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Medical Tribune 51-52/2017

16 MEDIZIN

16 MEDIZIN Medical Tribune j Nr. 5152 j 20. Dezember 2017 ■ MEDIZIN UND ICH VON A BIS Z Ist Weihnachten noch zu retten? Weihnachten naht und damit eines der wichtigsten christlichen Feste. Zeit also, sich wieder mal an den lieben Gott zu erinnern? Mitnichten. Denn Zeit ist genau das, was wir jetzt ganz sicher nicht haben. Seltsam, denn es ist Advent, ursprünglich eine Periode dazu gedacht, zurückzuschalten, sich zu besinnen auf das, was wirklich wichtig sein könnte, und sich aufgrund der winterlichen Kälte und Dunkelheit gemütlich einzukringeln. Möglicherweise auch eine Zeit des Wartens, der Vorbereitung auf ein besonderes Fest, ob man das jetzt spirituell oder einfach nur kalorientechnisch sehen möchte. Wie wir wissen, ist das alles nur theoretischer Blödsinn. Statt der stillsten Zeit im Jahr ist es die hektischste, und ■ BUCHTIPP Von Dr. Ulrike Stelzl Kassenärztin für Allgemeinmedizin in Graz Dr. Stelzl für zwischendurch statt Rückzug, Einfachheit oder Kargheit ist es die Zeit, in der eine Feier die nächste jagt. Gefuttert wird als gäbe es keine Weihnachtsfeiertage, an denen noch mehr gefuttert werden muss. Prosecco, Punsch und Glühwein fließen in Strömen. Die meisten Gallenblasen sind duldsam und sehr nett zu ihren Besitzern, nur gelegentlich versetzt die eine oder andere nach dem allerletzten Vanillekipferl oder nach dem ganz sicher letzten Glaserl Punsch der daneben hockenden Bauchspeicheldrüse einen kleinen freundschaftlichen Schlag. Und dann beginnen beide solidarisch miteinander zu grummeln und streiken. Burp, refluxt der Magen und gesellt sich dazu. Wem die Zeit ohne die großartigen Kolumnen von Dr. Ulrike Stelzl über die Feiertage viel zu lang ist, kann in ihren beiden „Hallo Doc!“­ Büchern die besten Geschichten über den ganz normalen Wahnsinn im Alltag einer engagierten Kassenärztin nachlesen. Prädikat: auch sehr schenkenswert! „Hallo Doc 2 – Der ganz normale Praxiswahnsinn”. CreateSpace Independent Publishing 2016, ISBN 978-1-539402-56-5, 336 Seiten „Hallo Doc – Anekdoten aus der Sprechstunde“. Goldegg Verlag 2014, ISBN 978-3-902903-77-8, 304 Seiten A wie Adventdynamik Ich kenne eigentlich niemanden, der nicht über die wahnsinnige Hektik jammert, die total unverschämten Kunden oder Patienten auf den Mond schießen möchte und dazu sich noch über viel zu viele Kalorien beschwert. „First world problems“ würde meine Freundin Andrea dazu sagen. Eine selbstgebackene Adventdynamik, die wir jedes Jahr bereitwillig wieder aufgreifen und uns selbst und allen anderen aufs Auge drücken. Nur die Wirtschaft freut sich. Denn jedes Jahr wächst sie mehr wegen Weihnachten. Wie wäre es, wenn wir dieses Karussell des Wahnsinns einmal anhalten würden und dann wirklich Stille wäre? Ich unterstelle jetzt mal, dass wir das nicht aushalten könnten. Dass unter all dem Lärm, der Hektik und der punschdurchtränkten Fröhlichkeit eine gähnende Leere hockt und die Angst lauert. Und womöglich die Frage nach dem Sinn des Ganzen. Nicht lustig. Die Weihnachtsgeschichte ist eine nette Story, die Christmette ein hübsches Ritual. Ohne Gegenwert für unsere Leben. Und viele fordern schon, das Weihnachtsfest durch ein neutrales Lichterfest zu ersetzen, um ihre Kinder nicht durch religiöse Einflüsse zu schädigen. Das Christkind hat schon lange dem Weihnachtsmann das Feld räumen müssen und das Weihnachtsevangelium ist längst obsolet. „Wir müssen uns wieder stärker auf unsere christlichen Wurzeln besinnen“, tönt es aus einer politischen Ecke. Aus einer, die ich nicht unbedingt beschuldigen würde, besonders christlich zu sein. Aber Teile des Evangeliums scheinen doch wieder gelesen zu werden und immer mehr politische und wirtschaftliche Wichtigkeit zu bekommen. Vor allem ein Satz aus dem Matthäusevangelium. Und auch wenn ich persönlich sehr bezweifle, dass er so gemeint sein könnte, wird er buchstabengetreu umgesetzt: „Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben. Wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.“ (Mt 25,29) Jesus – auferstanden oder nicht – rotiert sicher jetzt im Grab. Die, die Vermögen haben, brauchen keine adäquaten Steuern zu zahlen. Die, die viel verdienen, können mit noch mehr Erleichterungen und Vergünstigungen rechnen. Die, die wenig haben, werden gegen die aufgehetzt, die noch weniger haben, und früher oder später wird ihnen alles genommen werden. Weltweit spitzt sich die Lage zu und Macht und Geld konzentrieren sich in der Hand einiger weniger. Und ihr Überfluss wird mehr und mehr. Und offenbar stört das niemanden heftig genug, denn manch einer wird trotzdem sogar zum Präsidenten gewählt. Es ist auch für das menschliche Hirn leichter, dem Nachbarn die Gemeindewohnung oder die Mindestsicherung zu neiden als dem großen Unbekannten seine Milliarden. Und so geht die Entwicklung weiter, dass mancher im Überfluss hat, aber bereits vielen das wenige, das sie noch hatten, genommen wird. Bei uns noch nicht so drastisch, in Afrika längst Realität. Millionen Menschen haben für den Reichtum Weniger bezahlt. Mit ihren Bodenschätzen, an deren Abbau nur westliche Firmen gewinnen, während sie nur einen kleinen Prozentsatz abbekommen. Mit dem Leben ihrer Viehherden, die verdursten, weil internationale Konzerne das Grundwasser abpumpen und in Flaschen verkaufen. Und mit dem Leben ihrer Kinder, weil Krieg, Hunger und Seuchen sie dahinraffen. Matthäus 25,29 kann so nicht gemeint sein, aber der Satz drängt sich einfach auf, wenn man ein bisschen über den eigenen Tellerrand hinausblickt. Wenn man das Kapitel übrigens bis zum Ende liest, stößt man auf einen sehr drastischen Satz von Jesus: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ (oder eben nicht getan). Wir nennen uns Christen und berufen uns, egal welcher Konfession wir angehören, auf das Kind von Bethlehem. Da kann es uns doch nicht so wurscht sein, was um uns passiert! Das ganze Jahr über und schon gar nicht zu Weihnachten. Denn Weihnachten ist eine Botschaft und ein Auftrag (Lukas 2,14): „... und auf der Erde ist Friede bei den Menschen!“ FOTO: FURGLER Seractil 200 mg-Filmtabletten, Seractil 300 mg-Filmtabletten, Seractil forte 400 mg-Filmtabletten. Zusammensetzung: Eine Filmtablette enthält 200/300/400 mg Dexibuprofen. Hilfsstoffe: Tablettenkern: Hypromellose, mikrokristalline Cellulose, Carmellose Calcium, hochdisperses Siliciumdioxid, Talk. Filmüberzug: Hypromellose, Titandioxid (E-171), Glyceroltriacetat, Talk, Macrogol 6000. Anwendungsgebiete: Seractil 200 mg / 300 mg / forte 400 mg - Filmtabletten werden angewendet bei Erwachsenen. Zur symptomatischen Behandlung von: Schmerzen und Entzündungen bei Osteoarthritis/Arthrose; Regelschmerzen (primäre Dysmenorrhoe); leichten bis mäßig starken Schmerzen, wie Schmerzen des Bewegungsapparates, Kopf- oder Zahnschmerzen, schmerzhaften Schwellungen und Entzündungen nach Verletzungen. Und zur kurzzeitigen symptomatischen Behandlung von rheumatoider Arthritis, wenn andere, längerfristige Therapieoptionen (Basistherapie: Disease Modifying Antirheumatic Drugs, DMARDs) nicht in Betracht gezogen werden. Gegenanzeigen: Dexibuprofen darf nicht angewendet werden bei Patienten: mit einer bekannten Überempfindlichkeit gegen Dexibuprofen, gegen andere NSAR oder gegen einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile; bei denen Stoffe mit ähnlicher Wirkung (z.B. Acetylsalicylsäure oder andere NSAR) Asthmaanfälle, Bronchospasmen, akute Rhinitis, Nasenpolypen, Urtikaria oder angioneurotische Ödeme auslösen; mit einer Vorgeschichte von gastrointestinalen Blutungen oder Perforationen, die im Zusammenhang mit einer vorhergehenden NSAR-Therapie steht; mit bestehenden oder in der Vergangenheit wiederholt aufgetretenen peptischen Ulzera oder Blutungen (mindestens zwei voneinander unabhängige Episoden von nachgewiesener Ulzeration oder Blutung); mit zerebrovaskulären oder anderen aktiven Blutungen; mit aktivem Morbus Crohn oder aktiver Colitis ulcerosa; mit schwerer Herzinsuffizienz (NYHA-Klasse IV); mit schwerer Nierenfunktionsstörung (GFR < 30 ml/min); mit schwerer Leberfunktionsstörung; ab dem sechsten Monat der Schwangerschaft. ATC-Code: M01AE14. Abgabe: Rezept- und apothekenpflichtig. Packungsgrößen: 200 mg Filmtabletten: 30, 50 Stück; 300 / forte 400 mg Filmtabletten: 10, 30, 50 Stück. Kassenstatus: Green Box (400 mg 30 Stück: No Box). Zulassungsinhaber: Gebro Pharma GmbH, A-6391 Fieberbrunn. Stand: 07/2015. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Gewöhnungseffekten entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. Colctab 1 mg Tabletten. Qualitative und Quantitative Zusammensetzung: 1 Tablette enthält 1 mg Colchicin. Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: 1 Tablette enthält 49 mg Laktose, und 20 mg Saccharose. Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1. Anwendungsgebiete: - Akute Gichtanfälle.- Zur Kurzzeitprophylaxe zu Beginn einer antihyperurikämischen Therapie. - Als Primärbehandlung einer akuten oder rezidivierenden Pericarditis als Ergänzung zu nichtsteroidalen Antirheumatika (NSARs) (z.B. Aspirin). Colctab 1 mg Tabletten werden angewendet bei Erwachsenen. Gegenanzeigen: - Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile, Magen- und Darmerkrankungen, schwere Erkrankungen des Herzens, schwere Nierenerkrankungen (Creatinin-Clearance < 10 ml/min) oder Dialysepatienten (kann mittels einer Dialyse oder einer Bluttransfusion nicht entfernt werden), schwere Leberinsuffizienz, bei extrahepatischem Gallenwegsverschluss, Blutbildungsstörungen und Anämien, Schwangerschaft und Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6), Patienten mit Leber -oder Nierenfunktionsstörungen, die gleichzeitig mit einem P-Glycoprotein- oder starkem CYP3A4-Inhibitor behandelt werden (siehe Abschnitt 4.5), Kinder und Jugendliche (siehe Abschnitt 4.2). Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Gichtmittel, ohne Effekt auf den Harnsäuremetabolismus. ATC-Code: M04AC01. Liste der sonstigen Bestandteile: Laktose, Saccharose, Gummi arabicum, Magnesiumstearat. Inhaber der Zulassung: Kwizda Pharma GmbH, 1160 Wien. Verschreibungspflichtig/Apothekenpflicht. Rezept- und apothekenpflichtig. Stand der Information: 09/2017. Weitere Informationen zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen, Überdosierung entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. Referenz „entspricht EULAR-Guideline“: 2016 updated EULAR evidence-based recommendations for the management of gout. Richette P, et al. Ann Rheum Dis 2016; 0:1–14. doi:10.1136/annrheumdis-2016-209707. Rilmenidin ratiopharm 1 mg Tabletten. Qualitative und Quantitative Zusammensetzung: 1 Tablette enthält 1,544 mg Rilmenidindihydrogenphosphat, entsprechend 1 mg Rilmenidin (Base). Anwendungsgebiete: Rilmenidin ratiopharm 1 mg Tabletten werden angewendet bei Erwachsenen. Zur Behandlung einer leichten bis mittelschweren essentiellen Hypertonie, vorzugsweise in Kombination mit anderen Antihypertonika. Gegenanzeigen: Rilmenidin ratiopharm darf nicht angewendet werden: bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der genannten sonstigen Bestandteile; bei schwerer Depression; bei stark eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance

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