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ärztemagazin 19/2018

LEBER UND LUNGE

LEBER UND LUNGE Portopulmonale Hypertension diagnostizieren und behandeln Chronische Lebererkrankungen können zu Komplikationen an der Lunge führen. Zu diesen zählt die portopulmonale Hypertension. VON DR. MICHAELA STEINER Pulmonale Hypertonie WHO-Gruppe 1 – Pulmonal arterielle Hypertonie (PAH) l idiopathisch l hereditär l medikamentenassoziiert lassoziiert mit • Bindegewebserkrankungen • portaler Hypertension • angeborenen Herzfehlern • HIV-Infektion lPersistierende pulmonale Hypertension des Neugeborenen DIE WHO UNTERSCHEIDET FÜNF Hauptgruppen von pulmonaler Hypertonie. Die Gruppe 1 stellt die pulmonal arterielle Hypertonie (PAH) dar (s. Kasten). In diese Gruppe fällt die PAH „assoziiert mit portaler Hypertension“, die portopulmonale Hypertension (PoPH). VIELFÄLTIGE KOMPLIKATIONEN. Zumeist verursachen chronische Lebererkrankungen – allen voran die Leberzirrhose – eine portale Hypertension. Aszites, Varizen (z.B. Ösophagus, Bauchwand), hepatorenales Syndrom und Enzephalopathie gehören zu den bekannteren Folgen einer portalen Hypertension, während pulmonale Komplikationen weniger Beachtung finden. Zu den relevanten pulmonalen Folgeerkrankungen gehört neben der PoPH das hepatopulmonale Syndrom (HPS). Diese beiden Erkrankungen weisen grundsätzliche Unterschiede auf. Bei der PoPH kommt es zu einer exzessiven Vasokonstriktion mit konsekutiver pulmonal arterieller Drucksteigerung. Das HPS hingegen ist durch mangelnde Sauerstoffaufnahme in den Arterien mit intrapulmonaler Vasodilatation oder intrapulmonalem Shunt gekennzeichnet. HAUPTSYMPTOM DYSPNOE. Klinisch weisen Patienten mit PoPH als Hauptsymptom zumeist eine Belastungsdyspnoe auf, des Weiteren Schwäche, Schwindel und Orthopnoe. In fortgeschrittenen Stadien kann es zu Synkopen, Brustschmerz und Ruhedyspnoe kommen. In frühen Stadien sind asymptomatische Verläufe möglich. Bei der physikalischen Untersuchung finden sich eine Halsvenenstauung, ein betonter zweiter Herzton und ein systolisches Geräusch während der rechtsventrikulären Systole aufgrund einer trikuspidalen Regurgitation. Bei schwerer PoPH kann es zu peripheren Ödemen, Aszites und Galopprhythmus vermutlich aufgrund signifikanter Wandsteife des rechten Ventrikels kommen. Differenzialdiagnostisch sind andere Dyspnoe-verursachende Erkrankungen wie beispielsweise COPD, Asthma, Lungenemphysem oder Herzinsuffizienz in Betracht zu ziehen. Dyspnoe kann aber auch indirekt durch die Grunderkrankung, also durch Aszites, Muskelschwäche oder Anämie verursacht werden. Im Gegensatz zur PoPH ist das HPS durch eine im Liegen verbesserte Sauerstoffsättigung des Blutes (= Orthodeoxie) und damit verringerte Dyspnoe (= Platypnoe) gekennzeichnet. RECHTSHERZKATHETER BEWEISEND. Aufgrund der unspezifischen Beschwerden dauert es oft mehrere Jahre, bis die korrekte Diagnose gestellt wird. Die wichtigste nichtinvasive Untersuchung, die erste Hinweise auf die Diagnose geben kann, stellt die zweidimensionale transthorakale Echokardiografie dar. Gesichert kann die Diagnose nur durch einen Rechtsherzkatheter werden. Folgende Kriterien müssen für die Diagnose erfüllt sein: l mittlerer pulmonal-arterieller Druck (MPAP) ≥25mmHg in Ruhe, l pulmonaler Gefäßwiderstand (PVR) >240dynes/s/cm-5 oder >3 Wood-Einheiten, l pulmonal-arterieller Verschlussdruck (PAWP) ≤15mmHg. Mittels Rechtsherzkatheter können relevante kardiopulmonale Komorbiditäten wie beispielsweise eine pulmonal-venöse Stauung bei Linksherzerkrankung und das HPS nachgewiesen bzw. ausgeschlossen werden. Patienten, bei denen eine Lebertransplantation vorgesehen ist, sollten auch bei fehlenden Symptomen mittels Echokardiografie auf Vorliegen einer pulmonalen Hypertonie gescreent werden. PAH-SPEZIFISCHE THERAPIEN. Das Management von Patienten mit PoPH sollte ausschließlich an Zentren mit einer entsprechenden Expertise für die Behandlung sowohl von PAH als auch von Lebererkrankungen vorgenommen werden. Allgemeine Therapieziele der PoPH stellen eine Verbesserung der Symptome, der Lebensqualität und der Bewegungskapazität dar. Bei ausgewählten Patienten unterstützt die medikamentöse Therapie eine Lebertransplantation. Die Behandlung der PoPH folgt – abgesehen von einigen differenzierten Überlegungen – grundsätzlich den allgemeinen Regeln anderer Formen der PAH. Zu beachten ist, dass bei der PoPH eine Therapie mit Kalziumkanalblockern kontraindiziert ist. Eine Antikoagulation wird aufgrund des häufig vorliegenden erhöhten Blutungsrisikos für PoPH-Patienten im Allgemeinen nicht empfohlen. Betablocker, die häufig zur Senkung des portalen Drucks verwendet werden, sind bei Patienten mit PoPH zu vermeiden, da sie zu einer Verschlechterung der Hämodynamik führen. Obwohl randomisierte prospektive Daten fehlen, profitieren Patienten mit PoPH von PAH-spezifischen Therapien. Diese können die pulmonale Hämodynamik und die rechtsventrikuläre Funktion signifikant verbessern. Zur Verfügung stehen Prostanoide, Endothelin- Rezeptorantagonisten und Phosphodiesterase-5-Inhibitoren. u Illustrationen: Man_Half-tube/GettyImages 22 . ärztemagazin . 19 2018

FORTBILDUNGSKALENDER 20 November GIFTIGER DIENSTAG – INFLUENZA – HEUER MACHEN WIR ES BESSER Ärztekammer für Wien, Wien 1, Veranstaltungszentrum, 1. Stock, Saal 3, Weihburggasse 10–12 Beginn: 16.30 Uhr Veranstalter: Ärztekammer für Wien, Referat für ärztliche Fortbildung Information, Anmeldung: Tel. 01/515 01-1243, butzendobler@aekwien.at, Fax:.01/512 60 23-1243 2 DFP Punkte 20 November VORSORGEVOLLMACHT UND PATIENTENVERFÜGUNG – ES IST NICHT ZU SPÄT! Linz, Ärztekammer f. Oberösterreich, Dinghoferstr. 4 Beginn: 20.00 Uhr Veranstalter: MedAk – Medizinische Fortbildungsakademie OÖ Information, Anmeldung: Tel. 0732/77 83 71-31 2 DFP Punkte 21 November PSYCHOPHARMAKOLOGIE – INTERAKTIONEN IM ALTER Eisenstadt, KH der Barmherzigen Brüder, Johannes von Gott Platz 1 Beginn: 13.00 Uhr Veranstalter: KH der Barmherzigen Brüder, Abt. f. Psychiatrie Information: Tel. 02682/601 2 DFP Punkte 21 November SCHWINDELDIAGNOSTIK IN DER ALLGEMEINARZT- UND FACHARZTPRAXIS Dornbirn, Hotel Martinspark, Mozartstr. 2 Beginn: 19.00 Uhr Veranstalter: Gesellschaft der Ärzte in Vorarlberg Information, Anmeldung: Ake.Winkler@schwabe.at, Tel. 0664/88414805 2 DFP Punkte 22 November PSORIASIS GEHT UNTER DIE HAUT – WAS T(H)UN? Wien 16, Restaurant Terra Rossa, Roterdstr. 3 Beginn: 19.00 Uhr Veranstalter: Wilhelminenspital der Stadt Wien Information: Tel. 01/491 50 27-08 2 DFP Punkte 22-23 November 11. GRAZER SCHLAFMEDIZIN-WORKSHOP Graz, Hotel Weitzer, Grieskai 12–14 Beginn: 8.30 Uhr Veranstalter: Medizinische Universität Graz, HNO-Univ.-Klinik Information, Anmeldung: Tel. 0316/385-13448, www.schlafmedizin-graz.at 17 DFP Punkte NASIBEN® DAS EINZIGE SCHNUPFENMITTEL FÜR BABYS AB DEM 1. LEBENSTAG Fachkurzinformation siehe Seite 28 AUT-NAS-1809-0166--5.4; 10/18 u Nasiben® Baby sanft 0,01% mit dem einzigartigen Wirkstoff Oxymetazolin wirkt antiviral und entzündungshemmend – bis zu 12 Stunden. In einer Studie konnte belegt werden, dass Oxymetazolin die Vermehrung von Rhinoviren hemmt. Mittels Beobachtungsstudie konnte gezeigt werden, dass sich durch Oxymetazolin die Nasenatmung von Babys signifikant verbessert – Trinkbeschwerden sowie Unruhe und Schlafstörungen werden somit vermindert. 1) Baby und Eltern können wieder befreit aufatmen. Darüber hinaus bietet der patentierte Dosiertropfer von Nasiben® Baby sanft 0,01% die Möglichkeit einer genauen Dosierung. Durch die exakte Applikation der empfohlenen Dosis wird das Risiko einer Überdosierung minimiert. Das ist bei herkömmlichen Tropfpipetten eher problematisch. Nasiben® Baby sanft 0,01% bietet somit Eltern eine einfache und sichere Anwendung. Gleichzeitig muss keine Pipette in die gereizte Nase eingeführt werden. Dies erleichtert die Anwendung erheblich. Nasiben® Baby sanft 0,01% – von Beginn an rundum wohl fühlen. 1) Gilt für Oxymetazolin 0,01% und eine durchschnittliche Anwendung von 6.1 Tagen bei dreimaliger Anwendung pro Tag. Bergner et al., DAZ 2005, issue 44, volume 145, p 97–99. ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG 19 2018 . ärztemagazin . 23

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