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Medical Tribune 44/2018

14 MEDIZIN

14 MEDIZIN Medical Tribune j Nr. 44 j 1. November 2018 ■ CHMP-EMPFEHLUNGEN Der Ausschuss für Humanarzneimittel der EMA (CHMP) hat bei seiner letzten Sitzung vom 15. bis 18. Oktober folgende sechs Zulassungsempfehlungen abgegeben: ▶ Takhzyro ® (Lanadelumab, Shire Pharmaceuticals), die erste monoklonale Antikörpertherapie zur Prävention von wiederkehrenden Anfällen des hereditären Angioödems (hereditary angioedema, HAE). Dieses Medikament wurde in einem beschleunigten Verfahren beurteilt, das Arzneimitteln vorbehalten ist, denen ein großer Nutzen für die Bevölkerung zugesprochen wird. Nach Angaben des Herstellers sind in Österreich rund 180 Patienten von dieser Erkrankung betroffen. ▶ Namuscla ® (Mexiletin-Hydrochlorid, Lupin Europe) zur Behandlung der Symptome einer Myotonie bei erwachsenen Patienten mit nicht-dystrophischen myotonischen Störungen. Das Medikament wird laut EMA die erste Therapie für die seltenen Muskelkontraktionsstörungen sein. ▶ Dengvaxia ® (tetravalente Dengue-Impfung, Sanofi Pasteur) zur Vorbeugung von Dengue, die durch die Denguevirus-Serotypen 1, 2, 3 und 4 hervorgerufen wird, für Menschen zwischen neun und 45 Jahren, die in einem endemischen Gebiet leben und bereits eine Infektion mit dem Dengue-Virus hinter sich haben. ▶ Flucelvax Tetra ® (Influenza-Impfstoff, Oberflächenantigen, präpariert in Zellkulturen, Seqirus Netherlands) zur Prävention der Influenza für Erwachsene und Kinder ab neun Jahren. ▶ Bevespi Aerosphere ® (Glycopyrronium/Formoterolfumarat-Dihydrat, AstraZeneca) als erhaltende Bronchodilatortherapie zur Linderung von Symptomen erwachsener Patienten mit chronisch-obstruktiver Pulmonarerkankung (COPD). ▶ Ogivri ® (Trastuzumab, Mylan), ein Biosimilar zur Behandlung von metastasiertem und frühem Brustkrebs sowie metastasiertem Magenkrebs. Sinnlose Aktionen unterlassen bei nicht-traumatischen Beschwerden DISKUSSION ■ Bleibt die Ursache unklar, können Patienten ihre Schmerzen am Bewegungsapparat oft selbst lindern. Herumprobieren bringt hier nicht viel. Wohlgemeinte Diagnosen in der orthopädischen Praxis richten mehr Schaden an als Nutzen, finden Prof. Dr. Jeremy Lewis von der University Hertfordshire und Prof. Dr. Peter O’Sullivan von der Curtin University im australischen Perth. Denn bei etlichen nicht-traumatischen Beschwerden an Muskeln und Skelett bleibe die Ursache auch dauerhaft unklar. Mit einer ausufernden Dia gnostik weckt man dann Hoffnungen, die sich nicht erfüllen lassen. In der Folge müsse oftmals eine naheliegende, aber oft falsche Erklärung für das Leiden herhalten. Verlegenheitsdiagnosen wie Rotatorenmanschetten-Ruptur oder degenerierte Bandscheiben z.B., die vor allem eines gemeinsam haben: dass sie auch bei asymptomatischen Gesunden häufig vorkommen. Das Resultat ist der Einsatz nutzloser und teurer Therapien, die manch mal auch mit unerwünschten Wirkungen verbunden sind. Helfen diese dann nicht weiter, werden mitunter ganz neue Diagnosen und 10 Mio. Euro für Entwicklung von Prothesen Der ERC Synergy Grant des European Research Council beträgt zehn Millionen Euro und geht an das Projekt „Natural BionicS“, an dem die MedUni Wien beteiligt ist. Univ.-Prof. Dr. Oskar Aszmann (Bild) ist ein Projektleiter. Ziel ist die Entwicklung innovativer Bionik-Technologien. APA/RED Behandlungsverfahren erfunden – Trigger-Punkte und sakrale Torsionen beispielsweise –, die jeglicher wissenschaftlicher Basis entbehren. Linderung für chronisches Leiden anbieten Bei den Patienten entsteht so die Erwartung, dass sich ihre Beschwerden mit Interventionen schnell lindern oder heilen ließen, ohne dass sie selbst zum Genesungsprozess beitragen müssten, kritisieren die Autoren. Stattdessen sollten Arzt und Patient die Beschwerden – wenn sie sich chronifizieren und Wohlbefinden und Beweglichkeit des Kranken einschränken – ähnlich betrachten wie einen nicht-insulinpflichtigen Diabetes, ein Asthma oder andere chronische Leiden. Also wie Krankheiten, die man zwar nicht heilen, aber doch behandeln und lindern kann. Damit würden auch bei Beschwer den am Bewegungsapparat Maßnahmen wie die Verbesserung der Schlafhygiene und Stressmanagement, ein Mehr an Bewegung und eine intensive Zusammenarbeit und Anleitung durch den behandelnden Arzt bei der Therapie in den Vordergrund rücken. Das Ziel eines solchen Behandlungsplans, mahnen die Autoren, solle weniger die Heilung sein als vielmehr die Kontrolle der Krankheit und die Verbesserung der Lebensqualität des Betroffenen. „Uns und dem Patienten gegenüber ehrlicher sein“ Interventionen wie Manuelle Therapie oder eine Pharmakotherapie sehen sie nur als begleitende Maßnahmen an, deren Nutzen gründlich gegen die Risiken abgewogen und mit dem Patienten diskutiert werden müsse. „Indem wir uns für diesen Weg entscheiden, können wir Hilfesuchende besser unterstützen. Und wir werden uns selbst und dem Patienten gegenüber ehrlicher darin sein, was wir tun und erreichen können.“ MIC Lewis J, O’Sullivan P, Br J Sports Med 2018; doi: 10.1136/bjsports-2018-099198 Vom Sushi-Restaurant in die Notaufnahme FALL ■ Nach dem Essen entwickelte die knapp zweijährige Tochter eine anaphylaktische Reaktion. Welche Zutat der Auslöser für die generalisierte Urtikaria, Heiserkeit und das Erbrechen bei dem kleinen Mädchen war, versuchte das Team der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Frankfurt herauszufinden. Mittels spezifischen IgE wiesen die Kollegen Sensibilisierungen gegen Senfsaat, Hausstaubmilben und Hühnerei nach. Zahlreiche andere Befunde, darunter auch die für Lachs und Thunfisch, waren dagegen negativ. Auf was hatte das Mädchen bloß reagiert? In Japan zählt Lachsrogen (Ikura) zu den häufigsten Auslösern einer Nahrungsmittelallergie bei Kleinkindern. Er findet sich als Zutat u.a. in Reisgerichten, Sushi-Häppchen und als Dekoration. Tatsächlich reagierte das Mädchen im Prick-to-Prick-Test auf Lachsrogen mit einer im Durchmesser 13 mm großen Quaddel. Ein IgE-Spezialtest – ein ImmunoCAP für Forschungszwecke – ergab mit 2,5 kU/l ebenfalls ein positives Ergebnis. Fischrogen müsse in Deutschland als Inhaltsstoff nicht deklariert werden, bemängeln die Ernährungsberaterin Suzanne van Dullemen und Kollegen in ihrem Poster. Dass man ihn in der traditionellen japanischen Küche strikt meiden kann, erscheine fraglich. Die Patientin wurden deshalb mit einem Notfallset einschließlich Adrenalin-Injektor ausgestattet. KAS 13. Deutscher Allergiekongress; Dresden, September 2018 Highlights vom ESMO 2018 TIPP ■ Unter dem Titel „Securing Access to Optimal Cancer Care“ fand vom 19.–23. Oktober der Europäische Krebskongress ESMO 2018 in München statt. Auf medonline.at finden Sie alle wichtigen News, die dort präsentiert wurden, sowie zahlreiche Experteninterviews zu den Studiendaten – hier eine kleine Auswahl: ▶ Dr. Christoph Suppan (Graz) diskutiert die im Presidential Symposium vorgestellten Brustkrebsstudien und erklärt deren Einfluss auf die klinische Praxis: „Die besten Daten seit langem bei triplenegativem Brustkrebs“ ▶ Univ.-Prof. Dr. Christian Marth (Innsbruck) kommentiert die sensationellen SOLO-1-Daten, den Hype um HIPEC und die Studie 221: „Rezidivrisiko bei Ovarialkarzinom um 70 % reduziert“ ▶ Univ.-Prof. Dr. Martin Burian (Linz) kommentiert Kopf-Hals-Tumor- Studien, die klinisch relevant für die tägliche Praxis sind: „Die Überlebenschance steigt, obwohl der Tumor wächst“ ▶ Univ.-Prof. Dr. Christoph Höller (Wien) spricht über das Highlight beim Melanom, die OpACIN- neo- Studie, und diskutiert Langzeit-Studien-Updates sowie intraläsionale Therapieansätze mit TLR-9-Agonisten: „Neoadjuvante Melanom- Studie war mein persönliches Highlight“ ▶ Assoz.-Prof. PD Dr. Armin Gerger (Graz) diskutiert die wichtigsten neuen Studien zu Magen-, hepatozellulärem und cholangiozellulärem Karzinom: „Drei neue Studien zu Tumoren im oberen GI-Trakt“ ▶ Univ.-Prof. Dr. Thomas Brodowicz (Wien) kommentiert fünf neue Sarkomstudien, darunter zu Cabozantinib und Nanopartikel, die mittels Radiotherapie aktiviert werden: „Effektive Sarkomtherapie durch aktivierte Nanopartikel“ Zu finden unter Kongress News „ESMO 2018“ auf medonline.at FOTO: MEDUNI WIEN/CH. HOUDEK Circadin 2 mg Retardtabletten. Qualtitative und Quantitative Zusammensetzung: Jede Retardtablette enthält 2 mg Melatonin. Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Jede Retardtablette enthält 80 mg Lactose-Monohydrat. Anwendungsgebiete: Circadin ist indiziert als Monotherapie für die kurzzeitige Behandlung der primären, durch schlechte Schlafqualität gekennzeichneten Insomnie bei Patienten ab 55 Jahren. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Hilfsstoffe: Ammoniummethacrylat-Copolymer Typ B, Calciumhydrogenphosphat-Dihydrat, Lactose-Monohydrat, hochdisperses Siliciumdioxid, Talkum und Magnesiumstearat (Ph. Eur.). Stand: 07.05.2014. Zulassungsinhaber: RAD Neurim Pharmaceuticals EEC Limited, One Forbury Square, The Forbury, Reading, Berkshire RG1 3EB, Vereinigtes Königreich. Vertrieb: Sanova Pharma GesmbH, 1110 Wien. Abgabe: Rezept- und apothekenpflichtig. ATC-Code: N05CH01. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit sowie Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. Ivabradin Genericon 5 mg Filmtabletten und Ivabradin Genericon 7,5 mg Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Ivabradin Genericon 5 mg Filmtabletten: Eine Filmtablette enthält 5 mg Ivabradin (entsprechend 5,390 mg Ivabradin als Hydrochlorid). Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 1,344 mg Lactose-Monohydrat. Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1. Ivabradin Genericon 7,5 mg Filmtabletten: Eine Filmtablette enthält 7,5 mg Ivabradin (entsprechend 8,085 mg Ivabradin als Hydrochlorid). Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 2,016 mg Lactose-Monohydrat. Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1. Anwendungsgebiete: Symptomatische Behandlung der chronischen stabilen Angina pectoris: Ivabradin ist indiziert zur symptomatischen Behandlung der chronischen stabilen Angina pectoris bei Erwachsenen mit koronarer Herzkrankheit bei normalem Sinusrhythmus und einer Herzfrequenz von ≥ 70 Schlägen pro Minute (bpm). Ivabradin ist indiziert: bei Erwachsenen mit einer Unverträglichkeit für Betablocker, oder bei denen Betablocker kontraindiziert sind, oder in Kombination mit Betablockern bei Patienten, die mit einer optimalen Betablockerdosis unzureichend eingestellt sind. Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz: Ivabradin ist indiziert bei chronischer Herzinsuffizienz der NYHA-Klasse II bis IV mit systolischer Dysfunktion, bei Patienten im Sinusrhythmus mit einer Herzfrequenz ≥ 75 Schläge pro Minute (bpm), in Kombination mit Standardtherapie einschließlich Betablocker oder wenn Betablocker kontraindiziert sind oder eine Unverträglichkeit vorliegt (siehe Abschnitt 5.1). Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile; Herzfrequenz im Ruhezustand unter 70 Schläge pro Minute vor der Behandlung; Kardiogener Schock; Akuter Myokardinfarkt; Schwere Hypotonie (< 90/50 mmHg); Schwere Leberinsuffizienz; Sick-Sinus-Syndrom; SA-Block; Instabile oder akute Herzinsuffizienz; Herzschrittmacher-Abhängigkeit (Herzfrequenz wird ausschließlich durch den Schrittmacher erzeugt) Instabile Angina pectoris; AV-Block 3. Grades; Anwendung von starken Cytochrom P450 3A4-Hemmern wie Antimykotika vom Azoltyp (Ketoconazol, Itraconazol), Makrolidantibiotika (Clarithromycin, Erythromycin per os, Josamycin, Telithromycin), HIV-Proteaseinhibitoren (Nelfinavir, Ritonavir) und Nefazodon (siehe Abschnitte 4.5 und 5.2); Kombination mit Verapamil oder Diltiazem (moderate CYP3A4-Inhibitoren mit herzfrequenzsenkenden Eigenschaften (siehe Abschnitt 4.5); Schwangerschaft, Stillzeit und Frauen im gebärfähigen Alter, die keine angemessenen Methoden zur Empfängnisverhütung anwenden (siehe Abschnitt 4.6). Pharmakotherapeutische Gruppe: Herztherapie, Andere Herzmittel, ATC-Code: C01EB17. Ivabradin Genericon 5 mg Filmtabletten, OP zu 28 und 56 Stück, Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Ivabradin Genericon 7,5 mg Filmtabletten, OP zu 28 und 56 Stück, Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Pharmazeutischer Unternehmer: Genericon Pharma Gesellschaft m.b.H., A-8054 Graz, E-Mail: genericon@genericon.at. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Gewöhnungseffekten und zu den Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Rivastigmin ratiopharm 4,6 mg/24 Stunden transdermales Pflaster bzw. Rivastigmin ratiopharm 9,5 mg/24 Stunden transdermales Pflaster; Qualitative und Quantitative Zusammensetzung: Rivastigmin ratiopharm 4,6 mg/24 Stunden transdermales Pflaster: Jedes transdermale Pflaster setzt 4,6 mg Rivastigmin pro 24 Stunden frei. Jedes transdermale Pflaster mit 5 cm 2 Größe enthält 9 mg Rivastigmin. Rivastigmin ratiopharm 9,5 mg/24 Stunden transdermales Pflaster: Jedes transdermale Pflaster setzt 9,5 mg Rivastigmin pro 24 Stunden frei. Jedes transdermale Pflaster mit 10 cm 2 Größe enthält 18 mg Rivastigmin. Anwendungsgebiete: Zur symptomatischen Behandlung der leichten bis mittelschweren Alzheimer-Demenz. Gegenanzeigen: Dieses Arzneimittel darf nicht angewendet werden bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere Carbamat-Derivate oder einen der genannten sonstigen Bestandteile. Vorgeschichte mit Reaktionen an der Anwendungsstelle als Hinweis auf eine allergische Kontaktdermatitis mit Rivastigmin-Pflastern (siehe Abschnitt 4.4 der Fachinformation). Pharmakotherapeutische Gruppe: Psychoanaleptika, Antidementiva, Cholinesterasehemmer, ATC-Code: N06DA03. Liste der sonstigen Bestandteile: Film: Polyesterfilm, Fluoropolymer-beschichteter Polyesterfilm. Wirkstoffmatrix: Acrylklebstoff, Acrylatcopolymer Poly(butylmethacrylat-co-methylmethacrylat). Klebematrix: Silikonklebstoff. Drucktinte: schwarze Drucktinte. Art und Inhalt des Behältnisses: Material der Primärpackmittel: Die Rivastigmin ratiopharm transdermalen Pflaster sind einzeln in kindergesicherten, hitzeversiegelten Beuteln verpackt. Die Beutel bestehen aus einem mehrfach laminierten Verbundwerkstoff aus Papier/Polyethylenterephthalat (PET)/Aluminium/Polyacrylnitril (PAN). Ein Beutel enthält ein transdermales Pflaster. Material der Sekundärpackmittel: Die Beutel sind in einem Karton verpackt. Erhältlich in Packungen mit 7, 10, 30, 60 und 90 Beuteln und in Bündelpackungen mit 60 (2 × 30) und 90 (3 × 30) Beuteln. Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht. Inhaber der Zulassung: TEVA B.V., Swensweg 5, 2031 GA Haarlem, Niederlande, Tel.Nr.: +43/1/97007-0, Fax-Nr.: +43/1/97007-66, e-mail: info@ratiopharm.at. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Stand der Information: 03.2018. Rivastigmin ratiopharm 13,3 mg/24 Stunden transdermales Pflaster; Qualitative und Quantitative Zusammensetzung: Jedes transdermale Pflaster setzt 13,3 mg Rivastigmin pro 24 Stunden frei. Jedes transdermale Pflaster mit 15 cm 2 Größe enthält 27 mg Rivastigmin. Anwendungsgebiete: Zur symptomatischen Behandlung der leichten bis mittelschweren Alzheimer-Demenz. Gegenanzeigen: Dieses Arzneimittel darf nicht angewendet werden bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere Carbamat-Derivate oder einen der genannten sonstigen Bestandteile. Vorgeschichte mit Reaktionen an der Anwendungsstelle als Hinweis auf eine allergische Kontaktdermatitis mit Rivastigmin-Pflastern (siehe Abschnitt 4.4 der Fachinformation). Pharmakotherapeutische Gruppe: Psychoanaleptika, Antidementiva, Cholinesterasehemmer, ATC-Code: N06DA03. Liste der sonstigen Bestandteile: Film: Polyesterfilm, Fluoropolymer-beschichteter Polyesterfilm. Wirkstoffmatrix: Acrylklebstoff, Acrylatcopolymer Poly(butylmethacrylat-co-methylmethacrylat). Klebematrix: Silikonklebstoff. Drucktinte: schwarze Drucktinte. Art und Inhalt des Behältnisses: Die Rivastigmin ratiopharm transdermalen Pflaster sind einzeln in kindergesicherten, hitzeversiegelten Beuteln verpackt. Die Beutel bestehen aus einem mehrfach laminierten Verbundwerkstoff aus Papier/Polyethylenterephthalat (PET)/Aluminium/Polyacrylnitril (PAN). Ein Beutel enthält ein transdermales Pflaster. Die Beutel sind in einem Karton verpackt. Erhältlich in Packungen mit 7, 30, 60 und 90 Beuteln und in Bündelpackungen mit 60 (2 × 30) und 90 (3 × 30) Beuteln. Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht. Inhaber der Zulassung: TEVA B.V., Swensweg 5, 2031 GA Haarlem, Niederlande, Tel.Nr.: +43/1/97007-0, Fax-Nr.: +43/1/97007-66, e-mail: info@ratiopharm.at. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Stand der Information: 03.2018. Weitere Hinweise zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln, Nebenwirkungen und zutreffendenfalls Angaben über die Gewöhnungseffekte sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen.

Medical Tribune j Nr. 44 j 1. November 2018 MEDIZIN 15 ■ MEDICAL QUIZ Viel Wissenswertes tut sich im österreichischen Gesundheitswesen. Rätseln Sie mit! „Schleimhäute kommen zu kurz“ BIOTECH ■ Zur Schnupfenzeit klingeln bei der Wiener Biotech-Firma Marinomed die Kassen. Dennoch braucht man Geld – eine neue Innovation mit Mega-Potenzial muss finanziert werden. CEO Andreas Grassauer erklärt, worum es geht. FOTOS: KABEG; EUROPA DONNA AUSTRIA; SALK / WILD&TEAM; MARINOMED 1 Welcher Effekt wird von Strahlentherapeut Dr. Slavisa Tubin im Klinikum Klagenfurt nicht erforscht? □ a Der Abscopal-Effekt. □ b Der Cocktailparty-Effekt. □ c Der Bystander-Effekt. 2 Kürzlich tanzten Frauen mit pinken Regenschirmen vor dem Stephansdom. Mit dem Flashmob wollten sie hinweisen auf ... □ a Brustkrebs und Vorsorge. □ b Klimawandel. □ c Tourismus in Wien. 3 Welcher Profession war im Europark in Salzburg am 20. Oktober eine Leistungsschau gewidmet? □ a Minimalinvasive Chirurgie. □ b FÄ für Kinder-/Jugendheilkunde. □ c Gesundheits-/Krankenpflege. Lösung: 1b Am Klagenfurter Institut für Strahlentherapie und Radioonkologie untersucht Tubin den Abscopal-Effekt (Metastasen gehen bei Bestrahlung des Tumors zurück) und den Bystander-Effekt (inoperable Tumor schrumpfen ganz obwohl nur ein kleiner Teil bestrahlt wurde). Tubin präsentierte seine Daten am ASTRO-Kongress in San Antonio (Tubin S, IJROBP. November 1, 2018; 102 [3] Suppl. S14) 2a Im Rahmen des Breast Health Day setzte Europa Donna Austria ein Zeichen gegen Brustkrebs. Der nächste Flashmob zum Thema findet am selben Ort am 14.12.2018 um 15 Uhr statt. Mitmachen erwünscht! 3c Unter dem Motto „Pflege – volle Kraft voraus“ fand bereits zum 12. Mal die bundeslandweit größte „Leistungsschau“ der Gesundheits-und Krankenpflege statt. HANS-JÖRG BRUCKBERGER Ihr Hauptprodukt, Carragelose ® , ist ein Wirkstoff aus Rotalgen, der bei viralen Erkältungskrankheiten in Nasen- oder Rachensprays sowie Pastillen zum Einsatz kommt. Wie wirkt das und wie kommt eine Wiener Biotech-Firma zu Meeressubstanzen und den darauf bezogenen Namen Marinomed? Grassauer: Die Rotalge in der Carragelose® hat eine antivirale Wirksamkeit. Sie bindet verschiedene Arten von Viren und verhindert deren Ausbreitung, sodass sich die Anzahl an Viren nachweislich reduziert und somit auch die Symptome und letztendlich die Dauer des Schnupfens. Aus der Rotalge ergibt sich unsere ursprüngliche Verbindung zum Meer. Ich sage immer, in Europa bringt nur noch ein anderes marines Biotech-Start-up Substanzen aus dem Meer in die Klinik – und die sitzen in Madrid und somit ähnlich entfernt vom Meer wie wir. Die Firma ist ein Spin-Off der Veterinäruniversität, ich habe sie mit meiner Frau und einem Veterinärmediziner gemeinsam gegründet. Mein Schwerpunkt liegt in der Virologie, meine Frau kommt aus der Immunologie. Das ergänzt sich gut. Das Produkt, das in Österreich unter dem Namen Coldamaris ® auf dem Markt ist und von der ebenfalls österreichischen Firma Sigmapharm vertrieben wird, verkauft sich prächtig. Ihr Unternehmen konnte den Umsatz in den letzten Jahren praktisch jedes Jahr verdoppeln, 2017 um 85 Prozent auf 4,8 Millionen Euro. Geht es in dieser Tonart weiter? Rekordumsätze mit Life Science Der Life Science-Sektor hat sich in Österreich positiv entwickelt: Die Branchenumsätze haben einen Rekordwert von über 22 Mrd. Euro erreicht, das entspricht einem Anstieg von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr und bereits bereits 6,1 Prozent des heimischen BIP. Mehr als 900 Unternehmen mit knapp 55.500 Mitarbeitern sind in der Branche tätig. Zu diesem Ergebnis kommt der kürzlich präsentierte Life Science Report Austria 2018, der von der aws im Auftrag des Ministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort erstellt wurde. „Der Bericht bestätigt, wir sind mit unseren Initiativen am richtigen Weg. Der Sektor ist von strategischer Bedeutung“, sagte Ministerin Margarete Schramböck bei der Präsentation des Reports. aws-Geschäftsführer Bernhard Sagmeister ergänzte: „Österreich hat sich als international angesehener Standort etabliert.“ Mit den sogenannten LISA-Förderungsprogrammen stehe Unternehmen bereits in frühen Phasen wichtige finanzielle Unterstützung zur Verfügung. RED Andreas Grassauer steht vor einem richtunsgweisenden Jahr. Grassauer: Wir sind bereits in mehr als 30 Ländern am Markt und erwarten jedenfalls weiteres Wachstum. Denn einige große Märkte fehlen noch. Etwa die USA, Japan oder China. Auch Chinesen haben Schnupfen! Und gerade China hat aufgrund der Bevölkerungszahl Riesenpotenzial – wir haben bereits Testphasen zur Markteinführung laufen. Und in Europa haben wir die Zertifizierung für ein neues Produkt bekommen, das gerade auf den Markt gebracht wurde: Coldamaris® akut, eine neue Wirkstoffkombination, die auch abschwellende Wirkung hat. Mittlerweile sorgen Sie in Fachkreisen aber mit einer zweiten Innovation namens Marinosolv ® für Aufsehen, wenngleich diese noch nicht marktreif ist: Wie ist der aktuelle Stand und worum geht es genau? Grassauer: Es geht darum, die Wirksamkeit von schwer löslichen Wirkstoffen speziell für die Behandlung von sensiblen Organen wie Augen und Nase zu erhöhen. Gerade die Schleimhäute sind da bislang etwas zu kurz gekommen, weil sie eben sehr empfindlich sind. Es gibt heutzutage viele tolle Wirkstoffe, aber 90 Prozent haben ein Lösungsproblem. Man kann ja bei den Schleimhäuten beispielsweise nichts in Alkohol lösen. Und so gibt es diese milchigen Substanzen, wo die Wirkstoffe noch in Form kleiner Kristalle vorhanden sind. Dementsprechend setzt die Wirkung dann erst deutlich zeitverzögert ein, was beispielsweise bei Allergiepräparaten ein Problem ist. Wir haben im wahrsten Sinn des Wortes eine Lösung gefunden: Marinosolv® kann schwer lösliche Wirkstoffe in Lösung bringen, in dem diese, bildlich gesprochen, in kleine Luftbläschen verpackt werden. Diese innovative Technologie verfügt über das Potenzial, einige Therapien im Bereich Allergie und Autoimmunerkrankungen nachhaltig zu verändern, sie könnte beispielsweise auch bei Augentropfen zum Einsatz kommen. Das ist ein Milliardenmarkt. Dessen Potenziale Sie natürlich heben wollen. Aber das kostet zunächst viel Geld … Grassauer: Ja. Ohne Investitionen gibt es aber keine Zukunft. Wir wollen unsere Plattformen weiter entwickeln und deren Potenzial optimal nutzen. Deshalb prüfen wir zur Finanzierung der weiteren Entwicklung gerade mehrere Optionen, darunter auch einen Börsengang in Wien. Wie viel Geld brauchen Sie und wofür genau? Grassauer: Beim Allergiepräparat stehen wir bei Marinosolv® kurz vor der Phase-III-Zulassungsstudie, beim Augenpräparat vor der Phase II. Beides hat einen Investitionsbedarf im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Das Schöne ist, dass wir beim Allergiepräparat die Phase-III-Studie mit freiwilligen Probanden in Provokationskammern machen können. Damit lässt sich sehr gezielt und zeitlich abschätzbar arbeiten. Und der Wirkstoff ist ja erwiesenermaßen wirksam: nämlich Kortison. Es geht ja nur um die Lösung. Wenn alles gut läuft, haben wir bis Mitte 2019 die Daten, etwa ein Jahr braucht dann die Zulassung. Österreich kämpft wie alle westlichen Nationen gerade in der Wirkstoffproduktion mit der Konkurrenz durch günstigere Standorte in Emerging Markets wie China oder Indien. Wie sehen Sie den heimischen Standort? Grassauer: Die österreichische Biotech-Szene ist gut unterwegs, da tut sich einiges. Es gibt hier auch sehr gute klinische Zentren, allen voran das AKH. Hier findet Grundlagenforschung auf Weltniveau statt. Und auch die Ausbildungsqualität ist gut. Wien ist ein guter Standort, um hochqualifizierte Mitarbeiter zu finden. Und was Kostendruck betrifft – am Ende des Tages muss man die Frage beantworten: Was ist es einem wert, wenn man einen kranken Menschen heilt? Wir haben darauf geachtet, die Wertschöpfung auch in Österreich zu halten, und produzieren unser Carragelose®-Produkt mit der heimischen Sigmapharm. So entstehen einige hundert Arbeitsplätze. ATERObasic ® – Ihre sichere Alternative zu Monacolin K Die Entwicklung neuer Ansätze zur Cholesterinsenkung basierend auf dem Darmmikrobiom hat sich als vielversprechend herausgestellt. Die Neueinführung ATERObasic ® – mit 3 exklusiven Bakterienstämmen von Lactobacillus plantarum – konnte in einer klinischen Studie die Senkung des Cholesterinspiegels nachweisen. Senkung des Cholesterinspiegels im enterohepatischen Kreislauf durch Abbau von Gallensalzen Die Leber benötigt Cholesterin aus dem Blut zur Bildung von Gallensalzen. Normalerweise werden 95 % der Gallensalze reabsorbiert und bei Bedarf wiederverwendet. Die natürlichen Lactobacillus- Stämme in ATERObasic ® hydrolysieren Gallensalze und verhindern so eine Reabsorption. Die Leber benötigt WERBUNG daher Cholesterin aus dem Blut zur Bildung neuer Gallensalze. Dies führt zu einer Senkung der Blutcholesterinspiegel. Wirkung durch klinische Studie belegt Eine randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie belegt die signifikante Verbesserung des Lipidprofils durch die Einnahme von ATERObasic ® nach 12 Wochen. 1 Durch die Einnahme des Probiotikums konnte eine signifikante Reduktion des LDL-C, des Gesamtcholesterins, des OX-LDL-C und der Triglyzeride und eine Erhöhung des HDL-C-Spiegels erreicht werden. Die Vorteile von ATERObasic ® • natürliche Cholesterinsenkung auf Basis von 3 exklusiven Milchsäurebakterienstämmen • bei leichtem und mittlerem Cholesterinrisiko • senkt erhöhte Triglyzeride • nur 1 Kapsel pro Tag • keine Neben- und Wechselwirkungen bekannt – mit Statinen kombinierbar ATERObasic AB-Life ® ist ein diätetisches Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke (bilanzierte Diät) zur diätetischen Behandlung erhöhter Cholesterinwerte. 1 Fuentes MC, et al. A randomized clinical trial evaluating a proprietary mixture of Lactobacillus plantarum strains for lowering cholesterol. Med J Nutrition Metab 2016; 9:125–35

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