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Medical Tribune 37/2017

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4 POLITIK & PRAXIS

4 POLITIK & PRAXIS Medical Tribune j Nr. 37 j 13. September 2017 KAV rüstet auf: Neue Geräte in Hietzing „Dank dieser neuen Geräte können pro Jahr in Wien um 20 Prozent mehr PatientInnen behandelt werden“, sagte der Wiener Bürgermeister Dr. Michael Häupl anlässlich der Kapazitätserweiterung im Krankenhaus Hietzing, wo fortan dank zweier neuer Strahlentherapiegeräte pro Tag 130 Patienten behandelt werden können – das sind doppelt so viele wie bisher. Ist auch das neue Strahlentherapiezentrum im Donauspital fertig, dann erweitern sich die Kapazitäten in der Bundeshauptstadt sogar um 50 Prozent, wie der Bürgermeister nicht ohne Stolz verkündete. Prompt versprach er: „Dadurch wird sich auch die Wartezeit in Wien auf eine Strahlentherapie um mehrere Wochen verringern.“ Strahlentherapie in Wien Derzeit sind in Wien elf Strahlentherapiegeräte im Einsatz. Mit den beiden neuen Geräten in Hietzing und einer neuen Anlage im Donauspital mit vier Strahlentherapiegeräten werden 15 Geräte in Wien für eine Strahlentherapie zur Verfügung stehen. Die neuen Geräte im Donauspital werden 2019 ihren Betrieb aufnehmen, dafür ältere Geräte in Hietzing und im Donauspital stillgelegt. „Die neuen Linearbeschleuniger in Hietzing stehen für Patienten und Patientinnen aus ganz Wien zur Verfügung. Die Behandlungsschwerpunkte liegen auf Prostatakrebs, Brustkrebs, Tumoren im Hals-Nasen-Ohrenbereich, Darmkrebs sowie Lungenkrebs“, so Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger. „Der Bau der Infrastruktur und die Installation der Geräte in Hietzing ist nun abgeschlossen“, erklärte indes der medizinische Leiter der Generaldirektion des Krankenanstaltenverbundes (KAV), Dr. Michael Binder. Die Anlage befindet sich in einem „Bunker“ mit meterdicken Mauern, nun erfolge die sehr anspruchsvolle Justierung und Qualitätssicherung bzw. die Einschulung des Personals. „Am 23. November kann mit der Behandlung der ersten PatientInnen begonnen werden“, so Binder. RED Fipronil beschäftigt Minister EI-SKANDAL ■ Weltweit sind bereits 45 Länder betroffen, EU-Minister wollen jetzt das europäische Schnellwarnsystem verbessern. Von dem Skandal um mit Fipronil belastete Eier sind mittlerweile 45 Länder betroffen. Bis Redaktionsschluss hatten 26 der 28 EU-Staaten gemeldet, dass bei ihnen mit dem Insektengift verunreinigte Eier oder Eierprodukte aufgetaucht sind – lediglich Litauen und Kroatien sind bislang nicht betroffen gewesen. Hinzu kamen Meldungen von 19 Nicht-EU-Staaten, darunter die USA, Russland und die Türkei. Prompt war der Skandal erstmals Thema bei einem EU-Ministertreffen, dem Agrarministertreffen in Estland. „Es hat sich klar gezeigt, dass hier kriminelle Machenschaften begangen 500.000 Euro für Leitstelle Im zuständigen Wiener Gemeinderatsausschuss sind die ersten Mittel für den Aufbau einer gemeinsamen Leitstelle in Sachen Krankentransporte beschlossen worden. Gewährt wurden für die erste Stufe 500.000 Euro, wie das Büro von Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) mitteilte. Rettung schlägt Alarm Die Maßnahme ist Teil der geplanten Reform des Transports von Patientinnen und Patienten. Hier hatte es zuletzt Kritik von Blaulichtorganisationen gegeben, die beklagt hatten, dass immer häufiger „normale“ Beförderungsdienste anstatt Rettungsorganisationen für Überstellungsfahrten herangezogen werden. An einem ersten Runden Tisch im Juli haben Vertreter der Blaulichtorganisationen, der Wiener Gebietskrankenkasse, der Gewerkschaft sowie auch des Fonds Soziales Wien teilgenommen. Damals wurde unter anderem eine Reduktion der geplanten Kündigungen beim Roten Kreuz verkündet. APA worden sind, die jeweiligen Staatsanwaltschaften sind eingeschaltet worden“, sagt Österreichs Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter. Warnsystem am Pranger Er unterstütze Forderungen nach lückenloser Aufklärung und Verbesserung des EU-Schnellwarnsystems RASFF. In den Niederlanden waren Behörden schon 2016 informiert worden, dass Fipronil illegal in Ställen eingesetzt werde. Nach Fällen in Belgien dauerte es dann noch einmal mehr als zwei Wochen, bis am 20. Juli die anderen Mitgliedstaaten informiert wurden. Der für Lebensmittelsicherheit zuständige EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis räumte Verbesserungsbedarf beim Informationsaustausch ein. Konkret soll darüber am 26. September bei einem weiteren Treffen gesprochen werden. Was Österreich betrifft, so betont Rupprechter, dass die 48 Proben, wo Fipronil nachgewiesen wurde, im Großhandel aufgetaucht sind und auf Deutschland, die Niederlande, Dänemark und Belgien zurückzuführen waren. „Das war das Positive, dass kein österreichisches Ei betroffen war, was ja durch die heimische Kennzeichnung nachvollziehbar ist.“ APA/RED Sesselrücken in den Chefetagen FÜHRUNGSWECHSEL ■ Gleich mehrere Konzerne im Gesundheitswesen haben dieser Tage einen neuen Chef präsentiert. Allen voran tauscht der Pharmakonzern Novartis Anfang 2018 den CEO aus. Joseph Jimenez wird den Konzern nach acht Jahren an der Spitze auf eigenen Wunsch verlassen. Sein Nachfolger wird am 1. Februar 2018 Vasant Narasimhan sein, der momentan die Medikamentenentwicklung der Schweizer leitet. Novartis, Sonova und Stada An der Strategie des Konzerns soll sich vorerst nichts ändern, auch die Zukunft der Augensparte Alcon (das Augenheilgeschäft ist das Sorgenkind von Novartis) ist noch offen. Es werden weiterhin alle Optionen in Betracht gezogen – vom Behalten des Bereichs bis zu einem Verkauf, wie es heißt. Dass Reibereien rund um Alcon zu seinem angekündigten Rücktritt geführt hätten, stellte der noch amtierende Novartis-Chef in Abrede. Auch beim Schweizer Hörgerätehersteller Sonova kommt es zu einem Führungswechsel. Arnd Kaldowski soll den langjährigen Konzern-Lenker Lukas Braunschweiler an der Spitze des WERBUNG ÖGIM 2017: Save the date – Gebro Pharma Lunch Symposium: Update kardiovaskuläre Prävention – ist die Polypille die Lösung? Vorsitz: Univ.-Prof. Prim. Dr. Bernd Eber, Ärztlicher Leiter Klinik Wilhering • Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen – Rationale und Guidelines Univ.-Prof. Dr. Robert Zweiker, Medizinische Universität Graz • Adhärenz bei Risikopatienten – ein Risikofaktor? Univ.-Prof. Prim. Dr. Bernd Eber, Ärztlicher Leiter Klinik Wilhering • The polypill: a reality in cardiovascular disease and new clinic data Prof. Dr. Josep Redón, Director of the Internal Medicine Department of the Clinical Hospital of Valencia, Spain; Scientific Director of the Institute for Health Research INCLIVA ÖGIM 2017 Kongress Salzburg, Saal Mozart 2, EG Freitag, 22. September, 12:30–14:00 Uhr Weltmarktführers ablösen. Braunschweiler gibt das Steuer am 1. April 2018 ab, will aber in den Verwaltungsrat wechseln. Er träumt bereits von vier Milliarden Franken (3,5 Mrd. Euro) Umsatz (im vergangenen Jahr wurden 2,4 Milliarden Franken umgesetzt). Beim jüngst von Finanzinvestoren übernommenen deutschen Arzneimittelhersteller Stada bahnt sich indes der bereits vierte Wechsel an der Führungsspitze innerhalb gut eines Jahres an. Claudio Albrecht werde Übergangschef Engelbert Willink vorzeitig ablösen, teilten die neuen Eigner Bain und Cinven mit. Apropos: Im Streit mit dem Investor Paul Singer (er hält rund 15 % der Stada-Anteile) um eine höhere Abfindung für die Stada-Aktionäre sind die beiden Finanzinvestoren Bain und Cinven schließlich eingeknickt. Bei Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags mit Stada wollen sie den übrigen Aktionären eine Abfindung von 74,40 Euro pro Aktie anbieten. Der von Singer kontrollierte Hedgefonds Elliott hatte zuvor erklärt, er werde einen Beherrschungsvertrag nur unterstützen, wenn die Abfindung zumindest 74,40 Euro beträgt. RED ■ MELDUNGEN Defi für Apotheke Anlässlich des Welttages der Ersten Hilfe hat mit der Apotheke St. Veit in Wien eine weitere Apotheke einen Defibrillator bekommen. Die Apothekerkammer schließt damit die nächste Lücke im österreichweiten Defi-Netz, das seit 2015 ausgebaut wird. APA Zahn um Zahn Der Vorschlag von Ministerin Dr. Pamela Rendi-Wagner, eine Gratis­ Mundhygiene für Kinder einzuführen, sei zu begrüßen, so Kieferchirurg DDr. Gerald Jahl. Allerdings greife er zu wenig weit: „In der Zahnmedizin sind vor allem ältere und sozial schwächere Schichten stark benachteiligt.“ APA ■ MEINUNG Dr. Harald Retschitzegger Präsident der Österreichischen Palliativgesellschaft (OPG) In Beziehung sein Wir alle kennen besondere Erlebnisse unseres beruflichen Lebens, welche uns lange und vielleicht für immer in Erinnerung bleiben. Bei mir ist dies unter anderem die erste Hochzeit eines weit fortgeschritten erkrankten Palliativpatienten und seiner Frau auf meiner Palliativstation vor vielen Jahren. Nie werde ich diese berührende Feier vergessen. Der Mann verstarb nach drei Wochen. Die Ehe dauerte sein Leben lang. Die Liebe als besondere Kraft und wesentliches Element im Leben. Im Leben unserer PatientInnen und in unserem eigenen. Immer noch beeindruckt es mich, wenn ich jetzt „alte“ Paare in meiner palliativgeriatrischen Tätigkeit erlebe. Da sind diese zwei lang vertrauten Menschen im Pflegeheim, die jeden Tag miteinander spielen. „Mensch ärgere dich nicht“ – ja, das traditionelle Brettspiel – und oft auch das andere „Spiel“, das des zwischenmenschlichen Lebens und Erlebens. Abschied nehmen Und diese anderen Beiden, seit nahezu 70 Jahren miteinander verheiratet. Eine fortgeschrittene Demenzerkrankung ist mittlerweile Teil ihrer Beziehung, ihres jahrzehntelangen Paarlebens. Jeden Tag verbringen sie miteinander, nach wie vor. Ich finde, mittlerweile sehen sie sich schon sehr ähnlich, diese Zwei. Natürlich ist das Abschiednehmen Teil dieser Beziehungen, oft unbewusst, oft aber auch bewusst. Auch in dieser hier: Lange Zeit hat „sie“ „ihn“ betreut. Ganz plötzlich hat sich nun der Gesundheitszustand der Frau verschlechtert, und ihr Mann sitzt beim Bett und nimmt emotional Abschied von seiner Frau. Worauf es ankommt Und während das Wiener Burgtheater die Theatersaison großartig mit Shakespeares bezaubernder Komödie des jungen Liebens und Lebens „Ein Sommernachtstraum“ eröffnet, kommt mit „Unsere Seelen bei Nacht“ nach dem Bestseller von Kent Haruf ein Film ins Kino, in dem Jane Fonda und Robert Redford sich alt neu verlieben. „Worauf kommt’s im Leben an?“, war die regelmäßige letzte Frage in einer schönen Interviewserie. Leben ist ein In-Beziehung-Sein. Bis zuletzt. Unsere Beziehungen sind, wie sie sind und wie wir sind. Wir können uns jedenfalls glücklich schätzen, wenn es uns gelingt, unsere Beziehungen gut zu leben. MT-INTERAKTIV Sagen Sie uns Ihre Meinung redaktion@medical-tribune.at FOTO: PRIVAT

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