Aufrufe
vor 2 Jahren

Medical Tribune 37/2017

  • Text
  • Tribune
  • Patienten
  • Sonstigen
  • Wien
  • Behandlung
  • Risiko
  • September
  • Candesartan
  • Tablette
  • Anwendung
  • Leitlinie

2 THEMA DER WOCHE

2 THEMA DER WOCHE Medical Tribune j Nr. 37 j 13. September 2017 Impressum Internationale Wochenzeitung für Österreich www.medizin-medien.at www.medonline.at Offenlegung nach § 25 Mediengesetz: Verlag und Herausgeber: Medizin Medien Austria GmbH 1120 Wien, Grünbergstr. 15 Tel.: (01) 54 600-0, Fax: (01) 54 600-710 Geschäftsführer: Thomas Zembacher Prokuristin: Pia Holzer Berater des Herausgebers: Univ.-Prof. Dr. med. Heinz F. Hammer Leitung Medizin Medien/Redaktion: Mag. (FH) Manuela Klauser, DW 650, m.klauser@medizin-medien.at Chefredaktion: Mag. Hans-Jörg Bruckberger, DW 620, h.bruckberger@medizin-medien.at Redaktion: Mag. Patricia Herzberger (Chefin vom Dienst), Mag. Anita Groß, Dr. med. Luitgard Grossberger, Iris Kofler, MSc Fax: DW 735, redaktion@medical-tribune.at Ständige Mitarbeiter: Mag. Nicole Bachler, Reno Barth, Univ.-Prof. Dr. med. Heinz F. Hammer, Univ.-Prof. Dr. med. Johann Hammer, Mag. Dr. med. Rüdiger Höflechner, Mag. Michael Krassnitzer, Mag. Karin Martin, Hannes Schlosser, Dr. med. Ulrike Stelzl, Mag. Petra Vock Lektorat: Mag. Eva Posch Layout und Herstellung: Günther Machek, Hans Ljung, Johannes Spandl Leitung Medizin Medien/Verkauf: Reinhard Rosenberger, DW 510, r.rosenberger@medizin-medien.at Anzeigen: sales@medizin-medien.at Anzeigenabwicklung: Mag. Edyta Konarzewska, DW 691, e.konarzewska@medizin-medien.at Aboservice Medical Tribune: 1110 Wien, Simmeringer Hauptstraße 24 Tel.: (01) 361 70 70-572 Fax: (01) 361 70 70-9572 aboservice@medizin-medien.at Bezugsbedingungen: Einzelpreis € 4,–, Jahresabo € 81,– (inkl. Porto), Studenten und Ärzte in Ausbildung € 61,– Konto für Abo-Zahlung: UniCredit Bank Austria AG, Konto-Nr.: 100 19 608 321, BLZ: 12000; IBAN: AT25 1200 0100 1960 8321, BIC: BKAUATWW Bankverbindung: UniCredit Bank Austria AG, Konto-Nr.: 100 19 608 107, BLZ: 12000; IBAN: AT80 1200 0100 1960 8107, BIC: BKAUATWW Druck: Vogel Druck und Medienservice GmbH & Co. KG, D-97204 Höchberg, DVR-Nr.: 4007613; ISSN 0344-8304 Blattlinie: Informiert Ärzte über Medizin, Gesundheitspolitik und Praxisführung Unternehmensgegenstand der Medizin Medien Austria GmbH: Herausgabe, Verlag, Druck und Vertrieb von Zeitungen und Zeitschriften sowie sonstiger periodischer Druckschriften. Die Produktion und der Vertrieb von Videofilmen. Die Durchführung von Werbungen aller Art, insbesondere Inseratenwerbung (Anzeigenannahme), Plakatwerbung, Ton- und Bildwerbung, Reportagen, Ausarbeitung von Werbeplänen und alle sonstigen zur Förderung der Kundenwerbung dienenden Leistungen. Gesellschafter der Medizin Medien Austria GmbH: Alleinige Gesellschafterin der Medizin Medien Austria GmbH ist Süddeutscher Verlag Hüthig Fachinformationen GmbH (SVHFI). Gesellschafter SVHFI sind die Süddeutscher Verlag GmbH mit 99,718%, Herr Holger Hüthig mit 0,102%, Frau Ruth Hüthig mit 0,09%, Herr Sebastian Hüthig mit 0,045% und Frau Beatrice Hüthig mit 0,045%. Anmerkungen des Verlages Mit der Einsendung eines Manuskriptes erklärt sich der Urheber damit einverstanden, dass sein Beitrag ganz oder teilweise in allen Ausgaben, Sonderpublikationen und elektronischen Medien der Medizin Medien Austria GmbH und der verbundenen Verlage veröffentlicht werden kann. Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfäl tigt, verwertet oder verbreitet werden. Zur besseren Lesbarkeit wurde an einigen Stellen die männliche Schreibweise gewählt, z.B. „Ärzte“ statt „Ärztinnen“. Dabei handelt es sich ausdrücklich um keine Bevorzugung eines Geschlechts. Leseranalyse medizinischer Fachzeitschriften Dieses Druckerzeugnis wurde mit dem Blauen Engel zertifiziert. Diskutierten (v.l.): Josef Probst, Christina Cepuch, Esteban Burrone, Hanne B. Pedersen, Clemens Auer, Sabine Vogler, Wolf-D. Ludwig, Jan O. Huber. Strittige Medikamentenpreise DISKUSSION ■ Der Zugang zu Arzneimitteln wird auch in den Industrieländern immer mehr zum Thema. Eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion im Gesundheitsministerium suchte Lösungsansätze. TANJA BECK „Menschen wie ich ignorierten das Thema ‚Zugang zu Arzneimitteln‘ für lange Zeit, weil es in Österreich kein Problem war“, berichtete Dr. Clemens Auer, Leiter der Sektion I (Gesundheitssystem, zentrale Koordination) im Gesundheitsministerium, zu Beginn der Diskussion, „dann kam Hepatitis C und eine amerikanische AU/CDTN/13/0002a(1) Firma. In diesem Moment begannen sogar Leute wie ich zu realisieren, dass wir ein Problem haben.“ Ein wichtiges Thema für die Sozialversicherung ist, dass die Therapiekosten für weit verbreitete Erkrankungen ständig steigen. So betonte Dr. Josef Probst, Generaldirektor des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger, dass die Therapiekosten für cholesterinsenkende Medikamente von 70 bis 430 Euro im Jahr auf bis zu 5000 Euro pro Jahr gestiegen sind. Zählt man die Kosten für alle 700.000 Patienten, die in Österreich cholesterinsenkende Medikamente einnehmen, zusammen, schlägt das im Sozialversicherungsbudget mit fünf Millionen Euro zu Buche. Hier habe man nur zwei Möglichkeiten: Man schließt Patienten von der Therapie mit hochpreisigen Medikamenten aus, oder man bringt das Sozialversicherungs- Candesartan/HCT rtp ® Jetzt kommt Bewegung in die Blutdrucktherapie IND-FREI Fachkurzinformationen auf Seite 14 system in Schwierigkeiten. „Wovon ich spreche, ist eine faire Preisgestaltung. Denn weltweit haben die Firmen begonnen, ihre Monopolstellungen für extreme Preisgestaltung zu nutzen“, so Probst. Derzeit seien die rechtlichen Rahmenbedingungen so gestaltet, dass sie dem Treiben keine Grenzen setzen. Dr. Jan Oliver Huber, Geschäftsführer der Pharmig, konterte. Seiner Meinung nach gibt es in Österreich kein Problem mit dem Zugang zu Arzneimitteln. Das rechtliche Rahmenwerk werde von der Politik geschaffen, nicht von der Pharma industrie. Was das Thema Hepatitis-C-Medikamente betreffe, so spreche jeder von den Therapiekosten, aber niemand davon, dass es möglich sei, Hepatitis C zu heilen. Ein Problem gebe es in Österreich nicht bei der Preisbildung, sondern vielmehr beim Einkauf. Zweimal zahlen Ein noch größeres Problem ist laut Christina Cepuch, Ärzte ohne Grenzen, dass die Öffentlichkeit für innovative Arzneimittel oft zweimal bezahlt. Denn ein Großteil der Grundlagenforschung wird in öffentlich finanzierten Einrichtungen gemacht und erst später an die Industrie verkauft. So finanziere die öffentliche Hand die Forschung, die zur Entdeckung eines Arzneimittels führe, und zahle später noch einmal für das Arzneimittel. Ein Argument, dem sich Auer anschloss: „Man muss sich fragen, wie blöd der öffentliche Sektor eigentlich ist, zuerst die Forschung zu finanzieren und dann auch noch einen höheren Preis für die Arzneimittel zu bezahlen.“ Man müsse bereits beim Entdecken eines Moleküles in öffentlich finanzierten Einrichtungen beginnen über den Preis zu reden. „Uns zu sagen, dass es kein Problem gibt, heißt auch, uns nicht ernst zu nehmen“, so Auer weiter. Profit über alles? Die Pharmaindustrie betont immer wieder, dass die Ausgaben für Forschung und Entwicklung für ein Produkt rund eine Milliarde betragen, berichtete Probst und prangerte an: „Wenn man sich die einzelnen Produkte ansieht, dann machten sie (Gilead, Anm.) mit Produkten wie dem Hepatitis-C-Medikament im ersten Jahr einen Turn over von 25 Milliarden und hatten einen Gewinn von gut 50 Prozent, das entsprach 14 Milliarden Euro. Dazu kommt, dass Gilead nirgendwo Steuern dafür gezahlt hat. Das ist alles Offshore-Geld. Dieses Offshore-Geld wird nun dazu verwendet, um andere Firmen aufzukaufen.“ In Großbritannien gebe es zudem Evidenz, dass die Produktionskosten für drei Packungen des Hepatitis-C-Medikaments 130 Dollar betragen. Probst: „Sie haben uns eine Packung für 17.000 Euro angeboten.“ Er betonte auch den finanziellen Background der Pharmaindustrie: „Die „Man muss sich fragen, wie blöd der öffentliche Sektor ist, zuerst die Forschung zu finanzieren und dann auch noch einen höheren Preis für die Arzneimittel zu bezahlen.“ Dr. Clemens Auer Firma mit dem meisten Offshore-Geld im Pharmasektor ist Pfizer mit 197 Milliarden Dollar.“ Diese Summe sei unvorstellbar groß. Zum Vergleich: BMW, Volkswagen und Daimler sind an der Börse zusammen etwa 200 Milliarden Dollar wert. Probst: „Das Offshore-Geld von Pfizer ist gleich hoch wie der Bestandswert der drei größten deutschen Automobilhersteller.“ Eine Lösung, um Arzneimittel billiger einzukaufen, wäre eine verstärkte staatenübergreifende Zusammenarbeit. Probst: „Wir sollten nicht für neun Millionen Österreicher einkaufen, sondern für 40 Millionen Menschen in den Benelux-Staaten plus Österreich.“ Um dies zu ermöglichen, müsse man allerdings zuerst die rechtlichen Rahmenbedingungen ändern. MT-INTERAKTIV Sagen Sie uns Ihre Meinung redaktion@medical-tribune.at FOTO: GESUNDHEIT OESTERREICH/MARKO KOVIC

Medical Tribune j Nr. 37 j 13. September 2017 3 ▶ POLITIK & PRAXIS ■ MELDUNGEN U-Ausschuss zu KH Nord? Nach einem Bericht in der Tageszeitung „Die Presse“ (5. September 2017) über die offenbar nach wie ungeklärte Kostenfrage zum Bauprojekt Spital Nord und über die Turbulenzen im Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) bezeichnen die ÖVP und die Neos einen Untersuchungsausschuss als „unumgänglich“. Außerdem forderten die zwei Parteien eine sofortige Ausschreibung der KAV-Leitung inklusive eines öffentlichen Hearings. Es werde eine „transparente Ausschreibung“, wie sie in der Privatwirtschaft üblich sei, geben, sagte Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger (SP) dazu. Einen Termin dafür gebe es jedoch noch nicht. RED/APA FOTO: KZENON / GETTYIMAGES Notärztliche Dienste sind schwierig zu besetzen, es droht ein Personalloch – Experten kritisieren die Ausbildung und eine teils schlechte Bezahlung. Ärzte in Not – Rettung in Sicht NOTFALLVERSORGUNG ■ Österreich gehen die Notärzte aus, Paramedics sind laut Ärztekammer aber nicht notwendig. Sehr wohl jedoch Reformen, allen voran in der Ausbildung. Anfang 2018 soll es so weit sein. ANITA GROSS Engpässe bei den Notärzten sorgen regelmäßig für Schlagzeilen. Anfang 2017 in Wien, zwischendurch in der Steiermark, zuletzt in Kärnten. Dr. Roland Steiner, Referent für Notfallund Katastrophenmedizin, schlug in der „Kärntner Ärztezeitung“ (Ausgabe Juli/August 2017) Alarm: Es drohe ein „massives Personalloch“, Dienste seien immer schwieriger zu besetzen, zudem steige auch noch die Zahl der (Fehl-)Einsätze. Als Gründe nennt er vor allem die neue Ausbildungsordnung (ÄAO 2015) und die schlechte Bezahlung von freiberuflichen vs. spitalsgebundenen Notärzten. MT nahm dies zum Anlass, bundesweit genauer hinzuschauen. Welche Modelle gibt es, wo liegen die Probleme, wo die Lösungen? In Österreich gebe es im Wesentlichen fünf unterschiedliche Notarztsysteme, erklärt Burgenlands Ärzte-Chef Dr. Michael Lang, der auch ÖÄK-Referent für Notfall- und Rettungsdienste sowie Katastrophenmedizin ist: ▶ KH-gebundene Modelle (überall): Notarzt ist vom Spital angestellt und fährt in Kooperation mit einem Rettungsdienst. Die Dienste fallen unter das Krankenanstalten- Arbeitszeitgesetz (KA-AZG). ▶ Berufsrettung (MA 70 in Wien): Die klassische Form gibt es nicht mehr (unzureichende Besetzung der Planstellen), seit 1. April 2017 sind daher auch in Wien die Notärzte in Spitälern des Wiener Krankenanstaltenverbundes stationiert. ▶ Freiberufliche Modelle (überall außer Burgenland, bis auf den in Oberwart stationierten Rettungshubschrauber, wird aber jetzt angedacht): Notarzt hat Werkvertrag mit Rettungsdienst, typisch auch für Flugrettung. ▶ Kombiniertes Modell (z.B. Steiermark): KH-gebundene Notärzte fahren in ihrer Freizeit mit dem gleichen Dienst. ▶ Niedergelassene Ärzte, die für eine Blaulichtorganisation als Notärzte tätig sind (v.a. am Land, z.B. Tirol). Organisatorisch als auch medizinisch hält Lang das KH-gebundene Modell für das beste: „Die Ärzte, meist Anästhesisten oder Notaufnahmeärzte, arbeiten im normalen Betrieb mit, sind medizinisch also ständig am Laufenden. Der Freiberufliche hat mit der Notarzttätigkeit nur zu tun in der Zeit, wo er Einsätze fährt.“ Außerdem: Alle KH-gebundenen Kollegen sehen die Folgen ihrer präklinischen Tätigkeit. „Freizeit ist Freizeit“ Der Nachteil ist die Einschränkung der Arbeitszeit durch das KA-AZG. Hier helfen gemischte Modelle: Durch eine ASVG-Novelle (seit 1.1.2016 in Kraft) fallen Notärzte, die sowohl im Spital als auch freiberuflich als Notärzte tätig sind, aus dem KA-AZG heraus. Kritikern, die darin eine Umgehung des KA-AZG sehen, entgegnet er: „Das muss man schon fair betrachten, Freizeit ist Freizeit.“ Egal, ob jemand eine schwere Bergwanderung mache, extrem sportle oder Notarzt fahre, „es obliegt sehr wohl dem Einzelnen, dass er seine Tätigkeit so wählt, dass er hintennach nicht müde ins Krankenhaus geht“. Das weitaus größere Problem sei ohnehin die drohende Personallücke durch die ÄAO 2015, wie auch Steiner aus Kärnten diagnostiziert: Fachärzte erwerben jetzt das Ius practicandi erst nach Ende ihrer Ausbildung (nicht nach dem Turnus), sie dürfen also gar nicht früher Notarzt fahren, selbst wenn sie wollten. Die Lösung laut Steiner: Rasch die „Ausbildung Neu für Notärzte“ zu beschließen, ein Konzept liege in der Schublade. Lang dazu: „Die Verhandlungen zum ‚Notarzt Neu‘ laufen schon sehr lange“, mit der ÄAO sei das natürlich „hochakut“ geworden, der § 40 im Ärztegesetz (Notarztausbildung) gehöre grundlegend geändert. Er ist aber zuversichtlich: „Wir sind in sehr intensiven Verhandlungen mit dem Gesundheitsministerium und ich hoffe doch, dass wir in absehbarer Zeit ein Ergebnis haben.“ Die Ausbildungsinhalte seien fertig, es gehe jetzt rein um die juristischen Hintergründe. Inhaltlich möchte Lang nichts „prä judizieren“, die Eckpunkte sind jedoch klar: Erstens eine qualitativ hochwertige Ausbildung, u.a. mit supervidierten Ausfahrten und dem Erlernen gewisser Skills. Zweitens: „Der, der da hinausfährt, muss haftungsrechtlich abgesichert sein.“ Ziel der neuen gesetzlichen Basis sei es, die Nachwuchsprobleme abzufangen. BMGF für rasche Umsetzung Das Ministerium habe, so Lang, den von der ÖÄK deponierten Fahrplan zugesagt: Ein Beginn der neuen Notärzteausbildung mit 1. Jänner 2018 sei „realistisch“ – trotz Nationalratswahl. Auf MT-Anfrage bestätigt das BMGF die laufenden Gespräche mit der ÖÄK zur Reform der Notarztausbildung, lässt sich jedoch nicht festnageln: Für die Umsetzung brauche es zunächst eine gesetzliche Neuregelung bzw. in Folge eine Verordnung. „Bis wann eine Umsetzung möglich ist, hängt auch davon ab, wie rasch die Gespräche tatsächlich abgeschlossen werden können“, man sei jedenfalls für eine „rasche“ Umsetzung. „Noch haben wir ein sehr gut funktionierendes Notarztsystem“, ist Lang davon überzeugt, „dass es auch nichts Besseres für den Patienten gibt, als einen Notarzt vor Ort zu haben“. Von Alternativen, wie das Notarztsystem durch Paramedics zu ersetzen, hält er nichts: „Das ist mit Sicherheit eine Verschlechterung der Patientenversorgung. Wir brauchen keine Paramedics, sondern gut ausgebildete Rettungssanitäter.“ Auch beim Thema Fehleinsätze spiele es eine Rolle, wie sensibel eine Zentrale auf Alarmierungen reagiert – ob sie gleich den Notarzt schickt oder doch vorher einen gut ausgebildeten Sanitäter. Salzburger Männer holen auf Statistiker des Landes Salzburg gaben vorige Woche bekannt, dass die Männer gegenüber den Frauen in Salzburg bei der Lebenserwartung leicht aufholen. Eine 2016 neugeborene Salzburgerin kann damit rechnen, im Schnitt 84,6 Jahre alt zu werden, ein neugeborener Salzburger 80,2 Jahre. Vor zehn Jahren betrug die Lebenserwartung noch 83,8 bei Frauen und 77,7 Jahre bei Männern. Damit hat sich der Abstand zwischen den Geschlechtern um zirka 1,5 Jahre verringert. Nach wie vor sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die beiden häufigsten Todesursachen. Sowohl in Salzburg als auch bundesweit sind Männer bei allen Todesursachengruppen stärker als Frauen gefährdet. Frankreich weitet Impfpflicht aus Die französische Gesundheitsministerin Agnès Buzyn will ab Jänner 2018 die Impfplicht für Kinder von drei auf elf Krankheiten ausweiten, wie kürzlich bekannt wurde. Bisher sind in Frankreich Impfungen nur gegen Diphtherie, Tetanus und Polio verpflichtend, künftig sollen es auch Impfungen z.B. gegen Pertussis, Masern, Röteln und Hepatitis B sein. Laut Medienberichten drohen bei Nichteinhalten Gefängnisstrafen von bis zu sechs Monaten und Geldstrafen von bis zu 3750 Euro. DPA Schweizer erlauben PID Seit 1. September 2017 ist Schweizer Ärzten erlaubt, nach einer künstlichen Befruchtung den Embryo auf bestimmte genetische Merkmale zu untersuchen. Reproduktionsmediziner Peter Fehr geht davon aus, dass bei etwa zehn Prozent aller In-vitro-Befruchtungen eine Präimplantationsdiagnostik (PID) sinnvoll sei. DPA

ärztemagazin

Medical Tribune