wirre, amateurhafte türkisblaue Abholzen des sehr gut funktionierenden Sozialversicherungssystems in Österreich aufzutreten. Es wird noch spannend, was da auf uns zukommt, wenn man die besten Köpfe verjagt. Und unsere gewählten Parlamentarier schauen gelähmt und geduckt zu, während über der Parlamentsbaustelle der türkisblaue Adler kreist. Fritz Baumgartner, St. Georgen/Gusen FOTO: PRIVAT MT_39_s04.indd 4 21.09.2018 11:17:52

Medical Tribune j Nr. 39 j 26. September 2018 MEDIZIN 5 Interoperatives Navigationssystem: Implantate an idealer Stelle platzieren WIRBELSÄULENCHIRURGIE ■ Am Kepler Universitätsklinikum in Linz wurde die tausendste O-Arm-navigierte spinale Fusionsoperation durchgeführt. FOTOS: ORDENSKLINIKUM; KEPLER UNIVERSITÄTSKLINIKUM (2) Hernienspezialist Gernot Köhler führt das innovative Werkzeug vor. Um die Ecke operieren LAPAROSKOPISCHE CHIRURGIE ■ Ein Roboterarm erlaubt minimal invasives Arbeiten und Nähen in bislang unmöglichen Winkeln. Laparoskopische Operationen, in deren Rahmen Chirurgen Eingriffe schonend über kleine Schnitte in der Bauchdecke durchführen, haben einen Nachteil: Da die Werkzeuge über Metallrohre eingeführt werden, kann man mit ihnen primär nur „geradeaus“ arbeiten. OA Priv.-Doz. Dr. Gernot Köhler, MSc, hat nun am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern ein innovatives neues Werkzeug eingeführt, das durch seine Flexibilität völlig neue Möglichkeiten eröffnet. Dabei schnallt sich der Chirurg eine Art Roboterarm an den Unterarm und steuert die Bewegungen des Werkzeughalters an dessen Ende mit der Hand. Das Gerät wird über einen minimal invasiven Zugang in den Körper eingeführt. „Es ist das erste Werkzeug, mit dem ich laparoskopisch ,ums Eck‘ operieren und in für normale Systeme unmöglichen Winkeln präzise arbeiten und nähen kann“, erklärt Hernienspezialist Köhler. RED Stabilisierungsoperationen an der Wirbelsäule sind in jenen seltenen Fällen erforderlich, in welchen die das Rückenmark verlassenden und durch die Wirbelsäule in den Körper ziehenden Nerven durch eine Fehlhaltung – häufig in Kombination mit einer Instabilität oder einem Wirbelgleiten – langfristig mechanisch geschädigt werden. Bei einem solchen Eingriff werden die betroffenen Segmente der Wirbelsäule durch Implantate versteift – je nach Anzahl mit vier bis zwölf Schrauben. An der Universitätsklink für Neurochirurgie des Kepler Universitätsklinikums in Linz (Vorstand: Univ.- Prof. Dr. Andreas Gruber) wurde nun die tausendste O-Arm-navigierte spinale Fusionsoperation durchgeführt. Beim O-Arm handelt es sich um ein intraoperatives Bildgebungsund Navigationssystem. Dabei werden vor und während des Eingriffs Neurochirurg Andreas Gruber (li.), O-Arm-Bildgebungs- und Navigationssystem (re.) CT-Schnittbilder des erkrankten Wirbelsäulenabschnittes angefertigt, anhand dieser Bilder wird die ideale Lage der Implantate errechnet. Der Operateur kann so über einen kleinen Hautschnitt den idealen Winkel, die Tiefe und die Größe einer in der Wirbelsäule zu verankernden Schraube bestimmen, deren Implantation am Bildschirm simulieren und dann interaktiv das Implantat an idealer Stelle platzieren. RED PATIENTEN KÖNNEN DAS MIT IHREM SMARTPHONE 1 Die neue kostenlose FreeStyle LibreLink App 1 • Glukosewerte einfach mit dem Smartphone 1 auslesen • Optionale Sprachausgabe • Einfach Notizen hinzufügen, um wichtige Ereignisse aufzuzeichnen In LibreView 2,3 können Sie das vollständige glykämische Profil 4 und aussagekräftige Berichte einsehen – für ein vereinfachtes Diabetesmanagement für Sie und Ihre Patienten. Kostenlosen Account erstellen unter: www.libreview.com ADC Nr. 2018-0017 www.freestyle-diabetes.at neu! auch für iPhone 1 1 Android 5.0 (Lollipop) oder höher; NFC muss aktiviert sein. iOS: iPhone7 oder höher mit IOS11 oder höher. 2 LibreView wird von Newyu, Inc. entwickelt und vertrieben. LibreView Daten werden in ein virtuelles nicht öffentliches Netzwerk übertragen und auf einer SQL-Server-Datenbank gehostet. Die Daten sind auf Dateiebene verschlüsselt. Die Verschlüsselung und Art der Schlüsselspeicherfunktionen verhindern, dass der Cloud-Hosting-Anbieter (Amazon Web Services) die Daten einsehen kann. Bei Nutzung von LibreView in Österreich werden die Daten auf Servern in der EU gehostet. 3 Der Zugang zum jeweiligen Nutzer Account ist passwortgeschützt. Für ein vollständiges glykämisches Profil der letzten drei Monate muss der Sensor mindestens einmal alle 8 Stunden gescannt und alle 14 Tage ersetzt werden. 4 Für ein vollständiges glykämisches Profil der letzten drei Monate muss der Sensor mindestens einmal alle 8 Stunden gescannt und alle 14 Tage ersetzt werden. 61054FS Libre Link AZ DemoGirl 286x194ssp.indd 1 24.08.18 11:19 MT_39_s05.indd 5 20.09.2018 13:19:45

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